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„Arbeiten mit Brechstange bringt nichts“

Bundesliga-Präsident Hans Rinner gesteht Fehler ein, erklärt aber auch, warum der österreichische Fußball etwas Zeit benötigte.

Was ist nur los mit der Liga? In Grödig musste nun auch die zweite Frühjahrsrunde abgesagt werden. Solche Zustände gibt’s nur in Österreich oder in Bananien, schimpfen Fußballfans.

HANS RINNER: Die Situation in Grödig ist nicht erfreulich. Aber wir stehen mit dem Verein in engem Kontakt, um die bestmögliche Lösung für den österreichischen Fußball zu finden.

Kommt die Stadionsperre nicht viel zu spät?

RINNER: Wir haben mit der Sperre ein klares Signal gesetzt. Ein Spiel auf diesem Untergrund durchzuführen, wäre verantwortungslos gewesen. Die Verletzungsgefahr wäre enorm.

Stiehlt sich die Liga nicht aus der Verantwortung?

RINNER: Nein, wir wälzen nichts ab. Wir unterstützen unsere Klubs so gut wie möglich. Aber man muss auch ganz klar sagen, dass in Grödig bei der Schneeräumung Fehler passiert sind. Das sind Fehleinschätzungen und mangelnde Erfahrung bei der Arbeit auf einem Fußballrasen.

Wie kann die Liga helfen?

RINNER: Wir bieten den Vereinen Greenkeeper-Seminare an. Wir verstehen uns als Servicestelle.

Sollten nicht die Lizenzierungsauflagen verschärft werden?

RINNER: Das haben wir gemacht und das machen wir weiterhin. In den kommenden zwei, drei Jahren werden über 50 Millionen Euro für die Stadien-Infrastruktur ausgegeben. Ohne das Allianz-Stadion. Darüber bin ich sehr erfreut. Wir brauchen zeitgemäße Stadien. Das gilt auch für Graz. Da werde ich in meiner Funktion als Bundesliga-Präsident auch noch beim Landeshauptmann und Grazer Bürgermeister vorstellig werden. Graz braucht 10 bis 12 Millionen Euro.

Mit Verlaub. Sie sind seit 2009 Bundesliga-Präsident. Was wurde in Sachen Infrastruktur bisher umgesetzt?

RINNER: Wenn man nur die Probleme der Infrastruktur betrachtet, haben wir zu lange zugeschaut. Da bleibe ich bei meiner Aussage, dass Fehler passiert sind und wir zehn Jahre zu spät dran sind. Mit dem Zuschlag der Euro in Österreich und der Schweiz – das war 2004 – hätten die Bundesliga und der ÖFB schon besser reagieren müssen. Aber wenn man das Gesamte betrachtet, haben wir viel weitergebracht. Mir war wichtig, die wirtschaftlichen Missstände im österreichischen Fußball zu bewältigen, da hatten wir in der Vergangenheit bekanntlich einige Fälle. Hätten wir die Misswirtschaften gleichzeitig mit den Infrastrukturmaßnahmen umgesetzt, wären uns wohl einige Vereine weggebrochen. Arbeiten mit der Brechstange bringt nichts.

Was heißt das für die Zukunft?

RINNER: Es werden nur noch Vereine in der Bundesliga spielen dürfen, die die notwendigen strukturellen Maßnahmen erfüllen. Viele Klub-Verantwortliche haben oft nur in die Mannschaft investiert. Das wird es in dieser Form nicht mehr geben.

Das heißt, damit ist die Diskussion des Ligaformats – 10er- oder 16er-Liga – vorerst vom Tisch?

RINNER: Wir brauchen Vereine, bei denen die Infrastruktur Bundesliga-tauglich ist. Und da blicke ich nach Linz, Klagenfurt oder Innsbruck, zu den Traditionsvereinen eben. INTERVIEW: PETER KLIMKEIT

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