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Vier Frauen und ein großes Ziel

Angeführt von der Weltcupführenden Daniela Iraschko-Stolz springt heute (17 Uhr) in Falun ein heiteres Damenquartett in der Einzelkonkurrenz für Österreich um die Medaillen.

Sie ist Österreichs „Mrs. Skispringen“: Daniela Iraschko-Stolz stößt sich im heutigen Damen-Bewerb (17 Uhr, ORF eins live) als Weltcupführende und Topfavoritin vom Zitterbalken ab. Zusammen mit Jacqueline Seifriedsberger, Ein- und Aufsteigerin Eva Pinkelnig und Teamküken Chiara Hölzl bildet die Weltmeisterin 2011 das erfolgreichste Damenteam im Springerzirkus. Was das Quartett von Cheftrainer Andreas Felder auszeichnet und warum die Konkurrenz keine Angst vor den vier haben muss, erzählten sie in einem heiteren Gespräch.

Seit Sie diese Saison als Quartett antreten, läuft es für jede von Ihnen gut. Warum?

SEIFRIEDSBERGER: Weil wir uns schon anders aufwärmen. Jetzt machen wir das zusammen, ganz spielerisch, das lockert auf.

HÖLZL: Und man pusht sich gegenseitig.

IRASCHKO-STOLZ: Man weiß aus dem internen Vergleich, wo man steht. Dazu macht es mehr Spaß, gemeinsam für ein Ziel zu kämpfen. Beim Essen und Reisen rennt der Schmäh, auch mit den Betreuern. Das ist wichtig, wenn man so viel unterwegs ist. Die vergangenen Jahre waren Jacqui und ich fast immer allein, weil sich eine von uns meist verletzungsbedingt eliminiert hat.

PINKELNIG: Wenn ich die drei nicht hätte, würde ich nicht so gut springen. Ich konnte mir extrem viel abschauen. Vom Aufwärmen bis hin, wie man am Balken sitzt.

IRASCHKO-STOLZ: Wie man am Balken sitzt? (lacht) Wie sitzen wir denn am Balken?

PINKELNIG: Wirklich! Wie ihr euch da konzentriert zum Beispiel und die Hocke habe ich mir auch abgeschaut. Ich bin am Anfang zu weit hinten gesessen. Dann habe ich Jacqui gefragt, wie sie es macht, und es hat funktioniert.

Ihre gemeinsamen Auftritte – beeindruckt das auch die Konkurrenz?

SEIFRIEDSBERGER: Ich glaube nicht, dass die anderen Angst bekommen, wenn wir zu viert aus dem Bus steigen (alle lachen). Für uns selber ist es einfach besser. Wir fühlen uns wohler und wir wissen, dass wir alle gut drauf sind.

IRASCHKO-STOLZ: Und wenn man selbst keine guten Sprünge hat, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass eine andere gut ist. Das Mitfreuen lenkt dann zumindest ab.

Wird man denn dadurch auch besser?

IRASCHKO-STOLZ: Wenn man selbst nicht ganz oben steht, wünscht man sich wenigstens, dass die eigenen Teamkolleginnen dort stehen. Aber natürlich ändert sich an der persönlichen Einstellung oder an der Erwartung nichts. Man will immer das Beste für sich selbst. Doch mit drei weiteren Kolleginnen findest du nach einer Niederlage immer etwas zum Ablenken. Etwas, das den Tag noch nützlich macht.

Was macht den Tag bei einer WM denn nützlich?

HÖLZL: Wenn man das Bestmögliche herausgeholt hat.

SEIFRIEDSBERGER: Eine Medaille. Das ist nun einmal das Ziel bei der WM, auch wenn ich persönlich noch nicht ganz da bin, wo ich diese Saison hinwollte.

PINKELNIG: Stimmt, wenn du bei der WM am Balken sitzt, muss das Ziel eine Medaille sein.

IRASCHKO-STOLZ: Natürlich sind es die Medaillen. Besonders freue ich mich auf den Mixed-Teambewerb. Bei der Premiere 2013 war ich leider auch verletzt.

In dem Wettkampf mit zwei Herren können allerdings nur zwei von Ihnen starten.

SEIFRIEDSBERGER: Die Besten von uns werden starten. Mir taugt der Wettkampf jedenfalls voll.

HÖLZL: Für mich war dieser Bewerb zusammen mit Jacqui und die damit verbundene Silbermedaille in Val di Fiemme etwas ganz Besonderes.

PINKELNIG: Ich habe damals vor dem Fernseher voll mitgefiebert.

SEIFRIEDSBERGER: Schade, dass wir ihn beim heurigen Saisonauftakt in Lillehammer nicht mehr hatten. Auch den Jungs hat das immer getaugt.

IRASCHKO-STOLZ: Wir haben heuer sehr wenige Weltcupspringen. Die Polen machen zum Beispiel mehrere Wettkämpfe für die Herren, aber keinen für die Damen. Sie sollten verpflichtet werden, auch einen für die Damen auszutragen. Wir sollten mehr mit den Herren mitspringen. Wir würden davon profitieren. Und wir könnten auch öfter mal auf Großschanzen springen.

PINKELNIG: Medial ist so eine WM wieder eine Chance, dass unsere Sportart noch mehr in die Köpfe der Leute reinkommt.

Was zeichnet Damen-Skispringen aus? Denken Sie dabei vielleicht an die jeweils anderen im ÖSV-Team?

SEIFRIEDSBERGER: Bei Dani bewundere ich, was für ein Stehauf-‚Männchen‘ sie ist. Sie ist nach all ihren Verletzungen wiedergekommen.

HÖLZL: Unsere Oma im Team (lacht), die jedem weiterhilft.

PINKELNIG: Stimmt. Und im Zimmer haben wir immer die größte Gaudi, wir sind gleich kindisch. Außerhalb des Zimmers will sie immer mehr, mehr und mehr.

IRASCHKO-STOLZ: Als Newcomerin sieht Eva Skispringen mit anderen Augen und bringt auch neuen Spaß rein. Dabei hat sie alles aufgegeben, ihren Job, ihr altes Leben. Heutzutage ist das nicht so einfach, die Sicherheit für einen neuen Weg zu opfern. Und mich beeindruckt einfach, wie sie Ski springt. Das kann ich auch über Chiara sagen. Sie scheißt sich einfach nichts und ist schon sehr erwachsen. Erwachsener, als ich es jetzt bin (alle lachen).

INTERVIEW: SUSANN FRANK, FALUN

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