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Gruselstimmung in der Mine

Will man den berühmtesten Sohn Faluns kennenlernen, muss man die Kupferminen aufsuchen. Um diese ranken sich so manche Legenden.

Weilt man in Falun, muss man den berühmten Kupferminen, die zum Weltkulturerbe erhoben wurden und denen sogar E. T. A. Hoffmann ein schriftstellerisches Denkmal setzte („Die Bergwerke zu Falun“), einen Besuch abgestattet haben. Gesagt, getan. Noch heute pusten am nördlichen Ufer der Faluån die von Weitem sichtbaren Schlote neben der „Falu Gruva“ Rauch aus. So wird dort die über die Grenzen Schwedens hinaus bekannte Außendispersion Falunrot „angerührt“.

Bereits 1200 Jahre früher, nämlich 800 nach Christus, wurde hier erstmals Kupfer, das angeblich die Dächer von Domen in ganz Europa deckt, abgebaut. Es erhob Falun durch den immensen Gewinn zu Schwedens Schatzkammer. „1687 stürzte das Bergwerk ein. Da die Schweden an jenem Tag Mitsommer feierten, kam bei diesem Unglück kein Mensch zu Schaden. Ein Wunder“, betont Håkan, der rund eine Stunde durch die Grube führt – Helm- und Regenmantelpflicht inklusive. Ob Wahrheit oder Legende, das lässt sich auch bei jener Geschichte, die besagt, dass die Faluner nur dank einer weißen Ziege namens „Käre“, die regelmäßig mit rot gefärbten Hörnern zu Hause auftauchte, auf das Kupfer stießen, nicht mehr genau eruieren.

Ganz ähnlich verhält es sich auch mit der Geschichte rund um Fet-Mats, der eigentlich Mats Israelsson hieß. „Am 2. Dezember 1719 wurde in einem Teil des Bergwerks, der länger brachlag, Erz abgebaut. Plötzlich stieß man auf eine männliche Leiche, die da noch nicht lange gelegen haben konnte, weil der Körper immer noch weich war“, lässt Håkan so etwas wie Gruselstimmung aufkommen, und fügt hinzu: „Keiner wusste, wer er war. Außer Margareta Olsdotter, die in ihm ihren vor 42 Jahren verschwundenen Verlobten wiedererkannte.“ Dass Mats’ Körper noch in einem so guten Zustand war, soll auf das konservierende Kupfervitriol in der Mine zurückzuführen gewesen sein.

Wie auch immer – Mats wurde damals sogar eine Zeit lang (zumindest so lange, bis der zu Tage weit sauerstoffhaltigere Zahn der Zeit an ihm zu nagen begann) ausgestellt, ehe er auf dem Friedhof von Stora Kopparberg seine letzte Ruhe fand. „Über seine Geschichte wurde bereits so viel geschrieben, dass Mats heute als der berühmteste Faluner gilt“, sagt Håkan und verweist auf das Gruben-Museum. Dort sei Fet-Mats ein Raum gewidmet. „Doch das Museum wird derzeit umgebaut und ist geschlossen“, winkt Håkan ab und sagt: „Da müssen Sie im Juni wiederkommen.“

ALEXANDER TAGGER, FALUN

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