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Zwischen Genie und Wahnsinn

90 Jahre Warten sind genug – Bernhard Gruber krönte sich in Falun zu Österreichs erstem Kombinationsweltmeister im Einzel.

ALEXANDER TAGGER, FALUN

Es war 1925 im tschechischen Johannisbad, als bei der zweiten Nordischen Weltmeisterschaft erstmals ein Kombinationsbewerb über die Bühne ging. 90 Jahre bzw. 47 Weltmeisterschaften später darf Rot-Weiß-Rot nun dank Bernhard Gruber erstmals in der Geschichte einen Kombinations-weltmeister bejubeln. Der 32-jährige Salzburger, der bereits nach dem Springen von der Großschanze geführt hatte, verwies im 10-Kilometer-Langlauf den Franzosen Francois Braud sowie den Deutschen Johannes Rydzek nach einer sensationellen entscheidenden Attacke am letzten langen Anstieg auf die Plätze und sorgte damit auch bei der mittlerweile vierten Nordischen WM in Falun für Österreichs erstes Gold überhaupt.

Gruber belohnte sich mit diesem Triumph für seine jahrelange akribische Arbeit. Lag die Stärke des Bad Hofgasteiners, der 2003 im Weltcup debütierte, anfänglich vorrangig auf der Schanze, so verlegte er in den letzten Jahren seinen Fokus mehr auf die Loipe. Mit Erfolg: Gruber, der in Langlauf-Trainer Thomas Baumann eine seiner wichtigsten Bezugspersonen hat, gehört seit Jahren zu den besten Kombinierern der Welt und reiste auch als Zweiter des Gesamtweltcups nach Schweden an.

Aus dem Schatten

Und dort trat er nun endgültig aus dem Schatten seines größten Vorbilds. So ist es der 2011 zurückgetretene Felix Gottwald, dem Gruber nach eigenen Angaben viel in seiner Karriere verdankt. So auch die richtige Einstellung zum Training. „Ich habe früher oft überpowert und musste lernen, mich zurückzunehmen“, erzählt der passionierte Gitarrist, der immer wieder mit verschiedenen Bands auftritt und erst kürzlich die Musik zu einem Film über Freeriderin Sandra Lahnsteiner komponierte.

Beim gestrigen Wettkampf nahm sich Gruber die Worte seines Präsidenten Peter Schröcksnadel zu Herzen: „Er hat zu mir gesagt, ich soll locker bleiben und einfach Spaß haben.“ Und den hatte der seit letztem Herbst mit seiner Freundin Magret verlobte Salzburger, den sein Cheftrainer Christoph Eugen als einen Menschen zwischen Genie und Wahnsinn bezeichnet. „Wahnsinn ist, wenn ich ab und zu alles hinschmeißen will. Genial ist’s, wenn ich so ein Rennen wie dieses hinlege“, sagt Gruber lachend. Dass er Österreichs erster Kombi-Weltmeister ist, „macht mich brutal stolz und hat mich auch ein paar Tränen gekostet“.

Bleibt zu hoffen, dass der Pongauer im samstägigen Teamsprint seine Kollegen auf seiner Erfolgswelle mitreißen kann.

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