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„Die ersten blöden Sprüche kamen schnell“

Österreich gegen Deutschland? Von wegen! Radball-Weltmeister Markus Bröll (27) aus Dornbirn und Kunstrad-Weltmeisterin Jasmin Soika (25) aus Heidenheim wollen sich am 18. September das Ja-Wort geben.

Jochen Dedeleit

Auf die Frage, wie die Österreicher mit den Deutschen eigentlich auskommen, antwortete Radball-Weltmeister Markus Bröll vor dem Heim-Weltcup Ende des vergangenen Jahres, dass man mal mit der einen und mal mit der anderen Mannschaft gut auskomme – egal aus welcher Nation sie stamme. Mit seiner damaligen Antwort konfrontiert, lacht der Dornbirner vom ÖAMTC RC Mazda Hagspiel Höchst nun. Denn der 27-jährige Doppel-Weltmeister lebt seit vergangenem Sommer mit der zweifachen Kunstrad-Weltmeisterin Jasmin Soika aus Deutschland zusammen. Und der Hochzeitstermin steht auch bereits fest.

Die Erfolgslisten der beiden Saalradsportler, die in dem von Markus Bröll vor sechs Jahren gekauften Haus in Dornbirn zusammenwohnen, sind lang. Mit Partnerin Katharina Wurster wurde Jasmin Soika 2010 und 2013 Weltmeisterin, fünfmal blieb den beiden aus Heidenheim immerhin WM-Silber. Markus Bröll entschied die beiden letzten WM-Konkurrenzen im Radball mit Partner Patrick Schnetzer aus Muntlix für sich und holte 2007 WM-Silber. Während der Dornbirner noch weiteres Edelmetall einheimsen könnte, entschieden sich Soika/Wurster für das nach der WM in Brünn vollzogene Karriereende.

Rund 400 Fans waren vor einer Woche zum Heimverein des Kunstrad-Zweiers, dem SV Mergelstetten, gekommen, um das Duo, das 13 Jahre zusammen fuhr, zu verabschieden. Bröll/Schnetzer absolvierten ein Showmatch, von dem der Dornbirner etwas noch am besten in Erinnerung hatte: „Der Moderator hat mich die ganze Zeit mit Patrick verwechselt“, lacht der Feldspieler, der seine Freundin bereits seit 2005 kennt. Aber erst beim Abschlussbankett der WM 2013 in Basel kamen sich die beiden näher.

Umzug nach Vorarlberg

„Am nächsten Tag gab es die ersten blöden Sprüche. Denn vorher habe ich eigentlich nie mit ihr geredet“, gibt Markus Bröll zu, der in der Folge einige Mal von der 25-Jährigen, die 2014 außer ihrer sportlichen Karriere auch ihr Studium der Erziehungswissenschaften abgeschlossen hat, besucht wurde. Aber schon als eine Woche nach dem Bankett ein Foto der beiden aus einer Feldkircher Disco im Internet kursierte, waren beide Lager im Bilde. „Im letzten Sommer habe ich mich entschieden, zu Markus zu ziehen. Ich musste jedoch länger überlegen, ob ich mich von Familie und Freunden trenne. Die Zusage für einen Job hatte ich ja auch schon“, wird Jasmin Soika kurz nachdenklich. Jetzt hat sie sich mit ihrem Job als Büroangestellte angefreundet – in der Firma ihres Freundes. „Und ich habe hier ein Haus, spiele weiter. Ich hätte nicht nach Deutschland gehen können“, spielt der gelernte Isolierer den Ball seiner Freundin zu. Am 18. September, so verraten die beiden, soll in Dornbirn geheiratet werden und eine große Party in Langenegg steigen.

Viele Kilometer

Die zukünftige Braut hatte es viele Jahre nicht leicht. Sie selbst wohnte in Heidenheim, ihr Verein war der SV Mergelstetten, trainiert wurde jedoch im anderthalb Stunden entfernten Stuttgart, da die Partnerin in Tübingen zu Hause war. Fünf Trainer hatten die beiden in dieser Zeit. Für Radball habe sie sich immer schon interessiert, „und jetzt ist der Bezug noch einmal ein anderer“. Die 1,56 Meter große 25-Jährige ist bei allen Turnieren ihres Freundes dabei, Markus Bröll hatte mit der ehemaligen WM-Dritten Darinka Puhr zwar schon eine Freundin aus dem Kunstradlager, aber auch er sagt, „jetzt ist es eine ernstere Sache geworden. Ich kenne alle besser und bin öfters dabei“. Und Soika könne sich vorstellen, als Trainerin ihre Erfahrungen an den RC Höchst weiterzugeben.

Gibt es nun tatsächlich keine ähnlichen Sticheleien, wenn wie im Fußball Österreich auf Deutschland trifft? „Es ist egal, gegen welche Nation du spielst. Alle kennen sich. In Brünn etwa war die Stimmung bei unserem Spiel gegen die Schweiz am besten“, erinnert sich Bröll. Und seine Freundin Jasmin meint, „Österreich ist fast ein normaler Gegner. Beim Kunstrad fährst du sowieso mehr gegen dich selbst“. An eine Begebenheit kann sich der Dornbirner aber dann doch erinnern: „Als wir 2007 im Finale verloren haben, habe ich von einer obersten Regel für deutsche Mannschaften gehört. Die lautete, dass Österreich nie Weltmeister werden dürfe.“ 2011 waren es Patrick Schnetzer und Dietmar Schneider, die in Japan erstmals in der Geschichte der Radball-Weltmeisterschaften Gold für Österreich holten. 2013 legte Schnetzer in Basel nach, da war schon der Dornbirner Markus Bröll der Partner. Beide wiederholten dieses Husarenstück 2014 in Brünn.

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