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Der grandiose Abend des Tom Brady

Tom Brady widmete nach einem epischen Patriots-Comeback seinen fünften Super Bowl seiner krebskranken Mutter. Aber auch Lady Gaga wusste zu begeistern.

Von Daniel Jerovsek, Houston

Es war der wohl beste Super Bowl aller Zeiten. Und das, obwohl es lange überhaupt nicht danach ausgesehen hatte. Denn der leichte Außenseiter, die Atlanta Falcons, lag lange deutlich in Führung, zwischenzeitlich sogar mit 25 Punkten. Die Stimmung im NRG Stadium in Houston war ausgelassen – zumindest bei den Anhängern der Falcons. Fast niemand glaubte mehr daran, dass der Quarterback der New England Patriots, Tom Brady, die Partie doch noch drehen könnte.

Aber der 39-Jährige hat einmal mehr bewiesen, warum er der größte Footballer aller Zeiten ist. In nur 13 Minuten konnte er seine Mannschaft nach vorne treiben, aus einem 3:28 ein 28:28 machen. Passend zu diesem atemberaubenden Spiel ging es dann auch erstmals in der langen Geschichte des Super Bowls in die Verlängerung. Und dort sorgte James White mit seinem Touchdown zum 34:28 für den fünften Super-Bowl-Sieg von Brady und den Patriots.

Plötzlich stand der Großteil der Fans, der dem Patriots-Lager angehörte und wenige Minuten zuvor noch ein langes Gesicht gezogen hatte, kopf. Während Brady emotional wie immer den Siegerpokal entgegennahm, schlich Falcons-Quarterback Matt Ryan mit hängendem Kopf vom Feld. Nur einen Tag vor dem Endspiel wurde er zum MVP, also zum wertvollsten Spieler der Liga gewählt. Doch den Fluch konnte auch Ryan nicht besiegen. Seit 2001 sind nämlich insgesamt sieben MVPs im Super Bowl gestanden, nie konnte sich einer den Titel holen.

Übrigens: Bei der Pokalübergabe konnte sich Robert Kraft, Besitzer der Patriots, einen Seitenhieb in Richtung Roger Goodell, des höchsten NFL-Funktionärs und Hauptverantwortlichen für die Vier-Spiele-Sperre Bradys zu Saisonbeginn, nicht verkneifen. Es sei zwar schon der fünfte Titel, aber trotzdem „der süßeste“. Mit einem müden Lächeln nahm Goodell diese Aussage zur Kenntnis.

Zu seinem Matchwinner Brady, dem nach dem Spiel sein Trikot gestohlen wurde, meinte Kraft: „Ich habe Tom gesagt: ,Wir müssen das für deine Mum gewinnen‘, weil ich weiß, wie wichtig sie für ihn ist. Sie hat sich Chemotherapie und Bestrahlung unterzogen.“ Mit einem blauen Tuch auf dem Kopf besuchte Galynn Brady erstmals in dieser Saison eine Partie ihres Sohns. Er widmete ihr den Sieg. „Ich habe das ganze Spiel über nur gebetet“, sagte die stolze Frau Mama.

Gäbe es einen Titel für die beste Pausen-Show, wäre Lady Gaga auf jeden Fall im Rennen um den Sieg. In Rekordzeit wurde in der Halbzeit des Spiels die gigantische Bühne aufgebaut (es dauerte keine zehn Minuten) und das Dach geöffnet. Schon ahnten viele der 70.000 Fans im Stadion, was passieren würde. Richtig! Nach einer kurzen Botschaft in Richtung US-Präsident Donald Trump („Freiheit und Gerechtigkeit für alle“) ließ sich die Pop-Sängerin vom Dach abseilen und zündete dann ein 13-minütiges Show-Feuerwerk. Ohne sich zu versingen, ohne zu stürzen, ohne großen Skandal. Aber unterhaltsam. Passend zum geschichtsträchtigen Spiel war auch der Auftritt von Lady Gaga einer für die Geschichtsbücher.

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