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Mit einem Urschrei zur Silbernen

Roland Leitinger war die Sensation des Riesentorlaufs: Der Salzburger fuhr hinter Marcel Hirscher zu Silber – und zeigte seine Freude mit einem lauten Schrei.

Von Michael Schuen aus St. Moritz

Es war zwei Tage vor dem Rennen, als Roland Leitinger auf die Frage nach seinen Chancen kurz nachdachte. Und dann meinte: „Ich war noch nicht in den Top zehn heuer.“ Dann dachte er kurz nach – und sagte: „Aber andererseits: Warum sollte man sich Limits setzen? Es geht nur darum, schnell Ski zu fahren.“ Und das tat Leitinger. Schon im ersten Lauf fuhr er mit Nummer 22 auf Rang sechs. Und im zweiten griff der 25-Jährige richtig an: „Im ersten hatte ich noch Reserven – im zweiten nicht mehr.“ Das Ergebnis: Beim Abschwingen sah der Pinzgauer: 0,49 Sekunden Vorsprung. Und da brach es aus ihm heraus – seine ganze Geschichte, oft auch ein Leidensweg. Die Genugtuung, es endlich geschafft zu haben. „Weil die ganze Saison so zäh gelaufen ist, weil ich mich immer unter Wert verkauft habe.“ Und, nicht zu vergessen: „Ich kann mich mit jedem anderen mitfreuen, wenn er eine halbe Sekunde vorn ist. Diesmal war es eben bei mir so.“

Die Reaktion: Ein Schrei – oder besser: „Ein Urschrei“, wie Leitinger selbst sagte, „ich bin mir gar nicht sicher, ob ich jemals in meinem Leben schon so laut geschrien habe.“ Und dann das Warten. „Aber irgendwer hat mir schon zugerufen, dass das ein Medaillenlauf war“, sagte Leitinger, der auch in der Stunde des Triumphes an seinen Teamkollegen dachte: „Schade um den Schörgi (Philipp Schörghofer, Anm.). Wir haben uns im Training in den letzten Tagen gematcht, ein Dreifachsieg wäre noch schöner gewesen.“ Doch Schörghofer verpatzte die letzten Sekunden, statt einer Medaille gab es hinter den Norwegern Haugen und Kristoffersen Platz fünf.

Der Freude Leitingers tat das nur kurz Abbruch – auch dass Marcel Hirscher erstaunt war, ihn statt der erwarteten Konkurrenten zu sehen, störte nicht: „Er hat nur gesagt: Du bist a wilder Hund!“

Das mag Leitinger tatsächlich sein – auf der Piste. Und er wird den Erfolg auch mit seinen Eltern feiern. Aber nicht zu wild: „Ich bin kein Partytiger. Ich bin ein harter Arbeiter!“ Und das muss er sein. Nach vielen Verletzungen kämpfte er sich zurück. Auch nach seinem Sturz in Garmisch vor zwei Wochen, nach dem „ich nicht einmal aus dem Ziel gehen konnte“. Er bekam die Schuhrandprellung in den Griff – und wurde belohnt.

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