Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Matchpuck für DEC in Sicht

Im Kampf ums Play-off ist das Momentum längst aufseiten der Bulldogs. Gegen Znojmo wollen sie heute da weitermachen, wo sie am Freitag aufgehört haben.

Von Hannes Mayer

Es waren die verrücktesten 77 Sekunden dieser Saison im Messestadion. In den beiden Schlussminuten der Partie gegen Villach saßen am Freitag zwei Dornbirner auf der Strafbank. Da die Draustädter auch noch Goalie Lukas Herzog vom Eis nahmen, drängte der VSV in dreifacher (!) Überzahl auf den 3:4-Anschlusstreffer. „Es war wirklich verrückt“, unterstreicht Kevin Schmidt und muss lachen, wenn er sagt: „Wir haben zu dritt neben unserem Goalie die Torlinie abgedeckt und dafür gekämpft, kein Tor zu bekommen.“

Dornbirns Nummer zehn sorgte aber auch höchstpersönlich dafür, dass Villach der Anschlusstreffer nicht gelang. ­Schmidt kratzte in der Schlussminute die Scheibe von der Linie. Augenblicke später war klar: Dornbirns Chance aufs Play-off ist nach dem dritten Sieg in Folge so groß wie nie in dieser Spielzeit – und für den VSV die Saison am Dienstag vorbei. Wohl deshalb attackierte Villachs offensichtlich gefrusteteter Verteidiger Stefan Bacher 17 Sekunden vor der Schlusssirene ohne Scheibe DEC-Kapitän Niki Petrik. Es entwickelte sich eine Rauferei, für die beide eine Spieldauerdisziplinarstrafe bekamen. Weil es Petriks zweite in dieser Saison ist, fehlt er heute.

Kraft tanken. Doch davon wollen sie sich bei den Bulldogs nicht beirren lassen. „Dann springt eben ein anderer für ihn ein“, sagt DEC-Manager Alexander Kutzer kämpferisch. Headcoach Dave MacQueen betont bewusst martialisch: „Wer immer uns totgesagt hat, der hat sich geirrt. Das Spiel am Freitag war eine Schlacht, und wir haben sie gewonnen.“ Weil auf die Bulldogs heute ziemlich sicher das nächste „Höllenspiel“ wartet und sie dafür bei Kräften sein müssen, versammelte der Coach seine Spieler gestern nur kurz um sich. Und verordnete ihnen für den Rest des Tages Ruhe.

Klar ist: Die Dornbirner haben seit Freitag ihr Schicksal in der eigenen Hand. Zumal Graz, Hauptkonkurrent um einen Play-off-Platz, das viel zitierte Momentum verloren hat und in drei der letzten fünf Partien nicht punktete. Dass den 99ers heute im Parallelspiel bei Fehervar erneut kein voller Erfolg gelingt, ist gar nicht unwahrscheinlich. Doch das würde den Bulldogs vor dem direkten Duell mit den Murstädtern am Dienstag nur bei einem eigenen Sieg in 60 Minuten weiterhelfen.

Für die Dornbirner spricht, dass sie auf den Punkt in Topform sind. Goalie Florian Hardy schwächelte zum Beispiel über den gesamten Grunddurchgang hinweg. In der Zwischenrunde ist der Franzose mit einem Gegentorschnitt von 2,125 Toren unübertroffen. In den letzten drei Partien ließ er gar nur vier Gegentreffer zu. Noch vor Wochen wären solche Werte von Hardy illusorisch gewesen. Oder James Livingston. Im Herbst ob seiner Unform ein Streichkandidat, hat der 26-jährige Winger im neuen Jahr sein Eishockey-Herz wieder in beide Hände gepackt. In den letzten 12 Spielen gelangen ihm 13 Scorerpunkte – 5 Tore, 8 Assists.

Entschlossenheit. Doch letztlich ist es die neue Geschlossen- und Entschlossenheit, die Dornbirn „on fire“ sein lässt. Plötzlich feuern sie, wie von MacQueen seit jeher gepredigt, die Scheibe hemmungslos aufs Tor ab. Plötzlich zeigen sie Präsenz im Slot und warten auf Abpraller. Plötzlich ist jeder bereit diesen einen Schritt mehr zu machen als noch im Herbst. Darum können sich die Bulldogs heute den Matchpuck für die Play-off-Quali holen. Es wäre ein Aufstieg wie von Phoenix aus der Asche. Oder, um es mit MacQueen zu sagen: Der Beweis, dass Totgesagte länger leben.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.