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Das Ziel vor dem Abgrund anvisiert

Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.Jochen Dedeleit (3)

Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.

Jochen Dedeleit (3)

Der Hohe Kasten in der Schweiz war Schauplatz eines Hochsprungbewerbs der besonderen Art. Alysbeth Felix-Boxer siegte mit Dominque Good gegen Jeremy Taiwo und Kevin Oeler.

Von Jochen Dedeleit

Höhenflüge in einer einzigartigen Atmosphäre versprach der Moderator des „Jump and view“ am späten gestrigen Nachmittag auf dem Hohen Kasten. Und zweifelsohne sollte der Mann Recht behalten, denn wohl selten haben sich vier Leichtathleten vor solch einer großartigen Kulisse beim Hochsprung austoben können.

Siebenkämpferin Alysbeth Felix-Boyer aus Puerto Rico tat sich in einem Duell Frauen gegen Männer mit der Schweizer Vizemeisterin im Hochsprung Dominique Good vom STV Oberriet-Eichenwies (Bestleistung 1,79 m) zusammen, an die Seite des an der Hand verletzten Zehnkämpfers Jeremy Taiwo aus den USA gesellte sich Kevin Oeler (KTV Altstätten), der den Schweizer Gesa-Cup heuer zum zehnten Mal in Folge gewinnen will.

Luftige Höhen. Die Eidgenossen kamen nach ihrem Event „Jump and sound“ vor zwei Jahren auf die Idee, zusammen mit den Organisatoren des am Wochenende stattfindenden 43. Hypo-Mehrkampf-Meetings dieses Spektakel in luftigen Höhen zu präsentieren. Auf die Aussichtsplattform des 1794 Meter hohen Hohen Kastens wurde eine Hochsprungmatte gestellt, und fertig war ein Wettkampfort der besonderen Art.

Die zahlreich angereisten Leichtathletikfans, unter ihnen auch die beiden Bürgermeister der Partnergemeinden Götzis und Altstätten, sollten die Athleten förmlich in die Höhe peitschen. Dies war insofern schwierig, da der höchste Berg Puerto Ricos noch nicht einmal 1400 Meter hoch ist und Alysbeth Felix-Boyer im Vorfeld so ihre Bedenken hatte. Die Angst hielt dann doch nicht Einzug und so behielten die Frauen auch die Oberhand über das sogenannte starke Geschlecht.

„Es ist ihr hoch anzurechen, dass sie sich für das Event zur Verfügung gestellt hat. Die Athleten sind in der Wettkampfwoche bereits in ihrem Rhythmus und lassen sich auf nur wenige Dinge ein. Wir haben von den Ladys etliche Absagen bekommen“, meinte Walter Weber, Athletenmanager des Mehrkampf-Meetings.

Jeremy Taiwo wird aufgrund einer Handverletzung nicht an der 43. Auflage des Weltklasse-Stelldicheins teilnehmen, scheiterte aber als hervorragender Hochspringer (pB 2,21) bereits an der Höhe von 2,05 Metern. Die Bedingungen beim Aufwärmen (lange Wartezeit an der Seilbahnstation und der Bahn selbst) sowie am Wettkampfort (Anlauf Richtung Abgrund) waren für alle gewöhnungsbedürftig wie wohl auch einmalig.

Dass für dieses Spektakel mit Ausnahme des Hauptsponsors auf österreichischer Seite kein weiterer Sponsor aufzutreiben war (auf Schweizer Seite Zünd MobilCenter und Seilbahn Hoher Kasten), zeigt die Misere des weltbesten Mehrkampf-Meetings ein weiteres Mal auf. „Früher war es etwas leichter, heute ist die Konkurrenz im Sport doch eine andere“, meinte Meeting-Gründer Konrad Lerch, dem der zeitgleich angesetzte Frauenlauf in Bregenz ebenso sauer aufstößt wie dem gesamten Götzner OK-Team.

Schnelle Bahn. Der Bregenzer nützte nicht nur die Zeit vor der Abfahrt in die Schweiz, sich die neue Laufbahn im Möslestadion genauer anzuschauen, „sie macht einen guten Eindruck, die Läufe und auch Sprünge am Wochenende werden es aber erst zeigen. Ein Vergleich mit der besten 100-Meter-Zeit eines Zehnkämpfern, der 10,15 vom vergangenen Jahr von Damian Warner, wäre aber weniger angebracht. Die Bahn ist für schnelle Zeiten und fürs Training geeignet, und darauf muss eine Gemeinde schließlich schauen“, so Lerch.

Die Schweizer Mehrkämpfer werden am kommenden Samstag und Sonntag kaum eine größere Rolle spielen, Ellen Sprunger musste ihren Start gar absagen. Haushohe Favoritin ist Olympiasiegerin Nafissatou Thiam (BEL), die mit einer Bestleistung von 6810 Punkten anreist.

Alysbeth Felix-Boyer, so hatten die Moderatoren auf dem Hohen Kasten in einem Interview in hochdeutscher, englischer, spanischer und schwizerdütscher Sprache schlussendlich herausgefunden, nimmt sich eine klare Verbesserung ihrer Bestmarke von 6124 Punkten vor und will mindestens 6200 Zähler erreichen.

Damian Warner (CAN) ist das Pendant von Thiam bei den Männern, der Olympiadritte von 2016 dürfte nur schwer zu schlagen sein. Höchstens dem Silbernen von Rio hätte dies gelingen können, doch der Franzose Kevin Mayer verzichtet zugunsten der WM von London auf einen Einsatz im Mehrkampf-Mekka. Auch hier schlug Konrad Lerch in die gleiche Kerbe wie seine Nachfolger. „Es ist mir gänzlich unverständlich, dass jemand nur ein Mal im Jahr antritt, obwohl er sechs Stunden täglich trainiert. Das wäre ja so, wie wenn ein Abfahrer sagen würde, er fährt heuer nur die Hahnenkamm-Abfahrt.“

Heute ab 15 Uhr findet Am Garnmarkt der bereits traditionelle Kids Athletics Cup mit weiteren Topstars des Meetings statt.

<p class="caption">Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.</p><p class="credit">Jochen Dedeleit (3)</p>

Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.

Jochen Dedeleit (3)

<p class="caption">Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.</p><p class="credit">Jochen Dedeleit (3)</p>

Kevin Oeler (l.) und Dominique Good (r.) sind die Kulisse gewohnt. Für Alysbeth Felix-Boyer war es eine neue Erfahrung.

Jochen Dedeleit (3)

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