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„Spiel nicht gegen den Namen“

Dominic Thiem steht heute im Halbfinale von Paris gegen Sandplatzkönig Rafael Nadal vor seiner nächsten Reifeprüfung.

Von Alexander Tagger

Dominic ist ein außerordentlicher Spieler und wird es noch weit nach oben schaffen.“ Das sagt Boris Becker. „Für mich ist Thiem der Nächste, der hier nach oben kommen wird. Allerdings glaube ich nicht, dass er schon heuer gewinnt. Drei große Kaliber in Folge sind noch zu viel für ihn.“ Das sagt John McEnroe. Die beiden Tennislegenden sind also voll des Lobes für den Österreicher. Auch, wenn „Big Mac“ dem Lichtenwörther dieses Jahr noch nicht den ganz großen Wurf zutraut.

Um diesen trotzdem zu schaffen, muss der 23-Jährige im heutigen Halbfinale der French Open (das Spiel steigt nach dem ersten Halbfinale zwischen Andy Murray und Stan Wawrinka nicht vor 15.30 Uhr, ORF eins live) Sandplatzkönig Rafael Nadal aus dem Weg räumen. Geht man nach den nackten Zahlen (14 Grand-Slam-Trophäen aufseiten Nadals, null bei Thiem), so gleicht das Duell jenem zwischen David und Goliath. Doch Thiem ist längst kein David mehr. Das weiß etwa der 12-fache Grand-Slam-Sieger Novak Djokovic, der hier im Viertelfinale gegen den Österreicher klar den Kürzeren zog und erst zum zweiten Mal in seiner Karriere den letzten Satz zu null abgeben musste. Und das weiß auch Nadal, der im Rom-Viertelfinale gegen Thiem seine heuer bislang einzige Niederlage auf Sand einstecken musste und über den Österreicher sagt: „Ein kompletter Spieler mit unglaublich harten Schlägen.“

Doch wie könnte es heute für den Weltranglisten-Siebenten (sollte er verlieren, fällt er im Ranking auf Platz acht zurück, bei einem Sieg wäre er erstmals die Nummer sechs) mit der Sensation klappen? „Ich muss den perfekten Tag erwischen. Ich werde versuchen, ihm nicht die Chance zu geben, sich mit seiner gefährlichen Vorhand positionieren zu können. Außerdem muss ich wie in Rom aggressiv und schnell spielen. um ihn vor Schwierigkeiten zu stellen. Aber das ist natürlich mit einem großen Risiko verbunden.“

Und sein Trainer Günter Bresnik: „Schön wäre es für mich, wenn die Fitness entscheidet. Denn das würde bedeuten, dass die Partie lange dauert und Dominic gut spielt. Und spielt Dominic gut, dann wird es eine richtige Schlacht“, prophezeit der Wiener, der anhängt, „dass viel vom ersten Satz abhängen wird.“ Beim letzten Training hätte sein Schützling auf alle Fälle einen „Mega-Touch“ gehabt. „Hat er den im Match auch, wird er für Nadal eine große Herausforderung.“

Dass Thiem hier in Paris sein zweites Grand-Slam-Halbfinale erreicht hätte, sei toll, „doch Dominic will unbedingt mehr. Nach seinem Sieg über Djokovic – und das war immerhin einer der größten seiner bisherigen Karriere – hat er sich gar nicht mehr mit dem Triumph beschäftigt, sondern gleich vom Halbfinale gesprochen. Er will immer noch einen draufsetzen.“ Apropos Djokovic. Vor der Partie hat Bresnik zu Thiem gesagt: „Spiel nicht gegen den Namen, spiele gegen den Menschen.“ Das gelte für Nadal natürlich auch.

Klar ist, dass Thiem im Philippe Chatrier als „Gast“ auftritt, spielte er doch erst einmal auf dem Center-Court des Stade Roland Garros – nämlich 2014 bei seiner Zweitrunden-Niederlage gegen Nadal. Der Spanier ist auf diesem Platz hingegen zu Hause, sank dort bereits neun Mal nach einem gewonnenen Finale zu Boden. Ein nicht zu unterschätzender Vorteil für den Mallorquiner, kommen die Dimensionen mit dem weiten Auslauf hinter der Grundlinie laut Bresnik dem Spiel Nadals doch entgegen. Allerdings macht sich Thiem diesbezüglich keine Sorgen, denn „der Platz selbst hat ja schließlich dieselbe Größe wie jeder andere.“

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