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Schalke feuert Weinzierl

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Schalke hat auf die schwache Vorsaison reagiert und Trainer Markus Weinzierl entlassen. Sein Nachfolger wird der erst 31-jährige Domenico Tedesco. Leverkusen präsentierte mit Heiko Herrlich ebenfalls einen neuen Trainer.

Von Hannes Mayer

Eigentlich sollte Markus Weinzierl den schlafenden Riesen Schalke wieder zum Leben erwecken. Mit keiner geringeren Mission trat der einstige Augsburger Erfolgscoach im Sommer 2016 seine Arbeit auf Schalke an. Zumal die Gelsenkirchner mit Breel Embolo den Wunschstürmer für rund 23 Millionen Euro vom FC Basel losgeeist hatten. Und auch die Transfers von Daniel Caligiuri, Coke und Benjamin Stambouli sowie die Leihen von Abdul Rahman Baba, Nabil Bentaleb und Yevhen Konoplyanka waren Ausrufezeichen. Doch es kam alles ganz anders. Embolo zog sich am siebten Bundesliga-Spieltag einen Wadenbeinbruch zu. Als er im März auf dem Weg zurück war, setzte den Schweizer ein Knochenödem außer Gefecht. Er fiel für den Rest der Runde aus. Kritiker warfen Weinzierl vor, dass er eine schnelle Rückkehr von Embolo erzwingen wollte.

Vor allem aber die spielerische Armut der Schalker machte Weinzierl angreifbar. Die Knappen rutschten im Verlauf der Rückrunde gar in den erweiterten Kreis der Abstiegskandidaten – und ließen sich im Viertelfinale der Europa League in der Verlängerung von dezimierten Amsterdamern auskontern. Was einem taktischen Offenbarungseid glich. Denn ob einer 3:0-Führung standen sie zu diesem Zeitpunkt – trotz einer 0:2-Hinspielniederlage – mit eineinhalb Beinen im Halbfinale. Mit sechs Punkten aus den letzten fünf Ligaspielen konnte Weinzierl die Abstiegsgefahr bannen, aber eigentlich waren die Königsblauen ja mit ganz anderen Zielen in die Saison gestartet. Und so überrascht die jetzige Trennung vom 42-Jährigen nicht. „Wir haben die gesamte Saison auf den Prüfstand gestellt“, ließ Sportvorstand Christian Heidel gestern wissen: „Das Ergebnis unserer Überlegungen ist, dass wir Veränderungen vornehmen müssen. Dies beinhaltet auch eine Neubesetzung der Position des Chef-Trainers.“

Senkrechtstarter. Doch auch Heidel steht längst unter Zugzwang. Er war ebenfalls im Sommer 2016 mit großen Vorschusslorbeeren nach Gelsenkirchen gewechselt und sollte die Knappen neu erfinden. Mit der Verpflichtung von Weinzierl wollte er den ersten Schritt machen. Dementsprechend unantastbar war Weinzierl lange Zeit für ihn. Bis er vom Trainer für seine Transfer-Politik öffentlich kritisiert wurde. Danach rückte Heidel immer mehr von Weinzierl ab. Jetzt also die Entlassung, mit der sich Heidel durchaus auch selbst aus der Schusslinie nehmen will. Denn auch der einstige Mainz-Macher konnte bislang die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen.

Seine Nachbesetzung für Weinzierl muss sitzen – angesichts dessen wirkt die Verpflichtung des erst 31-jährigen Deutsch-Italieners Domenico Tedesco noch riskanter, als sie bereits auf den ersten Blick erscheint. Tedesco kommt mit der Erfahrung von nur elf Profispielen als Trainer vom Zweitligisten Aue in den Ruhrpott. Der Jungtrainer hat sich lediglich im Nachwuchs einen Namen gemacht.

Bayern vor Mega-Transfer. Derweil gab es gestern weitere Trainerentscheidungen in Deutschland. Leverkusen präsentierte Heiko Herrlich als neuen Übungsleiter – eine kaum weniger riskante Entscheidung als jene von Schalke. Herrlich führte zuletzt Regensburg in die 2. Liga, davor war sein Erfolg im Nachwuchsbereich sowie bei Bochun und in Unterhaching aber sehr überschaubar.

In Hoffenheim wiederum hat Julian Nagelsmann bis 2021 verlängert. Und die Bayern präsentierten mit Ex-Spieler Willy Sagnol einen neuen Assistenz-Trainer – der Franzose unterschrieb einen Zwei-Jahres-Vertrag. Außerdem stehen die Bayern dicht vor der Verpflichtung eines weiteren Franzosen. Der offensivstarke Mittelfeldspieler Corentin Tolisso soll schon in den nächsten Tagen für 40 Millionen aus Lyon kommen.

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