Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Großkundgebung für den Präsidenten

Der Confederations Cup als Generalprobe für die Fußballweltmeisterschaft 2018 in Russland spielt Staatschef Wladimir Putin in die Hände. Die WM wird sein nächstes Prestigeprojekt. Sondererlässe werden zwar kritisiert, aber hingenommen.

Wladimir Putin spielt an Tagen wie diesen liebend gern den Sportsmann. Der sogenannte Confederations Cup wird heute angepfiffen, und damit soll der Weg bereitet werden für die Fußballweltmeisterschaft 2018. Er hoffe, so meinte der Staatschef, auf einen positiven Effekt für den Fußball und den gesamten Sport in seinem Land. Mit solchen öffentlichen Erklärungen ernennt sich Putin zum Verteidigungsminister für seine Prestigeprojekte, schließlich ist die WM nach den Olympischen Spielen die nächste internationale Großkundgebung im Herrschaftsgebiet des Machthabers.

Da beim Confed Cup nichts passieren darf, was den Plänen Putins und natürlich auch jenen des Fußballweltverbands FIFA zuwiderläuft, werden fast schon wie selbstverständlich spezielle Vorkehrungen aufgrund von Sondererlässen getroffen. Dass justament die Anschläge in westlichen Großstädten Russlands starkem Mann als Vorlage für verschärfte Maßnahmen dienen, entbehrt nicht einer gewissen Ironie. Der Erlass sieht vor, dass öffentliche Versammlungen samt und sonders vom Inlandsgeheimdienst genehmigt werden müssen. Nationale Rechtsexperten sehen darin einen klaren Verstoß gegen die Verfassung. Allerdings waren schon anlässlich der Olympischen Spiele 2014 in Sotschi ähnliche Maßnahmen ergriffen worden.

Gravierende Auswirkungen der Verschärfungen waren schon am vergangenen Wochenende zu erkennen. Die Polizei ging in den Großstädten massiv gegen Tausende Demonstranten vor, der Oppositionelle Alexei Nawalny wurde fest- und für 30 Tage in Haft genommen. Andererseits zeigen sich Fan-Beauftragte überzeugt davon, dass es auch positive Auswirkungen gebe. So werde die Hooliganszene zurückgedrängt, Ausschreitungen seien nicht zu befürchten.

Da fühlen sich die Politiker dann bestätigt, wie etwa der kürzlich aus dem FIFA-Rat verbannte russische Vizepremier Witali Mutko. Rassistische Ausfälle rund um den Fußball habe man „im Griff“, so Mutko. „Die FIFA und die UEFA überwachen uns permanent. Glauben Sie, sie hätten uns den Zuschlag zur Weltmeisterschaft gegeben, wenn sie in dem Bereich Probleme sehen würden? Die Versuche, aus Russland ein gefährliches Land zu machen, uns schlechtzureden, kennen wir schon. Das haben wir auch in Sotschi vor den Olympischen Spielen gesehen“, sagte der WM-Cheforganisator über die Sicherheitsthematik.

Vom Sicherheitspaket eingeschnürt werden auch ausländische Besucher, nicht nur jene, die des Fußballs wegen nach Russland reisen. Binnen 24 Stunden müssen sich Touristen in Moskau, St. Petersburg, Kasan und Sotschi bei der lokalen Polizei registrieren lassen.

Artikel 1 von 1
Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.