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Noch sorgt die „Revolution“ für Verwirrung

Der Confederations Cup ist plötzlich doch großes Thema – hauptsächlich wegen des Einsatzes des Videoschiedsrichters.

Der Confederations Cup, also die Generalprobe für die WM 2018 in Russland, stellt die erste große Bewährungsprobe für den VAR, den „Video assistant referee“ (Videoschiedsrichter) dar. Und gleich zum Auftakt sorgte der VAR für heftige Diskussionen, wenngleich, so viel sei vorweggenommen, jede der Entscheidungen des neuen Assistenten korrekt war.

Im Duell Portugal gegen Mexiko zappelte der Ball im Netz der Mexikaner, der Europameister von 2016 jubelte. Sowohl der Unparteiische auf dem Feld als auch sein Linienrichter gaben das Tor. Eine Minute später dann aber doch das Signal des Schiedsrichters: Abseits, kein Tor. Es war eines von vier möglichen Szenarien, bei denen der VAR eingreifen kann/darf/soll.

Bei Toren, Elfmetern, Roten Karten und wenn der falsche Spieler eine Karte bekommt, kann die Szene durch den Videoassistenten nämlich angeschaut und analysiert werden. Nicht immer in Zeitlupe – das soll er nur, wenn es sich um eine Tätlichkeit oder ein Handspiel handelt. Dabei sitzt der Hilfsschiedsrichter, der entweder ein ehemaliger oder noch aktiver Unparteiischer ist, in einem Videoraum vor zahlreichen Monitoren.

Entweder der Unparteiische auf dem Spielfeld bittet den VAR um Rat oder der VAR wendet sich von selbst an den Schiedsrichter am Rasen. In ganz heiklen Fällen schaut sich der Schiedsrichter am Spielfeldrand die Szene noch einmal selbst auf Video an. Während im Falle des Portugal-Treffers die Aufregung gering war, wurde es in der Partie Kamerun gegen Chile schon verwirrender.

In der Nachspielzeit erzielte Eduardo Vargas das 2:0 für die Südamerikaner. Nach einem Konter (siehe Bild oben) ließ der Schiedsrichter den Angriff weiterlaufen. Nachdem der Ball im Tor war, hob der Assistent doch die Fahne. Der VAR hatte wohl einen Funkspruch abgegeben, mithilfe der Linien ein Abseits gesehen. Nach einer Minute Beratung dann die Entscheidung: Der Treffer zählte doch.

Bei Toren oder Elfmetern kann man nämlich bis zum Ballgewinn der angreifenden Mannschaft zurückschauen, um ein mögliches Vergehen mittels Videobeweis zu ahnden. Erzielt Team A beispielsweise ein Tor, hat es im Angriff aber in der eigenen Hälfte ein Foulspiel begangen, kann der Treffer im Nachhinein aberkannt werden.

„Es war ein wenig verwirrend. Wenn es ein wenig schneller gehen würde, wäre es gut für den Fußball“, sagte Kameruns Sebastien Siani. Fernando Santos, Trainer der Portugiesen, gibt zu: „Wenn es dem Fußball hilft, super. Allerdings versteht niemand den Videobeweis.“

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