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Emotionen und kein Rasenschach

Altach Trainer Klaus Schmidt möchte am Donnerstag im Hinspiel der Euro­pa-League-Qualifikation in Georgien gegen Chikhura Sachkhere „den Himmel brennen lassen“.

Von Sebastian Rauch

Für den SCR Altach beginnt am Donnerstag der Ernst des Lebens. Für die Truppe von Neo-Trainer Klaus ­Schmidt steht am Donnerstag in der georgischen Hauptstadt Tiflis das erste Pflichtspiel der neuen Saison auf dem Programm. In der ersten Runde der Europa-League-Qualifikation heißt der Gegner Chikhura Sachkhere. Die Mannschaft aus der georgischen 6000-Einwohner-Stadt muss, ähnlich wie Altach 2015 in Inns­bruck, die Europacup-Spiele in Tiflis austragen, da das eigene Stadion den UEFA-Vorgaben nicht entspricht.

Wenig Zuschauer erwartet. Ein Hexenkessel wird die Altacher daher im Nationalstadion, in welchem 54.000 Menschen Platz finden, nicht erwarten. Der Fanzustrom aus dem rund 175 Kilometer entfernten Sachkhere wird überschaubar sein. Aus Altach reist eine Delegation von circa 85 Personen, inklusive Mannschaft, nach Tiflis.

„Wenn uns kein Hexenkessel erwartet, ist es einerseits aufgrund der Emotionalität schade, aber auf der anderen Seite ist es positiv, dass wir nicht gegen 15.000 Georgier kämpfen müssen“, ist Schmidt nicht unbedingt beleidigt, dass der Kartenvorverkauf für das Spiel nur schleppend läuft. Kämpfen werden die Altacher ohnehin auf dem Platz schon genug müssen. Spieler und Trainer erwarten ein hartes Spiel und scheuen vor einer überaus martialischen Sprache nicht zurück. So spricht Benedikt Zech von „Krieg“, den ihn und seine Kollegen in Georgien erwarten würde. Und auch Trainer ­Schmidt bedient sich dieser Ausdrucksweise.

„Wir erwarten Krieger, die sehr stolz sind und für die es mindestens die gleiche Ehre ist, im Europacup zu spielen, wie für uns. Eine Mannschaft mit einem immensen Nationalstolz. Die werden bis auf die Zähne bewaffnet sein, auf alles draufhauen was sich bewegt und sich sehr teuer verkaufen. Daher sind wir auf alles vorbereitet“, sagt der Steirer über Sachkhere.

Taktisch gesehen erwartet der Altacher Übungsleiter einen Opponenten, der auf Ballbesitzfußball ausgerichtet ist, jedoch auch Stärken im Umschaltspiel hat. Vorteil für die Osteuropäer ist der Spielrhythmus, in welchem sie sich befinden. Während die Vorarlberger gerade einmal zweieinhalb Wochen der Vorbereitung in den Beinen haben, sind die Georgier mitten in der Meisterschaft. Das mache die Angelegenheit laut Schmid „zwar schwieriger“, jedoch sieht der Trainer seine Spieler in puncto individueller Klasse im Vorteil. Außerdem hofft Schmidt, dass seine Mannschaft über die Emotion über sich hinauswachsen kann.

Himmel wird brennen. Bereits am Samstag im Test gegen St. Gallen war er vom Feuer, mit welchem seine Mannen zu Werke gegangen waren, sehr angetan. Ähnliches will der 49-Jährige auch am Donnerstag sehen: „Wenn wir so zünden wie im letzten Test gegen St. Gallen, dann brennt in Tiflis der Himmel. Dann lassen wir es rauchen. Ich hoffe, dass es keine Schachpartie wird, sondern eine Emotionspartie. Weil wir diese Art zu spielen forcieren und leben wollen.“ Gegen die Schweizer spielte ­Schmidt mit Viererkette, ließ Zech und Kapitän Netzer als Innenverteidiger auflaufen. Der Ausfall von Jan Zwischenbrugger, der aufgrund einer Entzündung im Knie die gesamte Vorbereitung verpasst hat und erst am Sonntag wieder ins Training einsteigen soll, lässt kaum eine andere Aufstellungen zu.

„In der Verteidigung ist die Personaldecke aufgrund der Ausfälle ein wenig dünn. Aber mit Netzer und Zech im Zentrum der Viererkette habe ich zwei Spieler, die gut aufbauen können. Der eine räumt mit seinem Kopfballspiel in der Luft alles ab und der andere kann laufen wie ein Windhund. Eine gute Mischung, die mir gefällt“, befindet der Altacher Trainer.

Zusammenhaltsgefühl. Die Reise nach Georgien dient den Altachern in dieser frühen Phase der Saison auch ein wenig als Team-Building-Maßnahme. Da mit einer Chartermaschine geflogen wird, kann Schmidt auch mehr als nur die 18 Spieler mitnehmen, die dann aktuell auf dem Blankett stehen werden. Ziel ist es, den Zusammenhalt weiter zu vertiefen und eine eingeschworene Truppe bis zum Meisterschaftsstart zu formen. Aus diesem Grund reist auch der verletzte Keeper Andreas Lukse mit nach Tiflis. Als moralische Unterstützung sozusagen.

Der Klub und alle Beteiligten brennen darauf. Der Großteil des Kaders kennt allerdings die Situation, waren doch Netzer und seine Kollegen bereits vor zwei Jahren in der Europa-League-Qualifikation dabei. Neuland ist es hingegen für Schmidt. „Ich bin gerade einmal zweieinhalb Wochen im Amt und habe mein erstes Pflichtspiel auf internationaler Bühne. Das ist positiv komisch, aber irgendwie nicht wie im echten Leben“, erlebt der Steirer gerade surreale Tage. Noch unwirklicher würde es wohl werden, wenn Altach in Tiflis als Sieger vom Platz gehen würde. Doch bis es eventuell so weit ist, stehen den Altachern noch aufregende 90 Minuten ­bevor.

<p class="caption">Trainer Klaus Schmidt (unten) und seine Spieler hoffen auf ein emotionsgeladenes Spiel in Georgien. GEpa</p>

Trainer Klaus Schmidt (unten) und seine Spieler hoffen auf ein emotionsgeladenes Spiel in Georgien. GEpa

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