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„Ich will wissen, wie weit es gehen kann“

Adi Hütter sorgt in der Schweiz mit den Young Boys Bern für Furore. Ein Gespräch über die Tabellenführung, die Gründe des Erfolgs und die Teamchef-Frage. Von Albin Tilli

In der Schweiz wurde Basel acht Mal in Folge Meister. Kommt es in dieser Saison – dank Adi Hütter und Young Boys Bern – zur Wachablöse?

ADI HÜTTER: Wir sind Tabellenführer, haben aber erst elf von 36 Runden gespielt. Doch es stimmt: Der Traditionsverein Young Boys wartet seit mehr als 30 Jahren auf einen Titel. Der Hauptstadtklub ist sehr gut geführt und beliebt, hat emotionale Fans. Alle lechzen nach einem Titel.

Ein Bericht aus 2015 lieferte folgende Budgetzahlen: Basel rund 90 Millionen Euro, Young Boys rund 30 Millionen Euro. Stimmen diese Zahlen?

Ich denke, dass die Budgets mittlerweile etwas angestiegen sind. Aber die Relation wird nach wie vor dieselbe sein.

Die Mutter aller Fragen: Wie unterscheidet sich der Fußball in Österreich von dem in der Schweiz?

Nicht groß. In beiden Ländern wird eine Zehnerliga gespielt. Die Schweiz hat um die Spur die Nase vorn. In der Schweiz setzt man aufgrund der wirtschaftlichen Möglichkeiten eher auf routinierte Spieler.

Was macht Adi Hütter richtig?

Entscheidend ist: Hast du einen Plan bei Ballbesitz? Bist du handlungsschnell? Im internationalen Fußball bleibt nur sehr wenig Zeit. Dementsprechend trainieren wir. Meine Mannschaften spielen schnell und dynamisch nach vorne. In der Schweiz habe ich – inklusive Europacup – einen Schnitt von 1,86 Punkten pro Spiel. Diese Statistik macht mich schon stolz.

Geht mit dem sportlichen Erfolg der wirtschaftliche einher?

Unser Zuschauerschnitt ist seit 2015 von knapp 17.000 auf rund 20.000 gestiegen. Im Sommer haben wir Denis Zakaria zu Mönchengladbach transferiert – der teuerste Verkauf der Vereinsgeschichte (Anm. um 12 Millionen Euro). Wir erwirtschafteten einen ordentlichen Transferüberschuss. Das ist unsere Philosophie – und Teil des Budgets: junge Spieler entwickeln und gewinnbringend weiterzuverkaufen.

Ein wichtiger Punkt: Menschenführung. Liegt im Fußball nicht ein sehr großes Feld brach?

Richtig! Ich vergleiche es mit dem Schweizer Kreuz in der Nationalflagge. Der Trainer steht im Zentrum, kommuniziert nach oben zum Vorstand, nach links und rechts zu Sponsoren, Fans und Medien, nach unten zur Mannschaft. Als Trainer bist du Führungsperson, brauchst soziale Kompetenz – ein Bereich, der mich sehr interessiert.

Sie sollen auf der Teamchef-Liste von Peter Schöttel stehen. Hat Sie der ÖFB kontaktiert?

Natürlich interessiert mich dieses Thema auch. Ich möchte es aber nicht kommentieren. Wer von wem ins Spiel gebracht wird, habe ich nicht verfolgt. Wir haben in den nächsten Wochen sieben wichtige Spiele.

Welche Matches stehen demnächst an?

Unter anderem die beiden Europa-League-Spiele gegen Dynamo Kiew, das Derby im Cup-Achtelfinale gegen Münsingen und im November die Meisterschaftsspiele gegen Basel und unseren Verfolger FC Zürich.

Was macht Adi Hütter in der Schweiz, wenn er nicht arbeitet?

Viel Zeit bleibt eh nicht. Ich schalte aber auch da beim Fußball ab, schau mir gerne den französischen und italienischen Fußball an. Die Spielweise von Napoli gefällt mir zum Beispiel irrsinnig gut.

Stehen solche Top-Ligen auf Ihrem Karriereplan?

Mein Vertrag läuft im Sommer aus, wir sind in Gesprächen. Ich denke derzeit aber nicht weiter voraus. Grundsätzlich möchte ich schon wissen, wie weit es als Trainer gehen kann. Die Prüfungen dafür habe ich aber ohnehin jeden dritten, vierten Tag auf dem Platz.

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