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„Sie laufen bei jedem Ball um ihr Leben“

Klaus Schmidt in gewohnter Pose am Spielfeldrand. GEPA

Klaus Schmidt in gewohnter Pose am Spielfeldrand. GEPA

Interview. Vor dem Spiel gegen den WAC (heute, 18.30 Uhr) spricht Altach-Trainer Klaus Schmidt über mangelnde Geschwindigkeit, den Kader und Stefan Nutz.

Von Sebastian Rauch

Einigen Akteuren wie Stefan Piesinger oder Stefan Nutz fehlt es an Grundgeschwindigkeit. Ist das ein Problem?

Klaus Schmidt: Wir haben mit diesen Spielern in den vergangenen Monaten sehr gute Erfolge gefeiert und sind gut zurechtgekommen. Mit Piesinger in der Startelf haben wir bis auf das Spiel gegen die Wiener Austria keine Partie verloren. Bei diesen Spielern haben wir nach anderen Qualitäten gesucht und das Kollektiv so zusammengestellt, dass wir ohne die Raketen durchkommen.

Dennoch wäre Tempo nützlich.

Schmidt: Natürlich tut uns eine gewisse Geschwindigkeit gut, wie jeder anderen Mannschaft auch. Durch den Abgang von Ngamaleu haben wir in diesem Bereich viel verloren. Deswegen müssen wir auf andere Tugenden zurückgreifen. Und mit Gebauer, Tekpetey und Honsak haben wir auch sehr schnelle Spieler in unseren Reihen. Wir sind daher nicht ganz schlecht aufgestellt, aber es könnte besser sein.

In der Transferzeit wollte die Vereinsführung den ein oder anderen Spieler mehr verpflichten, hat das am Ende aber nicht gemacht. War das ein Fehler?

Schmidt: Wir haben einen sehr ausgeglichenen Kader, aber man kann sich natürlich immer irgendwo verbessern. Aber man muss sich auch nach der Decke strecken. Mit den Abgängen von Ngamaleu und Galvao, die sehr spät in der Transferphase über die Bühne gegangen sind, war uns das Risiko zu groß, kurzfris­tig noch einen Transfer zu tätigen, der uns am Ende vielleicht nicht weiterhilft. Wir haben uns entschieden, mit der Mannschaft, die ohne Frage ihre Qualität hat, zu arbeiten. In Spielen wie gegen Rapid oder Sturm haben wir uns gut verkauft und auch in der zweiten Hälfte gegen die Admira nicht schlecht gespielt. Und da hatten wir auch nicht die Raketen auf dem Platz. Aber jeder Trainer hätte gerne viele schnelle Spieler. Aber die kosten Geld und wachsen nicht auf den Bäumen.

Sie haben angekündigt, den gelernten Innenverteidiger Jan Zwischenbrugger gegen den WAC im zentralen defensiven Mittelfeld spielen zu lassen. Warum nicht Valentino Müller?

Schmidt: Er wird seine Minuten und Möglichkeiten bekommen. Wir haben innerhalb einer Woche drei Spiele und Müller hat in Graz beim 0:0 ein überragendes Spiel gemacht. Daher kann man davon ausgehen, dass er in einem dieser drei kommenden Matches wieder in der Startelf steht.

Sie haben gegen die Admira Bernard Tekpetey von Beginn an spielen lassen. Haben Ihnen dadurch die offensiven Optionen auf der Bank gefehlt?

Schmidt: Es ist so, dass Mahop noch nicht so im Saft steht und erst seit zwei Wochen wieder trainiert. Damit ist er keine hundertprozentige Alternative. Aber Mahop hat Qualität ebenso wie Grbic, wie man im Cup gesehen hat. Das braucht eben Zeit. Wir haben keine Mannschaft, die von Haus aus wegstartet und vor Selbstvertrauen strotzt. Wir müssen es uns in jedem Spiel hart erarbeiten. Ich finde, dass wir auf keinem schlechten Weg sind.

Bei Tekpetey hatte der Zuschauer das Gefühl, er möchte bei seinem Startelf-Debüt alles zerreißen. Gelungen ist ihm aber nur wenig.

Schmidt: Der Spieler setzt sich unter Druck, spielt von Beginn an und will zeigen, dass er uns helfen kann. Er ist ein super Junge, mit guter Einstellung. Aber es ist bei uns einfach nicht gelaufen und da hatte er nicht alleine Schuld, sondern nur seinen prozentualen Anteil, wie die anderen zehn Spieler auf dem Platz auch. Von einem Burschen, der 20 Jahre jung ist, kann ich dann nicht verlangen, dass er die Kastanien aus dem Feuer holt. Außerdem merkt man, dass er es nicht gewohnt ist, 90 Minuten zu spielen. Nach 60 Minuten ist er leer. Das sind Punkte, die mitspielen. Aber wir haben gesehen, dass er uns helfen wird. Gott sei dank ist er da.

Auch Stefan Nutz wirkt leer.

Schmidt: Es hat im Frühjahr sehr wenig gespielt und wir hatten aufgrund des Europacups im Sommer kaum Vorbereitung. In der Europa-League-Qualifikation ist er jedes Mal voll über das Limit gegangen und hat sensationell gespielt. Irgendwann sind die Akkus dann eben nicht mehr so voll und man merkt, dass er ausgepowert ist. Er wird wieder kommen, aber momentan ist er sicher nicht am Zenit seiner Fähigkeiten.

Wie erwarten Sie den WAC?

Schmidt: Sie werden in einem klaren 4-4-2 auflaufen. Sie stehen sehr eng und kompakt in der Defensive und laufen bei jedem Ball um ihr Leben. Da müssen wir auf der Hut sein. Wir dürfen nicht alles nach vorne werfen und hinten den Tag der offenen Türe feiern.

<p class="caption">Zwischenbrugger soll gegen den WAC den „Abräumer“ spielen. GEPA</p>

Zwischenbrugger soll gegen den WAC den „Abräumer“ spielen. GEPA

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