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Am Schnabel der Welt

BauernquargelundMathegenies

von Harald petermichl

Ratz-fatz ist schon wieder ein Drittel des Meisterschaftsdurchgangs gespielt und die Tabelle nimmt allmählich Form an. Zwar dümpelt der SCRA mit 16 Punkten derzeit noch irgendwo im Niemandsland herum, hat aber bei genauerem Hinschauen lediglich zwei bzw. sechs Zähler Rückstand auf die Teams aus Hütteldorf und Favoriten. Da ist also noch lange nicht aller Tage Abend und es kann während des Abwartens noch Tee bis zum Abwinken getrunken werden.

Neu ist, dass die sonst oft schon sehr früh verbreitete Abstiegshysterie derzeit nicht zu erkennen ist, nicht einmal beim bemerkenswert konsequenten Tabellenletzten aus der niederösterreichischen Landeshauptstadt, der im Moment mit einigermaßen leeren Händen, nämlich sieglos und mit gerade mal zwei Punkten dasteht. Allerdings kann man das in St. Pölten gelassen sehen, weiß man doch, dass durch die Ligareform diesmal selbst der Tabellenletzte am Ende nicht automatisch absteigt, sondern noch eine Chance in der Relegation gegen den Tabellendritten der Ersten Liga (seufz …) hat. Im Moment wäre das mit dem FC Wacker Innsbruck ein veritabler und renommierter Traditionsklub, allerdings sitzt den Tirolern der TSV Prolactal Hartberg im Nacken, der gerne die Molkederivate seines Hauptsponsors einer breiten Erstliga-Fernsehöffentlichkeit (also der tatsächlich ersten Liga) präsentieren möchte, auch wenn es durch den Genuss des vom Sponsor vertriebenen Sauermilchkäseprodukts „Hartberger Bauernquargel“ vor ein paar Jahren zu Erkrankungen und Todesfällen durch Listerien-Erkrankungen gekommen war.

Das aber nur am Rande, denn dafür können die wackeren Hartberger Kicker nun wirklich nichts. Die Frage wird wohl sein, was ihnen im Falle des Nichtaufstiegs in der bemerkenswert schwammig definierten neuen Zweiten Liga wohl alles widerfahren wird. Schaut man sich die Regionalligen an, hält sich das Interesse am Aufstieg schwer in Grenzen und verschärfte Lizensierungsbedingungen geben so manchem Amateurverein größere Rätsel auf, weshalb unklar ist, ob sich am Ende überhaupt 16 Vereine für das Experiment hergeben werden. Es wäre aber ungerecht, die Vorteile der neuen Zweiten Liga zu verschweigen: Zwei Durchgänge mit Auf- und Abstieg, klare Sache. Da muss man im Gegensatz zu den künftigen Bundesligisten keine Mathematikgenies engagieren, damit Spieler und Funktionäre wenigstens irgendwie den Überblick behalten, in welchem Durchgang oder Play-off oder Europa-League-Playoff man sich gerade befindet. Alles wird gut. Meinte auch der ÖFB.

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