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Boxen

Gelungene Generalprobe

Edin Avdic (r.) in einem Kampf auf Augenhöhe.  Dedeleit (3)

Edin Avdic (r.) in einem Kampf auf Augenhöhe.  Dedeleit (3)

400 Boxfans sehen, wie der BC Dornbirn über den Polizeisportverband Erfurt mit 12:4 die Oberhand behält. Obmann Ivan Obradovic zieht positives Fazit.

Von Jochen Dedeleit

Es war nicht alles so wie immer, aber das musste es auch nicht. Denn auf viele gewohnte Dinge musste der gemeine Boxfan in der neu renovierten Schorenhalle nicht verzichten: spannende Auseinandersetzungen, eine gute Stimmung – nicht nur dank Hugo, Bier und Grillwurst –, hitzige Diskussionen nach dem Hauptkampf sowie der eine oder andere Boxer, der noch Erfahrungen mit Kämpfen vor 400 Zuschauern sammeln muss.

Für die Generalprobe für den 3. Bodensee-Cup, in dem das rot-weiß-rote Leistungszentrum West zum Auftakt am 2. Dezember an selber Stelle auf die KG Ostschweiz trifft, hatte sich das Team um BC-Dornbirn-Obmann Ivan Obradovic den Polizei­sportverband Erfurt ausgesucht, der mit einer 4:12-Abfuhr auf die Heimreise geschickt wurde.

Wortgefechte. Vor allem aber der letzte Kampf des Abends sorgte für einige heftige Wortgefechte zwischen den beiden Lagern. Während PSV-Abteilungsleiter Frank Nordmann seinen Boxer Sebastian Günther als Sieger sah, waren sich die Dornbirner einig, dass Edin Avdic zu Recht als Sieger gekürt wurde. Nordmann führte als Hauptargument an, dass der siebenfache nationale Champion aus Innsbruck zwei Mal verwarnt wurde und somit den Kampf gegen den fünffachen deutschen Vizemeister „nie und nimmer“ gewinnen konnte. Für Dornbirns Cheftrainer entschied der EM-Teilnehmer, der im Winter für Bosnien im Box-Oberhaus der ehemaligen jugoslawischen Staaten antritt, im Mittelgewicht alle drei Runden für sich. „Zudem wurde Günther ebenfalls ein Mal verwarnt.“

Die Stimmung war jedoch mit Abstand am besten, als die Aushängeschilder des BC Dornbirn, Österreichs Nachwuchsmeister Hannes Klocker und der dreifache Titelträger Muchammad Deshen, in den Ring kletterten und speziell im Fall von Bantamgewichtler Klocker überzeugend siegten. Halbweltergewichtler Deshen gewann dieses Mal eher schmeichelhaft, vor allem rieb sich der 17-Jährige gegen den vierfachen Landesmeister Maxim Macht in Infights auf. „Er achtet eigentlich immer auf die Deckung, das war etwas ungewohnt“, so Toni Schrott, der sich umso mehr über die gelungene Revanche von Klocker freute. „Gegen Hossaini Hafizallah unterlag er vor wenigen Wochen in der Tiroler Meisterschaft.“ Hannes Klocker selbst kommentierte gewohnt trocken: „Ich wusste, dass er eine große Ausdauer hat. Ich habe trotzdem aufgedreht.“ Fünf Treffer zählte sein Coach in den letzten 40 Sekunden.

Bemerkenswertes Detail am Rande: Klocker musste sich einem Tiroler in Innsbruck nach Punkten – trotz großem Kampf – beugen, in Dornbirn gewann er, obwohl das Kampfgericht gegen Erfurt aus einem Deutschen, einem Schweizer und einem Tiroler bestand. In Innsbruck wird Mitte November die Elite-ÖM ausgetragen, der einzige Starter aus Dornbirn wird der 27-jährige Gergely Vörös sein. „Unsere Stärke liegt weiter im Nachwuchsbereich“, so AIBA-Zwei-Sterne-Trainer Toni Schrott, der neben der Niederlage für Weltergewichtler Vörös – in erster Linie aufgrund zweier Verwarnungen – auch die der beiden anderen Dornbirner mitanschauen musste. Fliegengewicht Usman Sharkhabiev musste sich, wie auch Superschwergewicht Ruslan Fayzyf (der 17 Kilo leichter als sein Kontrahent, der DM-Dritte Kristian Lesci war!), geschlagen geben.

Bereit. „Wir können mit dem Abend zufrieden sein. Rund 400 Zuschauer, die einige gute Kämpfe sahen, obwohl bis vor drei Tagen nur drei Paarungen feststanden“, ließ der mehrfache Meister und EM-Teilnehmer Ivan Obradovic wissen. „Der 2. Dezember kann kommen“, so der Dornbirner Obmann, der in Sachen Aufstellung auf Toni Schrott vertraut. Der Meistertrainer kann dann wieder auf etliche Nationalkaderboxer setzen, sofern diese sich bei der ÖM schadlos halten und sich nicht verletzen.

Bei den Boxfans kam die neu renovierte Schorenhalle gut an. „Alle meinten, sie wäre cool. Und das Feeling von früher ist noch immer vorhanden“, betont Obradovic beim Blick auf die sich gegen Ende leerenden Ränge. Frank Nordmann hatte auch genug gesehen, war aufgrund der letzten Niederlage und dem 4:12 bedient. „Das erste Mal, als wir hier waren, haben wir noch gewonnen.“ Die Revanche glückte Dornbirn also auch in diesem Fall.

<p class="caption">Deshen ­Muchammad (l.) bei seinem glücklichen Sieg.</p>

Deshen ­Muchammad (l.) bei seinem glücklichen Sieg.

<p class="caption">Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Dornbirner (in Rot) waren gegen Erfurt zumeist in der Offensive.</p>

Ein Bild mit Symbolcharakter: Die Dornbirner (in Rot) waren gegen Erfurt zumeist in der Offensive.

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