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„Du bist wieder Chef!“

Manuel Feller hat sich zum Fan-Liebling entwickelt. Warum er das neue Material begrüßt, mehr Druck spürt und nicht immer der Kasperl ist.

Von Michael Schuen

Wo Manuel Feller ist, lacht man. Gern und viel. Mit dieser Art hat sich der Tiroler, speziell nach Bronze im WM-Slalom in St. Moritz, in die Herzen der Ski-Fans gefahren. Seine Sprüche genießen Kultstatus – und er liefert einige, denn wenn er einmal in Fahrt ist, redet der 25-Jährige viel. Sehr viel. Aber er trainiert auch viel. Heuer mit noch mehr Spaß, dank der Umstellung des Materials im Riesentorlauf. Der Radius der Ski wurde wieder verkleinert, man ging zurück in die Richtung, aus der man vor vier Jahren kam. Und das entlockt dem Hochfilzener ein Seufzen der Erleichterung: „Weil ich endlich wieder schmerzfrei bin, meinen Rücken in der Früh beim Aufstehen nicht spüre. Und das war sehr, sehr lange nicht der Fall. Also die vier Jahre mit dem jetzt alten Material sicher nicht.“

Feller schwärmt von den neuen Ski, denn: „Mit dem alten Ski war es ein Kampf – von oben bis unten. Und da bist du oft in Positionen gekommen, die nicht gesund ist. Bis der Rücken halt nicht mehr mitmacht.“ Und jetzt? „Jetzt“, sagt Feller grinsend, „bist du wieder der Chef. Und das wird man auch sehen auf der Piste. Man kann wieder mehr selbst kontrollieren.“

Natürlich wirft das die Sorge auf, dass sich auch die Kreuzbandrisse wieder häufen – wegen dieser wurde der Radius vor vier Jahren erhöht. Feller: „Der Unterschied ist, dass die Ski nicht so extrem sind wie vor vier Jahren – sie haben zwei Meter mehr Radius als damals. Und ein Kreuzbandriss ist eine Verletzung, die plötzlich auftritt. Rückenprobleme sind aber wie eine Krankheit, die sich entwickelt – und die Ursache waren die Ski. Jetzt wird es wieder brutaler – aber Spitzensport ist sowieso nie gesund.“

Aber, ergänzt er, daran arbeite und deswegen trainiere man ja auch. Ernst. „Viele glauben, dass ich immer nur lustig sein kann. Aber das stimmt nicht. Ohne Ernst wäre ich in meinem Beruf nicht so weit gekommen. Das kann ich schon auch, mit Trainern und Serviceleuten, da gibt es Fakten. Und wenn ich im Training ausfalle, da geht mir jeder lieber aus dem Weg, so unlustig bin ich. Aber wenn ich wo hinkomme, dann habe ich auch gern Spaß, da darf man dann lachen“, sagt er.

Im Starthaus von Sölden am kommenden Sonntag, da wird es aber nichts zu lachen geben. Denn auch da ist Feller auf einmal „der Chef“. Zusammen mit dem Salzburger Roland Leitinger, dem WM-Silbernen. „Wir sind die einzigen zwei Österreicher in den Top 30. Da merkt man dann schon, dass der Druck gewachsen ist – vor allem wenn der eine ausfällt, der immer die Garantie fürs Podium war. Wir wollen den Fans ja was bieten, ihnen beweisen, dass sie nicht umsonst gekommen sind“, sagt der 25-Jährige.

Er selbst weiß, dass eine gehörige Steigerung nötig ist. Denn bisher war er in Sölden noch nie auch nur im zweiten Lauf …

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