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Der Kalender wird weiter aufgeblasen

Während Lewis Hamilton heute in Mexiko nach dem WM-Titel greift, brodelt es im Hintergrund. Künftig soll es 25 Rennen geben.

Von Karin Sturm aus Mexiko-Stadt

Die Müdigkeit ist vielen im Formel-1-Zirkus schon anzusehen, jetzt, da es allmählich auf das Saisonende zugeht. Auch Lewis Hamilton will schon vorzeitig beim heutigen GP von Mexiko den WM-Titel fixieren, um das Finale am 12. November in Valencia stressfrei angehen zu können. Die ständigen Klima- und Zeitzonenwechsel fordern ihren Tribut. Was auffällt: Die Zahl der Kranken im Fahrerlager, die sich mit Erkältungen, Magen-Darm-Problemen oder Ähnlichem herumplagen, ist größer denn je.

Das hindert die neuen Formel-1-Besitzer von Liberty Media nicht daran, immer wieder auf ihren Ideen von einer Erweiterung des Kalenders herumzureiten. 20 Rennen sind es in dieser Saison, für 2018 stehen 21 Rennwochenenden auf dem Programm. 25 sind das große Ziel der Amerikaner, man will schließlich die Einnahmen erhöhen, um die acht Milliarden Euro für den Kauf der Formel-1-Rechte irgendwie zu refinanzieren. Die Teams murren, man sei mit der Arbeitsbelastung schon jetzt am absoluten Limit.

Ross Brawn, der aus seiner Zeit als Team- und Technikchef bei Brawn GP, Ferrari und Mercedes diese Probleme bestens kennen müsste, soll als Sportchef von Liberty Media Konstruktionen schaffen, um die 25 Rennen im Kalender unterzubringen. Eine Idee wäre die Verkürzung des Rennwochenendes. „Je mehr Rennen stattfinden, desto größer werden die logistischen Probleme der Teams. Vielleicht gibt es einen Weg, es so zu ändern, dass es für die Teams trotzdem einfacher wird. Wir sind da sehr offen“, sagt der Brite.

Den Sonntag will Brawn auf keinen Fall antasten: „Wir wollen diesen Höhepunkt des Events nicht verändern. Wir können uns etwa fragen, ob wir die Trainingsfreitage wirklich brauchen. Wenn diese wegfallen würden, könnten wir sicher mehr Rennen veranstalten, denn das würde die Logistik der Teams vereinfachen.“ Allerdings dürfe man nicht vergessen, „dass die Trainingsfreitage wichtig für die GP-Veranstalter und die TV-Stationen sind“. Wobei ihm gerade die Logistiker der Teams sowieso widersprechen: An- und Abreise, Auf- und Abbau – das seien die viel größeren Probleme als ein Trainingstag mehr oder weniger.

Red-Bull-Teamchef Christian Horner gibt zu bedenken: „Wegen nur zwei Tagen nach Mexiko oder gar nach Australien zu fliegen, halte ich für keine besonders gute Idee. Man sollte eher den Freitag interessanter machen, interaktiver für die Fans. Vielleicht könnten wir dann mit einer Trainingssession am Freitagnachmittag auskommen. Aber ganz ohne freies Training in ein Wochenende mit nur zwei Tagen zu gehen, halte ich für kritisch. Das würde doch nur dazu führen, dass noch mehr Simulator- und Windkanalarbeit betrieben wird, um schon optimal vorbereitet an die Strecke zu kommen. Und das trägt bestimmt nicht zu einem ausgeglicheneren Starterfeld bei.“

Ein anderes Argument gegen das immer weitere Aufblasen des Kalenders hat Mercedes-Teamchef Toto Wolff: „Wenn ein einzelner Grand Prix in der WM-Wertung einen immer geringeren Stellenwert bekommt, dann interessiert er möglicherweise auch die Fans immer weniger. Da muss man ganz genau darauf aufpassen.“

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