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Der Popstar ist Weltmeister

Porträt. Lewis Hamilton ist zum vierten Mal Formel-1-Weltmeister. Es ist der Erfolg einer schillernden Person. Von Karin Sturm, Mexiko-Stadt

Eines ist Lewis Hamilton auf jeden Fall: der absolute Popstar der Formel 1, der Fahrer, dessen Bekanntheitsgrad weit über die Motorsportwelt hinausragt. Einer, der mit 3,4 Millionen Followern auf Instagram und 2,8 Millionen auf Twitter auch sehr auf seine Außenwirkung bedacht ist – und das dazu passende Image dementsprechend pflegt: Party machen auf den Bahamas oder in Miami, Night-Clubbing in Los Angeles, ein Auftritt bei einer Fashion Show mit Tom Cruise, ein Foto mit Kanye West hier, das nächste dann mit Rihanna dort, ein paar Abstecher ins Musikstudio, um an seinen eigenen Songs weiterzuarbeiten, sich, wann immer es geht, auch an den Rennwochenenden ein Klavier ins Hotelzimmer bringen lassen, um auch da „manchmal bis nachts um drei zu spielen“, wie er selbst sagt. „Und dann nachher rauszugehen und zu gewinnen, das ist dann ein ganz besonderes Gefühl …“

So redet einer, der natürlich auch der Welt zeigen will, dass er etwas ganz Besonderes ist: Wo andere Konzentration und Vorbereitung brauchen, kann er es sich leisten, zwischen den Rennen um die halbe Welt zu jetten, auch auf Schlaf zu verzichten, um dann im Formel-1-Auto doch wieder auf den Punkt seine Leistung zu bringen – in diesem Jahr überzeugender denn je, gerade in der zweiten Saisonhälfte praktisch fehlerfrei, jede sich bietende Chance nutzend. So, dass alle Experten ins Schwärmen geraten, schon von einem ganz besonderen Moment in der Formel-1-Geschichte sprechen. Aber so einer polarisiert natürlich auch – zumindest abseits der Rennstrecken.

Durch diesen Jetset-Lebensstil, der genauso wie die Optik mit vielen Tattoos und schweren Goldketten nicht allen gefällt. Und zu spöttischen Bemerkungen führt, wenn Hamilton dann plötzlich erklärt, aus Gesundheits- und Umweltschutzgründen zum Veganer geworden zu sein. Aber es steckt wohl ein Grund hinter dieser Selbstdarstellung: Der kleine Lewis, farbiges britisches Einwandererkind mit karibischen Wurzeln, aufgewachsen im Arbeiterstädtchen Stevenage, ist heute ein Weltstar. Und scheint mit seinen Auftritten hin und wieder auch gewisse Minderwertigkeitsgefühle aus jener Zeit kompensieren zu wollen, sich selbst und allen anderen zu beweisen: Seht her, ich habe es geschafft, ich gehöre jetzt zur großen Glitzerwelt dazu. „Ich weiß, wie es ist, irgendwo auf einer Couch zu schlafen – oder auch einmal auf dem Boden. Und jetzt bin ich an einem Punkt, wo ich eigentlich alles haben kann, was mein Herz begehrt“, sagt er selbst. „Aber das, was mir aus der Zeit meiner Jugend bis heute geblieben ist, ist dieser hundertprozentige Hunger nach Erfolg. Und das wirkt sich heute noch auf meine Fahrweise aus.“

Was aus dieser Zeit auch geblieben ist: Der andere Lewis Hamilton, der, dem zwischenmenschliche Beziehungen unglaublich viel bedeuten. So wie die Tatsache, dass er sich auch immer wieder bei der Familie nach dem Gesundheitszustand von Michael Schumacher erkundigt, fragt, ob es irgendetwas gebe, was er tun könne, womit er helfen könne. „Eine negative Einstellung wird dir niemals ein positives Leben verschaffen. Bleib positiv und halte das Negative von dir fern. Energie ist ansteckend“, sagt er. Auch das ist Hamilton.

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