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Eishockey

„Es hätteKonsequenzen geben können“

Interview. DEC-Macher Alexander Kutzer zieht anlässlich der Länderspielpause bis zum 15. November eine erste Bilanz. Er spricht über die Stärken und Schwächen vom DEC und nimmt Stellung zu möglichen Transfers.

Die Liga geht nach 18 Runden in eine Pause. Ihr ers­tes Zwischenfazit?

Alexander Kutzer: Die Liga ist so spannend, wie wir es erwartet haben, weil sie so ausgeglichen ist wie noch nie. Wir sind jetzt das sechste Jahr dabei. Das Niveau war während dieser Zeit noch nie so hoch wie jetzt. Wer wo steht, lässt sich noch gar nicht richtig sagen, weil zwei, drei Spiele alles wieder ändern können. Klagenfurt und Salzburg hatten zum Beispiel Probleme zu Beginn und mittlerweile sind sie Dritter bzw. Vierter. Alles ist dicht beisammen, es wird ein harter Kampf um die Play-off-Plätze. Wir hätten sicher den einen oder anderen Punkt mehr holen können. Da müssen wir cleverer werden, um in den Spielen was mitzunehmen, in denen wir drin sind.

Gegen die Caps am Sonntag wären bei einem optimalen Spielverlauf Punkte durchaus möglich gewesen.

Kutzer: Wir haben alles reingeworfen, mit etwas mehr Glück bei den Abprallern und bei besserer Chancen-Ausnützung hätten wir sogar ziemlich sicher was geholt. Das zeigt, dass wir gegen jedes Team Antworten haben.

Der DEC startete mit dem Sieg in Salzburg stark in die Saison, fiel dann aber in ein Loch und war nach zehn Runden Letzter. Wie haben Sie diese Phase erlebt?

Kutzer: Wir sind mit zehn neuen Spielern in die Saison, die zwar in der Vorbereitung gut funktionierten, aber die Mannschaft war noch in der Findungsphase, als die Saison losging. Dann hat sich das Niveau in der Liga seit unserem Saisonaus Ende Februar noch mehr gesteigert, als wir dachten. Wenn es uns im Sommer nicht gelungen wäre, so viele starke Spieler zu verpflichten, hätten wir jetzt ein Problem. So konnten wir den großen Schritt der Konkurrenz mitmachen und haben sicher auch die Lücke nach oben etwas schließen können. Aber vielleicht noch nicht so sehr, wie es die Qualität unserer Mannschaft am Anfang erhoffen ließ. Unsere jetzige Mannschaft ist aber ganz sicher stärker als die aus der Vorsaison.

Um den 10. Spieltag herum, als Dornbirn auf den letzten Platz zurückrutschte, gab es trotzdem Gedankenspiele, die eine oder andere Veränderung im Kader vorzunehmen, oder?

Kutzer: Natürlich haben wir damals Überlegungen angestellt und uns gefragt, ob wir mit personellen Veränderungen Reize setzen können. Ja, wir haben uns erwartet, dass sich manche Spieler steigern. Und es hätte Konsequenzen geben können, wenn wir keine Entwicklung gesehen hätten. Ich glaube, solche Überlegungen müssen wir als Verantwortliche anstellen. Denn so, wie es Ende September lief, hätte es nicht weitergehen dürfen. Danach setzte aber die erhoffte Entwicklung ein, die auch noch lange nicht abgeschlossen ist. Darüber hinaus gibt es noch einen weiteren Grund, warum wir nicht so gut in die Saison gestartet sind.

Welchen?

Kutzer: Wir waren aufgrund der Herbstmesse in unseren Trainingsmöglichkeiten bis Mitte September eingeschränkt. Das ist jedes Jahr so, und darum brauchen wir eigentlich aus jedes Jahr Zeit, bis wir so richtig in der Saison angekommen sind. Seitens der Stadt Dornbirn wurde uns versichert, dass für 2018 infrastrukturelle Verbesserungsmaßnahmen budgetiert sind, das heißt, wir dürfen hoffen, dass es ab nächstem Jahr besser wird.

Wie beurteilen Sie die Leistung von Goalie Ronan Quemener?

Kutzer: Er hat eine Eingewöhnungsphase gebraucht, das will ich nicht wegdiskutieren. Ronan Quemener musste sich auf das höhere Tempo einstellen und hatte sicher Spiele dabei, in denen er auch mit sich selbst unzufrieden war. Trotzdem bin ich der Meinung, dass er teilweise zu unrecht kritisiert wurde. Weil wir zu Saisonbeginn in allen Mannschaftsteilen Fehler gemacht haben und es manchmal die Fehler seiner Vorderleute waren, die ihn in ein schlechtes Licht rückten. Wir gewinnen und verlieren als Mannschaft, es ist nie einer alleine.

Sprich Sie verbuchen Teile der Kritik an ihm unter dem Motto: Bei manchem ist bei einem Gegentor immer der Goalie Schuld?

Kutzer: So in etwa. Wenn die Stürmer kein oder kein gutes Forechecking machen, kann der Gegner Tempo aufnehmen, und nur noch zwei Verteidiger sind zwischen dem Torhüter und den gegnerischen Stürmern. Auf Dauer ist es schwer, als Goalie in solchen Situationen gut auszusehen. In den zurückliegenden Partien hat uns Quemener im Spiel gehalten.

Ihr erstes Fazit zur Defensive?

Kutzer: Eisläuferisch sind wir stärker geworden. Was wir im Vergleich zur Vorsaison defensiv etwas verloren haben, ist die Härte. Vor dem Tor brauchst du die gerade gegen die Top-Teams. Wir haben den Weg mit den eisläuferisch starken Spielern aber bewusst eingeschlagen – um uns spielerisch zu verbessern und unser Powerplay variabler zu machen.

Spielen die Verteidiger nicht manchmal etwas zu offensiv?

Kutzer: Zu Beginn der Saison waren manche zu forsch, mittlerweile sind die Vorstöße dosierter. Alles braucht seine Zeit. Wir setzten mit Jerome Leduc, Thomas Vallant und Raphael Wolf auf drei sehr junge Verteidiger, die viel Potenzial haben. Bei denen denken wir längerfris­tig. Trotzdem ist klar, dass wir als Mannschaft defensiv kompakter werden müssen.

Ihre Meinung zur Offensive?

Kutzer: Im Angriff haben wir jetzt viel mehr Tiefe im Kader. In der Vorsaison hätten wir sehr darunter gelitten, wenn wir wie beim zurückliegenden Wochenende mit Martin Grabher Meier und Scott Timmins zwei Top-Spieler ersetzen hätten müssen.

Alle Erwartungen erfüllt hat bislang Matt Fraser – trifft das auf alle Neuzugänge zu?

Kutzer: Wir stellen die Mannschaft in den Vordergrund, nicht den Einzelnen. Aus meiner Sicht zeigt die Mannschaft eine andere Spielweise wie 2016/17. Was sicher auch mit den Neuverpflichtungen zu tun hat. Aber auch der eine oder andere von den Spielern, die schon länger hier sind, machen uns stärker.

Wird Dornbirn in der Ligapause auf dem Transfermarkt aktiv?

Kutzer: Es kann in einer Saison viel Unvorhergesehenes passieren. Man soll niemals nie sagen, wir sind aktuell aber nicht auf der Suche.

 Interview: Hannes Mayer

<p class="caption">Alexander Kutzer im Gespräch.</p><p class="caption"> Hartinger (1), GEPA/Lerch</p>

Alexander Kutzer im Gespräch.

 Hartinger (1), GEPA/Lerch

Stefan Häußle übernimmt Verantwortung, nicht nur in der vierten Linie, die er als Center anführt. Sondern auch, wenn er wie am Wochenende in vorderster Front neben den Offensivstars spielt. Der Dornbirner gibt immer alles und ist drauf und dran, einigen Arrivierten den Rang abzulaufen. Häußle erzielte gegen den KAC das entscheidende 4:2 und traf gegen Znojmo zum 2:0.

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