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Auf den Sieg folgte Ernüchterung

Der erste Sieg von Vincent Kriechmayr sorgte für Euphorie, die Abfahrt in Beaver Creek brachte aber Ernüchterung: Der Sieg ging an Aksel Svindal, Kriechmayr fuhr auf Rang sechs.

Ein bisserl Mut braucht man schon“, sagte Aksel Lund Svindal. Und Mut, davon hat der Norweger auch mit 33 Jahren noch genug, offenbar auch eine Portion mehr als alle anderen „wilden Hund’“, die sich die Raubvogel-Piste in Beaver Creek hinunterstürzten wie ein Raubvogel auf der Jagd. Der Mut, den Svindal brauchte, der bezog sich auf die Wahl seiner Startnummer. Denn da entschied sich Svindal für die Nummer eins, für die Eröffnung des Rennens. Ein Goldgriff.

„Wenn du unsicher bist, geht das nicht“, sagte Svindal mit dem ihm eigenen sympathischen Grinsen. Unsicherheit? Keine Spur, auch wenn das Selbstvertrauen beim vierten Comeback nach schwerer Verletzung noch nicht auf dem Stand ist, auf dem es schon war. Aber wozu braucht ein Wikinger mehr Selbstvertrauen, als er es offenbar mit der Muttermilch schon aufgesaugt hat? „Im Training habe ich gesehen, dass die anderen schnell sind, also musste ich was anderes machen. Wenn ich mit einer ähnlichen Nummer fahre, hätte ich keine Chance“, sagte der 33-Jährige, der seinen 33. Weltcupsieg feierte und auf der „Birds of Prey“, die seit heuer auch über eine nach Bode Miller benannte Passage namens „Miller’s Revenge“ verfügt, in der ewigen Siegerliste mit dem US-Amerikaner gleichzog.

In einer anderen Statistik hat er auch gleichgezogen: Mit nunmehr sechs Siegen in Colorado egalisierte er die Marke von Hermann Maier, dessen „Wohnzimmer“ die Birds of Prey war. Den Platz auf dem Sofa muss er sich nun streitig machen lassen.

Mitverantwortlich dafür waren auch die Österreicher, oder besser die Tatsache, dass die Österreicher nach dem starken Saisonstart in den Speed-Disziplinen mit fünf Podestplätzen in den ersten drei Rennen diesmal leer ausgingen. Irgendwas passte bei jedem der ÖSV-Abfahrer nicht. Was in Summe bedeutete: Auf den Premierensieg von Vincent Kriechmayr folgte 24 Stunden später die Ernüchterung. Auch wenn der Oberösterreicher auch diesmal als Sechster der beste Österreicher war, wenngleich er meinte: „Es ist nicht so gelaufen, wie ich mir das vorgenommen hatte. Aber ich bin trotzdem sehr zufrieden.“ Kann er auch sein, denn er war noch nie besser als Sechster in einer Abfahrt.

Beim Rest? Da herrschte Ernüchterung und auch ein wenig Ratlosigkeit. „Es ist wärmer geworden, vielleicht habe ich mich darauf zu wenig eingestellt. Die Fahrt wäre mir gar nicht so schlecht vorgekommen“, meinte etwa Matthias Mayer, der das Training noch mit Respektabstand dominiert hatte. Aufschlüsse wird wohl erst die Videoanalyse geben – das weiß auch Hannes Reichelt: „Vielleicht liegt es wirklich daran, dass wir uns auf die anderen Verhältnisse nicht gut genug eingestellt haben.“

Wie es geht, zeigte neben Svindal auch Beat Feuz, der nach dem Sieg in Lake Louise diesmal Zweiter wurde – und Sensationsmann Thomas Dreßen aus Bayern. Der war nach dem ersten Podestplatz sprachlos: „Ich kann’s nicht glauben.“

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