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„Das wird ein riesen Spektakel“

Christian Speckle blickt auf den Weltcup­event voraus.

Christian
Speckle blickt auf den Weltcup­event voraus.

Interview. Am 14. und 15. Dezember gas­tiert der der Skicross-Weltcup­tross im Montafon, an den beiden folgenden Tagen jener der Snowboardcrosser. OK-Generalsekretär Christian Speckle über die Vorbereitungen und das Highlight des Rennwochendes: das SBX-Einzelrennen der Herren.

Vom 14. bis 17. Dezember gas­tiert zum sechsten Mal der Weltcup im Montafon. Wie laufen die Vorbereitungen?

Christian Speckle: Wir waren zu einem vergleichbaren Zeitpunkt noch nie so weit wie dieses Jahr. Dank der vielen kalten Tage konnten wir sehr viel Schnee produzieren. Naturschnee liegt auch schon, der uns zwar für die Rennabwicklung an sich nichts bringt – aber für noch mehr Winterstimmung sorgt. Das ist gut für das Tourismusgebiet Montafon.

Der kurzzeitige Warmwettereinbruch hat nicht geschadet?

Speckle: Überhaupt nicht. Wir nutzten diese Phase, um Wasser für die Schneeproduktion raufzupumpen. Alles ist optimal verlaufen, seit gestern läuft der Kursbau.

Hat die Schneekontrolle bereits stattgefunden?

Speckle: Ja, am Samstag. Wobei kein Offizieller der FIS da war. Beim Weltverband vertrauen sie uns so sehr, dass sie uns glauben, wenn wir ihnen sagen, dass alles in bester Ordnung bei uns ist. Und dass wir bereit sind, haben wir eben gestern bei einer internen Schneekontrolle nochmals festgestellt. Dabei gaben der Streckenchef, der Rennleiter und der Kursbauer uneingeschränkt grünes Licht dafür, mit dem Kursbau zu beginnen. Diese Handhabung ist ein großer Vertrauensvorschuss seitens der FIS. Den haben wir uns in den letzten Jahren durch eine perfekte Organisation verdient.

Den Streckenverlauf gibt die Topografie vor – aber wird der Kurs neue Elemente haben?

Speckle: Wir werden gegenüber 2016 einige Adaptionen vornehmen. Der Kurs wird ein, zwei zusätzliche Sprünge beinhalten. Mir persönlich waren es im vergangenen Jahr ein paar Wellen zu viel. Was eine Notlösung war, denn wir hatten zu wenig Schnee, um mehr Sprünge zu bauen.

Wird’s die lange Zielgerade wieder geben?

Speckle: Ja, weil die sich absolut bewährt hat. Wir alle erinnern uns natürlich noch sehr gerne an das Rennen 2015, als Alessandro „Izzi“ Hämmerle und Markus Schairer auf den letzten Metern in einem spektakulären Finish den Doppelsieg fixierten. So was wäre nicht möglich, wenn die Boarder vor dem Ziel ums Eck kämen. Die lange Gerade macht aus dem Zieleinlauf ein Windschattenrennen, bei dem Dreikämpfe, ja, sogar Vierkämpfe möglich sind. Das wird ein riesen Spektakel.

Im Gegensatz zu 2016 steigt das Snowboardcross-Einzelrennen dieses Jahr wieder wie bewährt am Samstag und das SBX-Teamrennen am Sonntag. Wie kam es zu dieser Rückbesinnung?

Speckle: Es war der Wunsch der FIS, die Skicross- und die Snowboardcross-Bewerbe wieder zu trennen. Im vergangenen Jahr fand der Skicrossbewerb ja am Samstag statt, und damit zwischen den SBX-Rennen, als bei den Boardern am Freitag die Einzelrennen und am Sonntag der Teambewerb anstand. Dieses Jahr findet am Donnerstag die Qualifikation der Skicrosser statt und am Freitagvormittag der Skicross-Weltcupbewerb. Am Freitagnachmittag steht das Training für die Boarder an. Am Samstagmorgen die SBX-Quali und Samstagmittag das SBX-Einzelrennen – also sozusagen zur Primetime.

Die heimischen SBX-Asse fühlten sich 2016 nicht wohl mit dem Freitagtermin und wähnten sich als Rahmenprogramm?

Speckle: Für uns im Montafon stehen aus emotionaler Sicht immer die Snowboarder im Mittelpunkt. Natürlich wissen wir, dass der Freitag kein idealer Termin für die Boarder war. Darum sind wir aus patriotischer Sicht sehr glücklich darüber, dass der Terminkalender dieses Jahr gewisse Zwänge mitbringt, die den Boardern wieder den Samstag als Renntag bescheren. Die Boarder könnten gar nicht am Freitag ihr Rennen absolvieren, weil sie am Mittwoch in Val Thorens ein Rennen fahren. Die Ansetzung der SBX-Termine erfolgte mit Blick auf die angedachte Cross Alps Tour, bei der es, analog zur Vierschanzentournee, eine Gesamtwertung hätte geben sollen, die aus drei Rennen in der Alpenregion bestanden hätte.

Hätte? Wann wurde die Cross Alps Tour abgesagt?

Speckle: Das ist einige Wochen her und wurde wohl seitens der FIS nicht oder nicht klar genug an die Verbände kommuniziert. Ich könnte mir sogar vorstellen, dass der eine oder andere heimische Boarder erst durch dieses Interview von der Absage der Cross Alps Tour erfährt.

Und warum wurde die Cross Alps Tour abgesagt?

Speckle: Weil Audi, anders als bei den Skicrossern, wo es die Cross Alps Tour bereits gibt, nicht als Sponsor zur Verfügung steht. Wieso und weshalb – dazu kann und will ich mich nicht äußern. Ich wähne da sportpolitische Gründe als Anlass dafür. Wichtig ist aber, dass die drei Rennen stattfinden, die zur Cross Alps Tour gezählt hätten. Damit starten die Boardercrosser mit einem intensiven Programm in den Olympiawinter.

Dadurch, dass die Boardercrosser erst am Mittwochabend ins Montafon kommen, können die Vorarlberger SBX-Fahrer anders als in den Vorjahren nicht bei den Aufbauarbeiten helfen. Verringert das den Heimvorteil?

Speckle: Ein wenig schon. In den zurückliegenden Jahren haben die Vorarlberger während der Aufbauarbeiten ein Gefühl für den Ort entwickelt. Sie halfen beim Bauen der Steilkurve, da siehst du natürlich, wo Wellen entstehen könnten. Genau das macht den Heimvorteil aus. Aber es ist und bleibt der heimische Boden für unsere Boarder, sie kennen hier jeden Quadratzentimeter, viele Fans werden sie anfeuern. Darum bin ich überzeugt, dass besonders Izzi Hämmerle und Markus Schairer ein gehöriges Wort um den Sieg mitsprechen werden. Und Luca Hämmerle soll ja auch ziemlich gut in Form sein.

Mit Ausnahme des Vorjahres stand bei allen SBX-Weltcuprennen im Montafon zumindest ein Vorarlberger auf dem Podest. Wie wichtig ist das für die Stimmung?

Speckle: In diesem Jahr werden es am Ende 1200 Arbeitstage sein, die freiwillige Helfer investieren, um dieses Rennwochenende möglich zu machen. Wenn es dann ein heimischer Boarder auf das Podest schafft oder sogar gewinnt, wie Schairer 2013 oder Izzi Hämmerle 2015, dann ist das eine Belohnung für die Helfer. Also ja: Natürlich ist es gut für die Stimmung. Im Vorjahr steckte das Achtelfinalaus von Izzi Hämmerle und das Aus von Schairer eine Runde später allen in den Knochen. Ich will auch gar nicht ausschließen, dass der damalige Rennverlauf etwas damit zu tun hatte, dass ob des Renntermins nicht so viele Fans vor Ort sein konnten wie gewöhnlich. Dieses Mal wird wieder Länderspiel-Stimmung herrschen. Und ich glaube, die Vorarlberger werden wieder erfolgreich sein, die Hoffnung habe ich und ist berechtigt.

Das Lager der Favoriten ist wie immer groß bei den Boardercrossern. Wer sind für Sie die heißesten Siegkandidaten?

Speckle: Bei den Damen ganz klar Eva Samkova und Lindsey Jacobellis. Bei den Herren zähle ich wie gesagt Izzi Hämmerle und Markus Schairer zum Top-Kreis. Der ganz große Favorit ist sicher Pierre Vaultier. Der ist aktuell einfach einen Schritt voraus. Keine Ahnung, wie der das macht. Er wurde in Sotschi Olympiasieger, ist amtierender Weltmeister, hat zwei Mal in Folge den Weltcup gewonnen. Er ist derjenige, den es zu schlagen gilt. Sein erster Herausforderer ist Alex Pullin. Er hat im September beide Weltcuprennen in Argentinien gewonnen.

Inwieweit könnte das Rennen um die Olympiatickets, das bei jedem SBX-Läufer im Hinterkopf ist, im Montafon eine Rolle spielen?

Speckle: Um die Frage zu beantworten, reicht ein Blick auf das US-Team. Die haben so viele starke Fahrer, die alle nach Pyeongchang wollen. Aber im Grunde haben die Amis nur mehr zwei freie Plätze. Denn ich glaube nicht, dass sie Nate Holland und Nick Baumgartner zu Hause lassen, weil die in vier Jahren sicher nicht mehr aktiv sind. Also kämpfen Mick Dierdorff, Hagen Kearney, Alex Deibold sowie einige junge aufstrebende Fahrer um zwei Plätze. Und bei der Vergabe der Startplätze werden die drei Dezember-Rennen fast den alleinigen Ausschlag geben, da zum Beispiel das Sprint­rennen in Bansko kein Maßstab für Olympia sein kann. Darum bin ich mir sehr sicher, dass es im Montafon zur Sache gehen wird.

Wird im Montafon in Vierer- oder Sechser-Heats gefahren?

Speckle: In Vierer-Heats. Die Athleten bevorzugen diese Variante. Weil bei Sechser-Heats meistens ein Kamikaze dabei ist, der ohne Rücksicht auf Verluste riskiert – und zu viel riskiert. Was auch daran liegt, dass das Niveau einfach bei den Läufern jenseits der Top 32 nachlässt. Das haben sie bei der FIS erkannt, die Sechser-Heats sind am Verschwinden.

Bleibt noch die Frage: Wie geht es in den nächsten Tagen mit den Vorbereitungen weiter?

Speckle: Seit gestern sind wie gesagt die Kursbauer aus Amerika und Deutschland am Werk. Wir richten aktuell das Rennbüro und Helferbüro ein. Morgen findet die Pressekonferenz statt, die auf ORF Sport+ live ab 11 Uhr übertragen wird. Ansonsten bringen wir das ganze Material nach oben und arbeiten an den letzten Details – im Grunde rund um die Uhr. Da gilt es für alle, auf die Zähne zu beißen. Ich persönlich werde bei den SBX-Rennen wieder als Sprecher fungieren.

 Interview: Hannes Mayer

Weltcup-Programm Montafon

Donnerstag, 14. Dezember

10.30 Uhr: Training Skicross; 13 Uhr: Quali Skicross

19.30 Uhr: Heat-Präsentation Skicross, Kulturbühne Schruns, anschließend Filmvorführung „The White Maze“, 21 Uhr: Party mit DJ Krazzee, Kulturbühne Schruns, Eintritt jeweils frei

Freitag, 15. Dezember

10.30 Uhr: Finale Skicross

12.15 Uhr: Training Snowboardcross

20 Uhr: Startnummernauslosung SBX

20.30 Uhr: Weltcup Warm-up-Party D’n’B Night mit Turno und Infusion, Weltcupbar Schruns, Eintritt frei

Samstag, 16. Dezember

9.30 Uhr Qualifikation SBX

12.30: Finale FIS Snowboardcross

15 Uhr: DJs Daniel Decrain und Creepy Brick, Weltcup-Partymeile Schruns

16 Uhr: DJs Weltcupbar Schruns, Einlass Konzertgelände

18 Uhr: Open-Air mit 257ers, Siegerehrung, Mando Diao

Afterparty in der Weltcupbar und Weltcup-Partymeile Schruns

20 Uhr: Weltcup-Party, LimoClubMontafon St. Gallenkirch

20 Uhr: DJ im „Heuboda“ Gaschurn

Sonntag, 17. Dezember

11.30 Uhr: Finale SBX-Teamevent

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