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Hütter – im Kopf stark wie ein Felsen

Vom Großvater über den Arzt bis hin zu ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum heben alle die enorme mentale Stärke von Conny Hütter hervor. Nach der Verletzung hatte sie ein klares Ziel vor Augen.

Von Joschi Kopp

Wer einen Rückschlag, egal ob Verletzung oder Niederlage, so verarbeiten kann wie Cornelia Hütter, der zählt zu den ganz Großen im Sport. Nicht nur im Skizirkus“, meint ÖSV-Damenchef Jürgen Kriechbaum zum unglaublichen Comeback seines Schützlings. Die Steirerin hat mit dem Sieg bei der Abfahrt in Lake Louise gleich ihr erstes Rennen nach dem beim Super-G-Training in Saalbach im vergangenen Jänner erlittenen Kreuzbandriss gewonnen. Der Wahltiroler findet noch eine Eigenschaft bei Hütter, die alles andere als selbstverständlich ist: „Conny hat durch die Verletzung nichts von den Stärken verloren, die sie vor dem Kreuzbandriss ausgezeichnet haben. Das zeugt von einer besonderen Gabe. Eine solche schreibe ich höchstens noch Lindsey Vonn, Tina Weirather und Lara Gut zu.“

Die größte Stärke der Freundin des Kärntners Christian Walder liegt aber im Kopf. „Da war sie schon als Kind etwas Besonderes. Von einem Ziel hat sie sich durch nichts abbringen lassen“, erinnert sich Opa Hubert. Das galt auch für ihre Berufswahl: „Mit zehn Jahren hat sie gesagt: ,Ich werde Skirennläuferin!‘ Sie hat immer ihren Willen durchgesetzt und es hat sofort passieren müssen.“

Gar nicht schnell ging es bei der Heilung nach der schweren Verletzung. Die 25-Jährige gab sich jene Zeit, die nötig war, und hatte dabei einen kongenialen Partner. Freund Christian musste ebenfalls einen Kreuzbandriss verarbeiten. „Sie waren sehr oft und lange zur Therapie bei uns in der Altis-Sportmedizin“, sagt Georg Lajtai, medizinischer Chef der Privatklinik Maria Hilf in Klagenfurt. Laut dem Mediziner dauert es „nach einer Kreuzbandoperation drei bis sechs Monate, bis man an einen Weg zurück in den Sport denken kann“. Diesen beschritt die begeisterte Trial-Fahrerin mit jener Akribie, mit der sie an die Weltspitze der Speed-Damen gefahren war. „Conny hat sofort verstanden, dass die Arbeit nach einer Verletzung ein Teil ihres Jobs ist. Es gab nie ein Murren, sondern nur harte Arbeit mit einem klaren Ziel vor Augen: wieder ganz vorn mitfahren zu können“, berichtet Lajtai.

Auch er betont die psychische Stärke seiner Patientin: „Das Physische, sprich das Medizinische, ist das eine, der Kopf das andere. Wenn jemand aber so voll entschlossen an die Sache herangeht, dann funktioniert das auch mental. Eines ist aber unabdingbar: Der Patient muss der medizinischen Betreuung so ein großes Vertrauen schenken, dass der Kopf an eine hundertprozentige Heilung glaubt. Bei Hütter ist das der Fall. Daher konnte sie ohne Zweifel an ihre Arbeit herangehen.“ Und Zweifel scheinen bei Hütter ohnehin keinen Platz zu haben. Kriechbaum: „Selbst nach der Verletzung hat sie nicht mit einem Mentaltrainer gearbeitet.“

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