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Stöger verliert Herzensjob

Peter Stöger muss sich von den Kölner Geißböcken verabschieden. GEpa

Peter Stöger muss sich von den Kölner Geißböcken verabschieden. GEpa

Trotz eines 2:2 des FC Köln auf Schalke war es für Trainer Peter Stöger das letzte Spiel für den Tabellenletzten der Bundesliga.

Peter Stöger muss kurz nach seinem Ultimatum als Trainer beim 1. FC Köln gehen. Nach 1635 Tagen als Chefcoach des Fußball-Bundesligisten ist der 51-Jährige Wiener seine Herzensaufgabe los. Am Sonntag vollzog der Bundesliga-Premierenmeister die schon länger erwartete Trennung vom Österreicher, der drei Tage zuvor vom Verein eine Entscheidung über seine Zukunft eingefordert hatte. Die Kölner entsprachen diesem Wunsch mit der Beurlaubung, die schon vor dem 2:2 in Gelsenkirchen am Samstag feststand.

Interimsmäßig wird bis zur Winterpause der bisherige U19-Trainer und gebürtige Kölner Stefan Ruthenbeck die Mannschaft trainieren. Als dauerhafter Nachfolger Stögers ist Markus Anfang im Gespräch, ebenfalls gebürtiger Kölner und aktuell Coach bei Holstein Kiel.

Alles vorher abgestimmt. Stöger bestätigte, dass er schon seit zwei Tagen von seinem Abschied wusste: „Am Freitag war klar, dass das Spiel auf Schalke unser letztes wird.“ Geschäftsführer Alexander Wehrle sagte: „Es war klar zwischen uns im Vorfeld dieses Spiels abgestimmt.“ Der Wiener hatte im Vorfeld angekündigt, sich nicht mehr mit kurzfristigen Lösungen von Spiel zu Spiel zufriedenzugeben. „Ich könnte mit jeder Entscheidung leben. Aber es muss eine her“, hatte Stöger in bemerkenswerter Offenheit zwei Tage vor dem 2:2 bei Schalke 04 von der FC-Chefetage um Präsident Werner Spinner, Vize Toni Schumacher und Wehrle in einem verbalen Rundumschlag gefordert.

Zudem hatte Stöger den internen Umgang kritisiert: „Wir haben uns schon von ein paar Werten, die wir in den letzten Jahren gelebt haben, wie zum Beispiel Vertrauen, Respekt und Verantwortung, ein Stück weit losgelöst.“ Und: „Von Werten trennt sich nicht der Verein. Von Werten trennen sich Menschen.“

Ungünstigster Zeitpunkt. Das zwang die Klubchefs quasi zum Handeln, doch nun entließen sie den Trainer zum ungünstigsten Zeitpunkt: nach dem Punktgewinn auf Schalke, vor dem Endspiel um den Einzug in die K.o.-Runde der Europa League bei Roter Stern Belgrad – und auf dem Höhepunkt von Stögers Popularität. Die Fans feierten den Coach in Gelsenkirchen mit Applaus und Gesängen, in den sozialen Netzwerken war die Stimmung fast ausschließlich pro Stöger.

Kölner Extremsituation. Die Kölner stehen nun vor einer Extremsituation. Stöger ist weg, Manager Jörg Schmadtke seit dem 23. Oktober auch. Als Nachfolger für Schmadtke wird der ehemalige FC-Profi Dietmar Beiersdorfer gehandelt, der in Köln bei Gesprächen mit Kölner Gremiums-Mitgliedern gesichtet wurde. „Vielleicht wollte er auch den Weihnachtsmarkt besuchen“, sagte Spinner.

Mit der Trennung von Stöger ist eine Erfolgsgeschichte der Kölner Fußball-Historie beendet. 2013 hatten der sympathische Coach und der oftmals knurrige Schmadtke gemeinsam begonnen, etwas Neues am Geißbockheim aufzubauen. 2014 kehrte Köln in die Erstklassigkeit zurück, hielt sich in der Liga, wurde von Stöger so stabilisiert, dass in der Vorsaison mit Platz fünf erstmals nach 25 Jahren wieder der Europacup erreicht wurde.

Vereinsrekord des Wieners. Was Stöger bleibt, ist ein toller Vereinsrekord: Sein 1635 Tage währendes Wirken am Geißbockheim ist die längste Amtszeit bei den Kölnern. Hennes Weisweiler, einer seiner Vorgänger, kam zwischen 1976 und 1980 auf 1384 Tage.

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