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LZ West lässt Gegner wie Fans erzittern

Hassan Salami (rot) hatte mehr Mühe als erwartet. Am Ende freute er sich aber mit BC-Dornbirn-Trainer Toni Schrott über den Sieg. Johcen Dedeleit

Hassan Salami (rot) hatte mehr Mühe als erwartet. Am Ende freute er sich aber mit BC-Dornbirn-Trainer Toni Schrott über den Sieg. Johcen Dedeleit

Bei Temperaturen um den Gefrierpunkt in der Schorenhalle waren die Schweizer Boxer zum Auftakt des Bodensee-Cups gegen die rot-weiß-rote Auswahl ohne Chance.

Von Jochen Dedeleit

Es kann nicht behauptet werden, dass die Boxgemeinschaft Ostschweiz bei den vorherrschenden Temperaturen in der eisgekühlten Schorenhalle in Schockstarre verfallen wäre. Denn beim 11:7 des österreichischen Leistungszentrums West über die Eidgenossen zum Auftakt des 3. Bodensee-Cups waren einige gute und ausgeglichene Kämpfe dabei, das Endergebnis jedoch war überaus deutlich.

Während Toni Schrott, Trainer des BC Dornbirn und Verantwortlicher des LZ West, lediglich den Ausfall des frischgebackenen erkrankten Halbschwergewichts-Meisters Edin Avdic (Innsbruck) zu verkraften hatte, konnte sein Gegenüber Matthias Luchsinger aufgrund der in der vergangenen Woche stattgefundenen Schweizer Titelkämpfe auf mehrere Akteure nicht zurückgreifen. Allen voran fehlte der Superschwergewichtler Ewene Hansen (Winterthur), der eigentlich auf Österreichs Vize und Publikumsliebling Hassan Salami hätte treffen sollen.

Angel Roque (Zürich) konnte zwar die Gunst der Stunde nutzen und Avdic-Ersatz Umid Hosseini schlagen, jedoch sollte dies der einzige Triumph eines Schweizer Faustkämpfers an diesem Abend bleiben. Auch Hassan Salami hätte mit Hansen einen schweren Brocken vorgesetzt bekommen, der Korneuburger hatte aber auch mit dem vom BC Lindenberg ausgeliehenen Collin Biesenberger mehr Mühe als erwartet. Durch den Ausfall der beiden Eliteboxer blieben den 350 Zuschauern zwei voraussichtlich hochkarätige Duelle vorenthalten.

Fortschritt zu sehen. Ein Fortschritt bei der dritten Auflage des von SwissBoxing 2015 initiierten länderübergreifenden Wettbewerbs war zu erkennen: Auf der einen Seite wurden etliche (Vize-)Meister präsentiert, auf der anderen kamen auch die Lokalmatadore nicht zu kurz. So gewann der Bludenzer Bantamgewichtler Araik Vanoyan gegen den Bregenzer Sayed Kazem, während der Dornbirner Halbschwere Nabi El Maossaoui gegen den Schweizer Gabriel Ferreia verlor. In einem weiteren Rahmenkampf setzte sich Nachwuchsmeister Hannes Klocker im Federgewicht ein weiteres Mal gegen den Tiroler Hossaini Hafizallah durch.

Der dreifache Junioren-Titelträger Muchammad Deshen war gar Bestandteil der sechs Wertungskämpfe des Bodensee-Cups. Muhammed Temizer ließ dem Dornbirner Halbweltergewichtler in seiner unnachahmlichen aggressiven Anfangsphase keine Chance, was den deutschen Ringrichter Alex Darbisch dazu veranlasste, den Kampf nach zweimaligem Anzählen schon in Runde eins zu beenden. Der Schweizer machte seinem Unmut daraufhin lautstark Luft. Engere Vergleiche gab es bei den Siegen von Weltergewichtler Kito Feritz (Hallein) und dem vom SC München ausgeliehenen Idiris Netschirwan (Halbschwer) gegen die Schweizer Vizemeister Leo Schwarzwald beziehungsweise Roy Ecknauer. Für den fünften Sieg der Gastgeber sorgte Leon Onica (Salzburg) gegen Joel Batabo.

„Die Schweizer Meisterschaften haben Priorität, wir hatten deshalb nicht die Leute, die wir haben wollten. Die Termine sind manchmal Notlösungen, auch weil es ein Unding ist, im Winter in einer nicht beheizbaren Halle zu boxen“, sprach Matthias Luchsinger das aus, was wohl alle dachten. Der Glühweinverkauf wurde auf diesem Wege ordentlich angekurbelt, „allerdings verstehe ich nicht, dass bei der Hallenerneuerung keine Heizung in Betracht gezogen wurde“, schüttelte auch Toni Schrott wenige Stunden nach einer an diesem Tage noch stattgefundenen Viehversteigerung den Kopf.

Grundstein gelegt. Mit dem 11:7 wurde schon gleich zum Start des Cups der Grundstein zur Titelverteidigung gelegt, „während ein Trainer im Fußball jedoch jubelt, wenn beim Gegner ein paar Spieler ausfallen, muss ich schauen, dass überhaupt eine Veranstaltung zustande kommt“, so Schrott, der bemängelte, dass die Schweizer noch nicht einmal einen Boxer mit bisher zehn Kämpfen besetzen konnten „und wir für teures Geld Ersatz besorgen mussten“. Die Verpflichtung von Hassan Salami etwa lohnt sich jedoch immer, was auch BC-Dornbirn-Obmann Ivan Obradovic mit Genugtuung registrierte.

Dass Salami dieses Mal nicht so wie gewohnt auf Touren kam, könnte neben den Temperaturen daran gelegen haben, dass dem Korneuburger noch das zu Unrecht verlorene ÖM-Finale vor zwei Wochen in den Knochen steckte. „Ich habe mir noch nicht solch einen Namen wie Stefan Nikolic gemacht, das ist leider so. Dafür werde ich 2018 Staatsmeister“, winkte Salami ab, der auch beim ersten Auswärtskampf des LZ West am 16. Dezember in Langenargen auf der Fightcard stehen sollte.

<p class="caption">Hassan Salami (rot) hatte mehr Mühe als erwartet. Am Ende freute er sich aber mit BC-Dornbirn-Trainer Toni Schrott über den Sieg. Johcen Dedeleit</p>

Hassan Salami (rot) hatte mehr Mühe als erwartet. Am Ende freute er sich aber mit BC-Dornbirn-Trainer Toni Schrott über den Sieg. Johcen Dedeleit

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