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Ansehnlich, aber mit Risiko verbunden

Mit Pressing soll der Gegner zu Fehlern gezwungen werden. Stiplovsek

Mit Pressing soll der Gegner zu Fehlern gezwungen werden. Stiplovsek

In der neuen spielerischen Ausrichtung des Gegners wittern die Altacher heute (18.30 Uhr) in St. Pölten ihre Chance zu Toren zu kommen.

Von Sebastian Rauch

Mit Freude erinnert man sich im Lager der Altacher an die bisherigen Saisonduelle mit dem SKN St. Pölten zurück. Im bis dato letzten Kräftemessen feierten die Vorarlberger einen 3:0-Heimsieg, und auch im vorangegangenen Auswärtsspiel behielten die Altacher mit 2:1 die Oberhand.

„Wir fahren voll motiviert nach St. Pölten und haben gute Erinnerungen an das letzte Auswärtsspiel. Damals haben wir gewonnen und auch gut Fußball gespielt. Darum sind wir sehr zuversichtlich, auch heute etwas mitnehmen zu können“, erklärt Trainer Klaus Schmidt. Im Vergleich zum letzten Aufeinandertreffen hat sich beim Gegner aber einiges geändert. Trainer Jochen Fallmann wurde durch Oliver Lederer ersetzt und Schmidt erkennt klar die Handschrift des 40-Jährigen. „Das Spielerische hat in St. Pölten Einzug gehalten. Sie spielen Positionsfußball und versuchen, jede Situation spielerisch zu lösen. Das war damals nicht so“, erläutert der Altacher Übungsleiter. Doch gerade in dieser spielerischen Umstellung sehen die Rheindörfler ihre Chance. „Sie spielen einen sehr ansehnlichen Fußball, der aber auch mit einem Risiko verbunden ist. Da wollen wir unsere Chancen suchen und vielleicht mal einen Ball ablaufen, der ihnen nicht geglückt ist“, sagt Schmidt. Daher ist davon auszugehen, dass die Gäste den Gegner früh anlaufen und mit ihrem Pressing versuchen werden, den Tabellenletzten zu Fehlern zu zwingen.

Ballbesitz-Fußball. Außerdem orientieren sich die Vorarlberger wieder weg vom Konterfußball und haben als eigene Ausrichtung den Ballbesitz gewählt. Wie zu Beginn der Saison soll das Spielgerät in den eigenen Reihen zirkulieren und geduldig auf die Torchance gespielt werden. Gegen Mattersburg funktionierte das schon recht gut, jedoch war dies ein Heimspiel. Auswärts zeigten die Altacher heuer ein anderes Gesicht als vor ihren heimischen Fans. Noch immer wartet der Tabellenachte im Jahr 2018 auf einen Treffer in der Fremde. „Wir haben uns entschieden, wieder Fußball zu spielen. Jeder will den Ball und daher wollen wir uns nicht verstecken, sondern auf Ballbesitz spielen, spielerisch überzeugen und Torgefahr ausstrahlen. Das ist uns bei den letzten beiden Auswärtsspielen nicht wirklich gelungen“, weiß auch Schmidt.

In Wolfsberg schossen die Altacher nur ein Mal aufs Tor, in Pasching gegen den LASK wurde Schlussmann Pavao Pervan von den Gästen nur zwei Mal zum Eingreifen gezwungen. Deutlich zu wenig, um in der Fremde zu gewinnen. „Es fehlt uns allen ein bisschen das Glück im Abschluss. Gegen Mattersburg haben wir aber jetzt das erste Tor erzielt, uns wieder viele Chancen herausgearbeitet und schön Fußball gespielt. Wenn wir in St. Pölten auch so auftreten wie zuletzt zu Hause, dann sieht es gut für uns aus“, sagt Stürmer Adrian Grbic, der derzeit bei drei Saisontreffern hält.

Kampfgeist gefragt. Doch bei aller spielerischen Ausrichtung sieht Schmidt den Grundstein zum Erfolg immer noch im Kampf um jeden Zentimeter Rasen. Oder wie es der 50-Jährige ausdrückt: „Es gewinnt der, der die größeren Eier hat. Es wird nicht die Sonne scheinen und keine 10.000 Leute werden kommen. Es wird kein Fußballfest werden, sondern drauf ankommen, wer den Kick mehr gewinnen möchte.“

Um sich optimal auf die Partie einzustellen, flogen die Altacher gestern Abend zum Auswärtsspiel. Zurück geht es dann mit dem Bus. Ein Zeichen, wie wichtig das Spiel für den Verein ist. Denn St. Pölten hat in dieser Saison erst zwei Mal gewinnen können. Eine Niederlage gegen das Schlusslicht würde wohl alle Träume von einem Abschneiden unter den besten Fünf platzen lassen. Und Altach müsste sich endgültig nach unten, anstatt nach oben orientieren.

<p class="caption">Trainer Lederer. Gepa</p>

Trainer Lederer. Gepa

Altachs Achillessehne

Die gute Nachricht aus Altacher Sicht zuerst: Im Lager des Bundesligisten haben alle Spieler die Grippe überwunden. Mit Jan Zwischenbrugger stieg am gestrigen Freitag auch der letzte Spieler, der krankheitsbedingt ausgefallen war, wieder ins Training ein.

Die schlechte Nachricht: Der Kader für das heutige Spiel gegen St. Pölten ist dennoch sehr ausgedünnt. Der Grund sind Verletzungen. Neben den Langzeitausfällen Kristijan Dobras (Achillessehneneinriss) und Simon Piesinger (Kreuzbandriss) dürften nun auch Stefan Nutz (Rückenbeschwerden) und Marco Meilinger (Probleme mit dem Hüftbeuger) ausfallen. Daniel Nußbaumer ist definitiv kein Thema. Der Youngs­ter knickte im Training um und wird aufgrund des Verdachts auf einen Bänderriss im Knöchel gegen die Niederösterreicher nicht mitwirken können.

Außerdem sind Boris Prokopic, Valentino Müller und auch Mathias Honsak noch nicht wieder einsatzbereit. Das Trio klagt über Schmerzen an der Achillessehne. Gemeinsam mit Dobras macht das insgesamt vier Spieler, die mit der gleichen Sehne Probleme haben. Ein ungewöhnliches Muster und Trainer Klaus Schmidt glaubt die Ursache zu kennen: „Mit der Trainingssteuerung, der Belastung oder auch dem Platz hat das wenig zu tun. Ich sehe eher die Schuhe als Problem“, erklärt der Steirer. Für die Auswahl ihrer Schuhe sind die Spieler selbst verantwortlich. Ausrüstervertrag und somit Gebundenheit an eine Marke gibt es nicht. Nächs­te Woche sollen aber Prokopic, Müller und Honsak wieder ins Training einsteigen.

Leichter Rückenwind

Mit neuer Zuversicht nimmt St. Pölten das Heimspiel gegen Altach in Angriff. Durch den vorwöchigen 1:0-Auswärtssieg gegen den WAC reduzierte das Schlusslicht den Rückstand auf die Kärntner auf zehn Punkte. Die Stimmung hat sich seit der Reise nach Wolfsberg sichtlich aufgehellt. „Natürlich ist es viel schöner, wenn man mit einem Sieg im Rücken trainiert. Man ist ja mit vielen Aussagen konfrontiert worden, die an einem nagen. Wenn man dann das Gegenteil beweisen kann, ist das Balsam auf die Wunden“, sagte Trainer Oliver Lederer.

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