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Hämmerles bittersüßer Sieg

Izzi Hämmerle in Fahrt. Stiplovsek

Izzi Hämmerle in Fahrt. Stiplovsek

Alessandro „Izzi“ Hämmerle feierte gestern in La Molina seinen ersten Saisonsieg. Seine Freude war nicht ungetrübt. Denn der Erfolg kam für seinen Geschmack zwei Wochen zu spät.

Von Hannes Mayer

Es war der fünfte Weltcupsieg seiner Karriere. Und schon der fünfte Podestplatz in dieser Saison für Alessandro „Izzi“ Hämmerle. Dass er zweieinhalb Wochen zuvor ausgerechnet bei den Olympischen Spielen das Podest verpasste, ärgerte den 23-Jährigen nach seinem Sieg aber immer noch. Mehr noch: es verpasste seiner Freude eine bittersüße Note: „Ich wollte hier unbedingt beweisen, wahrscheinlich vor allem mir selbst, dass meine Form stimmt und dass ich ein Siegläufer ein“, gewährt der Montafoner nach seinem Premierensieg in dieser Saison einen tiefen Einblick in seine Seelenwelt. „Als ich dann aber im Ziel als Erster abgeschwungen habe, war auch sehr schnell die Verärgerung darüber da, dass es ausgerechnet in Südkorea nicht geklappt hat.“ Hämmerle war beim olympischen SBX-Rennen auf dem Weg ins Finale, als er von Pierre Vaultier abgeräumt wurde, nachdem vor den beiden Jarryd Hughes seine eigene Linie ausgepackt hatte – und damit alle hinter ihm in Bedrägnis brachte.

Bravourös. Doch der gestrige Sieg zeigt zugleich aber auch, aus welchem Holz Izzi Hämmerle geschnitzt ist. Denn nach so einer Enttäuschung sofort zurückzuschlagen, gelingt nur den Besten. Hämmerle ließ sich auch dadurch nicht aus der Ruhe bringen, dass er in der Qualifikation am Freitag nach einer verkanteten Landung nur Zwölfter wurde.

Sondern zog die richtigen Schlüsse aus der Beschaffenheit der Strecke in La Molina, die technisch mal wieder nicht auf Weltcup-Niveau war, was es noch schwerer machte, in Katalonien zu gewinnen. Denn wo es keine Herausforderungen gibt, schlägt eben oft die Stunde der Außenseiter. Und tatsächlich: es blieben einige hocheingeschätzte Boardercrosser früh auf der Strecke.

Im Viertelfinale erwischte es gar Omar Visintin und Regino Hernandez in einem Lauf. Im zweiten Halbfinale scheiterten mit Alex Pullin und Lokalmatador Lucas Eguibar der Silber- bzw. ­Bronzemedaillengewinner von Pyeongchang.

Taktik. Nicht so Izzi Hämmerle, der sich im ersten Halbfinale gegen Doppel-Olympiasieger Vaultier durchsetzte. Im großen Finale bekam es der Montafoner just mit drei Außenseitern zu tun: Teamkollege Hanno Douschan, dem Deutschen Paul Berg sowie dem ob seiner, gelinde ausgedrückt, kompromosslosen Linienwahl gefürchteten Emanuel Perathoner. Und siehe da, der Italiener machte seinem zweifelhaften Ruf alle Ehre, fuhr Douschan ans Brett, stürzte und brachte dabei auch Berg zu Fall. Hämmerle brauchte das nicht zu kümmern, da er vom Start weg geführt hatte und an der Spitze sein eigenes Rennen fuhr – der Vorarlberger hatte für das Finale seine Taktik beim Start adaptiert. Er gewann den Lauf souverän und kletterte damit in der Weltcup-Wertung auf Platz zwei. Er liegt mit seinen 4840 Punkten allerdings 1680 Zähler hinter Vaultier.

Am kommenden Samstag steigt in Moskau ein Cityevent.

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