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Die Erfahrung ist Deniflsgroßer Trumpf

Sieg im Team-Sprint, Platz neun im Einzel – Kombinierer Willi Denifl (37) trotzte in Lahti erfolgreich seinem Alter. Von Alexander Tagger

Olympiabronze mit der Mannschaft in Südkorea, jetzt beim Weltcup in Lahti der Sieg im Team-Sprint mit Bernhard Gruber und Platz neun im Einzel – es läuft, oder?

WILLI DENIFL: Ja, ich kann mich nicht beschweren. Aber ich habe mich hier in Lahti immer schon sehr wohl gefühlt. Es ist eine alte Schanze, sie hat einen eigenen Charakter und ist nicht so wie die neuen, die sich kaum noch voneinander unterscheiden.

Hannu Manninen ist in Lahti sein letztes Rennen gelaufen, damit sind Sie mit 37 Jahren der älteste Athlet im Tross. Diese Tatsache hält Sie aber offenbar nicht von Erfolgen ab.

Ja, Alter schützt vor Erfolgen nicht! Aber es ist natürlich nicht so einfach. Man muss schon viel mehr als die Jungen investieren – im Training, beim Dehnen. Und auch die Regeneration dauert länger. Dafür profitiere ich mehr von meiner Erfahrung.

Inwiefern?

Na ja, die Sichtweise ist eben eine andere. Wenn man schon so lange wie ich dabei ist und auch schon Kinder hat, dann setzt man die Prioritäten ein wenig anders. Natürlich will man nach wie vor gewinnen, doch bricht im Gegensatz zu früher keine Welt mehr zusammen, wenn es nicht so ist. Weil man eben weiß, dass es Wichtigeres im Leben gibt. Da entsteht eine gewisse Lockerheit und die kann im Spitzensport sehr hilfreich sein.

Diese Lockerheit hat sich das Team auch in Pyeongchang zunutze gemacht.

Genau. Im Team-Bewerb bin ich als Letzter gesprungen und als Erster gelaufen. Weil ich mit dem Druck umgehen kann und nicht wie vielleicht ein Junger den Fehler mache und zu schnell in das Rennen starte.

Die Bronzene ist Ihre erste Olympiamedaille – wie gut hat das getan?

Richtig gut! Ich habe gewusst, dass es meine letzte Chance ist. Dass ich sie jetzt habe, ist ein Traum und eine Genugtuung. Auch, weil wir gezielt darauf hingearbeitet haben und der Plan am Ende perfekt aufgegangen ist. Und die Medaille ist in meiner Karriere ganz weit oben angesiedelt, weil es etwas ist, das man für immer hat.

In der kommenden Saison steht die Heim-Weltmeisterschaft in Seefeld auf dem Programm. Nehmen Sie die noch mit?

Auf alle Fälle. Ursprünglich war mein Plan, bis Olympia 2018 im Weltcup dabei zu sein. Als bekannt wurde, dass Seefeld die WM hat, war klar, dass ich die noch anhänge. Aber ich kann zu 99 Prozent sagen, dass nach 2019 Schluss sein wird. Außer ich werde Weltmeister …

Das Ende der Karriere ist unausweichlich. Wenn Sie daran denken, werden Sie dann etwas wehmütig?

Überhaupt nicht. Ich bin jetzt schon seit dem Jahr 2000 dabei und bin einfach froh, dass ich noch vorne mitmischen kann und mir das taugt. Hätte ich keinen Spaß mehr, wäre es höchste Zeit, aufzuhören.

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