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Am Schnabel der Welt

Aus einsmach zwei

von Harald petermichl

Die gute Nachricht zuerst: Ab der kommenden Saison wird die 2. Liga auch in Österreich nicht mehr Erste, sondern Zweite Liga heißen. Ein vorbildlicher Schritt zur Angleichung an europäische Standards, denn von Valletta bis Hammerfest fragen sich Myriaden von fußballbegeisterten Menschen, was es mit dieser sonderbaren Benennung auf sich haben könnte beziehungsweise welche ausgefinkelte Verwirrungsstrategie hinter dem Ganzen stehen mag. Ein Wunder eigentlich, dass dieser Sachverhalt nicht längst von Armin Assinger oder (fast noch besser) Günter Jauch als so gut wie nicht zu knackende Millionenfrage verwendet worden ist. Aber sei’s drum, wenn Österreich zum Gaudium aller europäischen Nachbarn schon beim Nichtraucherschutz unbedingt eine Extraburenwurst braten muss, denkt man wenigstens im Fußball europäisch. Gut dem Dinge.

Die nicht so gute Nachricht: Offenbar hält sich das Interesse an dieser neu gestalteten 16er-Liga, in der sich dann Profivereine, Halbprofiklubs (was immer das sein mag), Amateurteams sowie maximal drei Amateurabteilungen von Profiklubs tummeln sollen, in Grenzen. Wäre die Saison mit dem heutigen Tag beendet, dürften Horn, Ebreichsdorf, Austria Wien II, Lafnitz, Steyr, Gleisdorf, Grödig, Anif und Altach II über den Aufstieg in die neue 2. Liga jubeln, wobei ein Verein (welcher eigentlich?) in die Relegation gegen den Erste-Liga-Letzten (gemeint ist selbstverständlich die 2. Liga …), also Blau-Weiß Linz, müsste. Das war zumindest der Plan.

Da nun aber die Altacher und der USK Anif auf den Aufstieg in die neue 2. Liga verzichten und sich auch das Interesse des Tabellenzweiten Grödig in Grenzen zu halten scheint, könnte die 2. Liga schon beim Start mit weniger als 16 Teams auskommen müssen; zumindest die geplante Relegation scheint jetzt schon Makulatur zu sein. Sonderbare Situation das, aber vermutlich steckt dahinter die blanke Angst, irgendwann von der 2. in die neue 1. Liga aufsteigen zu müssen, um dort mit Hilfe eines Diplommathematikers eine Strategie zu entwickeln, wie man im Grunddurchgang am besten Siebter wird. Dann hat man nämlich in der zweiten Saisonhälfte mit einem leichteren Restprogramm die Chance, als Sieger der unteren Hälfte im neu ­eingeführten Format „Europa League-Play-off“ das euro­päische Parkett zu erklimmen, während der Fünfte und der Sechste der oberen Runde mit dem Ofenrohr ins Gebirg’ schauen können. Gilt bei
den ÖFB-Oberen als Schlüssel zur Attraktivitätssteigerung. Schon recht, das ver­stehe meinetwegen, wer will; ich muss ja nicht alles verstehen.

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