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„Ich bleibe gerne unterm Radar“

Die Bulldogs empfangen heute (17.30 Uhr) Salzburg zu Spiel zwei der EBEL-Viertelfinal-Serie. Im Interview erklärt Stratege Scott Timmins, auf was es im Play-off ankommt.

Wie beurteilen Sie die 2:3-Overtime-Niederlage in Salzburg?

Scott Timmins: Salzburg ist ein sehr offensives Team, das mit vier Spielern angreift und immer attackieren will. Ich finde, wir haben in der Defensive ein gutes Spiel gemacht, haben wenig Chancen zugelassen und es oft geschafft, sie aus der gefährlichen Zone zu halten. Was unser Offensivspiel angeht, können wir es noch etwas besser machen. Es geht darum mehr Chancen zu kreieren und den Puck noch besser zu halten. Wir gehen auf jeden Fall mit viel Selbstbewusstsein in das zweite Spiel.

Mein Eindruck war, dass es die Salzburger zwischendurch schon etwas bereut haben, euch als Gegner zu picken?

Timmins: Als wir gehört haben, dass uns Salzburg pickt, war unsere Einstellung natürlich: Nun, wir werden euch zeigen, dass ihr eine schlechte Wahl getroffen habt. Wobei ich natürlich nicht die Gründe kenne, warum sie uns gepickt haben. Einerseits ist das für uns schon eine Extra-Motivation, im Sinne von: Aha, ihr denkt, ihr habt ein leichtes Spiel mit uns? Falsch gedacht. Andererseits mussten sie ja wen picken und ihre Wahl fiel eben auf uns.

Was halten Sie generell vom Modus, dass die Top Drei der Liga ihre Gegner picken dürfen?

Timmins: Ich habe diesen Modus noch nirgendwo gesehen, denke aber, dass das eine gute Sache ist. Wer an der Spitze steht, hat es sich verdient, sich seinen Gegner auszusuchen. Die Idee ist schon nach Amerika rübergeschwappt, in einer unteren Liga werden sie auch das Pick-Recht einführen. Wie gesagt, der Modus hat was, auch wenn er es wohl nicht bis in die NHL schafft. (lacht)

Was ändert sich für Sie als Spieler mental im Play-off?

Timmins: Wenn du alle zwei, drei Tage gegen die gleiche Mannschaft spielst, kennst du irgendwann den Gegner in- und auswendig. Das gleiche gilt natürlich für den Gegner, der irgendwann auch glaubt, alles über dich zu wissen. Darum gilt es, von Spiel zu Spiel kleine Anpassungen zu machen, um den Gegner zu überraschen. Ein anderer Unterschied zur regulären Saison ist, dass es egal ist, wie hoch du verlierst. Darum kannst du gerade zum Ende des Spiels hin alles riskieren.

Das Privatleben steht im Play-off völlig im Hintergrund?

Timmins: Ja, schon. Es bleibt dir auch überhaupt keine Zeit dafür. Wir fahren ja jetzt immer schon einen Tag vor dem Auswärtsspiel nach Salzburg. Das heißt, wir haben das Privileg, am Tag vor dem Spiel schon dort übernachten zu können und gehen ohne Reisestrapazen in den Knochen ins Spiel. Ich finde es wichtig, im Play-off den Fokus zu halten. Wobei ich da leicht rede, ich lebe alleine in Dornbirn, habe keine Frau, keine Kinder um mich, die natürlich Zeit mit dir verbringen wollen, Play-off hin oder her. Andererseits tut dir eine gewisse Ablenkung auch gut, du kannst nicht 24 Stunden am Tag an Eishockey denken. Das ist ein schmaler Grat, mit den Jahren habe ich gelernt, was an Ablenkung mir gut tut und was zu viel ist.

Sie sind mit Ihren öffnenden Pässen die Seele der ersten Linie und des Powerplays. Kann man solche Zuspiele lernen oder ist das Intuition?

Timmins: Ein bisschen was von beidem. Ich habe zu Beginn meiner Karriere in der dritten und vierten Linie gespielt, da hast du mehr Defensivaufgaben und kannst das Spiel von etwas weiter hinten gestalten. Jetzt habe ich mit Chris D‘Alvise und Brodie Reid zwei hervorragende Sturmpartner, die es mir einfach machen, Chancen einzuleiten. Zwischen uns stimmt die Chemie.

Mein Eindruck ist, dass Sie in der öffentlichen Wahrnehmung etwas untergehen?

Timmins: Ach, ich bleibe gerne unter dem Radar. Ich war nie der Typ, der im Rampenlicht stehen wollte. Wenn dich andere unterschätzen, hat das Vorteile. Das macht es mir eigentlich sogar einfacher, mein Spiel durchzuziehen.

Sie haben in 17 der letzten 19 Spiele gepunktet. Was bedeutet Ihnen diese Zahl?

Timmins: Mein Ziel für diese Saison war es, konstant gut Eishockey zu spielen. Und damit auch konstant zu punkten. Darum freut es mich sehr, dass ich diese Regelmäßigkeit in mein Spiel gebracht habe. Ich hoffe, es geht so weiter. Hannes Mayer

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