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„Auf dem Platz bin ich ein anderer Mensch“

Salzburg will am Donnerstag gegen Dortmund ins Viertelfinale der Europa League einziehen. Stefan Lainer über seine Vorzüge, Förderer und darüber, warum Salzburg Umbrüche so gut meistert. Von Michael Lorber

Nach dem 2:1-Auswärtssieg in Dortmund hat Salzburg am Donnerstag die Chance, erstmals ins Viertelfinale der Europa League einzuziehen. Wie fühlt es sich an, als erster österreichischer Verein auswärts einen deutschen Klub besiegt zu haben?

STEFAN LAINER: Jeder Sieg auf deutschem Boden ist etwas Besonderes. Und wenn dies dann auch noch gegen eine Spitzenmannschaft wie Borussia Dortmund gelingt, ist das schon sehr beeindruckend. Aber letztlich geht es um das Große und Ganze – nämlich um das Weiterkommen in der Europa League.

Was erwarten Sie sich vom Rückspiel?

Uns erwartet ein extremer Fight, weil Dortmund alles dafür tun wird, um doch noch weiterzukommen. Wir treffen auf eine extrem aggressive Mannschaft, die uns nichts schenken wird. Wir müssen wieder konzentriert und diszipliniert spielen, mit der richtigen Mischung aus Aggressivität und Ruhe.

Apropos Aggressivität: Wie kommt es, dass Sie mit solch unbändiger Laufstärke und dieser Kampfkraft ausgestattet sind?

Diese Art zu spielen, liegt mir. Ich war immer schon körperlich präsent, laufstark und mit einer guten Grundausdauer ausgestattet.

Das sind andere Spieler vielleicht auch, aber Sie laufen mehr.

Ich spare keinen Meter, komme in jedem Spiel auf zwölf bis 13 Kilometer. Da sind aber schon ein paar Meter dabei, die umsonst sind (lacht).

Täuscht der Eindruck, dass Sie ein Spieler sind, den man lieber in seiner Mannschaft hat als gegen sich?

Ich war immer schon ein Gewinnertyp und ein Mentalitätsspieler. Viele sagen, ich habe ein zweites Gesicht, wenn ich auf dem Platz stehe. Abseits bin ich ein angenehmer, ruhiger Typ, aber auf dem Feld bin ich aufgrund der Spannung und des Adrenalins ein etwas anderer Mensch. Ich will halt einfach jedes Spiel gewinnen.

Seit wann und warum bekleiden Sie die Position des rechten Außenverteidigers?

Mit 14 Jahren bin ich nach Salzburg gekommen und dort hat man mich als Verteidiger gesehen. Und die besten Chancen, den Sprung zu den Profis zu schaffen, hat es als Außenverteidiger gegeben.

Welchem Trainer haben Sie am meisten zu verdanken?

Unter Oliver Glasner bin ich richtig aufgeblüht. Er hat mir das Vertrauen und die Freiheiten gegeben, nach vorne zu gehen. Er hat mir den Spielstil von Roger Schmidt eingeimpft – das offensive Verteidigen und sich nach vorne miteinzuschalten. Oscar Garcia hat mich dann bremsen müssen. Der hat gesagt, dass ich primär Verteidiger bin, und mich taktisch extrem geschult. Die Kombination dieser beiden Trainer hat mir zu einem großen Entwicklungssprung verholfen. Und Marco Rose schenkt mir wieder das Vertrauen, wir sind auf einem sehr guten Weg.

Sie haben in 13 Europacupspielen sieben Assists beigesteuert. Warum spielen Sie so mannschaftsdienlich?

Ich will eher zu selten das Tor machen, sollte öfters schießen (lacht). Im Ernst: Man muss die richtige Balance finden.

Wie schafft es Salzburg, jedes Jahr die besten Spieler zu verlieren und dennoch international so konkurrenzfähig bzw. national so dominant zu bleiben?

Es gibt jedes Jahr immer wieder sehr gute Talente, die sich aufdrängen. Wenn nichts nachkommen würde, wäre es ja schwierig. Dazu bleibt immer ein gewisser Kern zusammen. Es ist wichtig, dass junge Spieler Verantwortung übernehmen. Da blühen einige dann so richtig auf. Das ist die eine Seite.

Und die andere?

Es braucht auch einen guten Trainer wie Marco Rose, der weiß, dass es nicht nur um den Fußball geht, sondern auch um das Mannschaftsgefüge. Wir sind eine Mannschaft, die intakt und ehrgeizig ist. Wir wollen immer besser werden. Mit so einer Mannschaft kann man viel herausholen. Das macht unser Trainer perfekt.

Wie verbringen Sie eigentlich Ihre spärliche Freizeit?

Ich bin viel mit meinem Hund unterwegs. Ich habe zwar viele Hobbys, aber leider fast keine Zeit. Fußball verlangt 100 Prozent Bereitschaft. Dem musst du alles unterordnen, egal ob Hobbys, Familie oder Freunde.

Aber Sie haben sich das mit Ihren eigenen Leistungen selbst zuzuschreiben.

(Lacht) Da verzichte ich aber lieber auf ein Hobby, als nicht im Europacup und im Nationalteam zu spielen.

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