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Ein Stadion fehlt noch zur Glückseligkeit

INTERVIEW. Gute Gegner, gute Mitarbeiter und das Bekenntnis, intern an einem Strang zu ziehen. Für den ÖFB-Präsidenten Leo Windtner fehlt nur ein neues Stadion. Von Harald Bartl

Wie sieht es rund um den Neubau des Ernst-Happel-Stadions aus?

LEO Windtner: Es steht außer Diskussion, dass eine erneute Renovierung des Ernst-Happel-Stadions überhaupt keinen Sinn macht. Hier muss etwas Neues kommen. Alternative Standorte sind denkbar, haben aber derzeit keine Priorität. Der Standort Prater ist einfach der beste.

Mit Heinz-Christian Strache als Sportminister und Michael Ludwig als Bürgermeister gibt es zwei neue politische Entscheider. Wie sieht die da Gesprächsbasis aus?

Es ist klar erkennbar, dass der Sportminister volle Ambitionen hat, etwas weiterzubringen. Wichtig ist für mich, dass wir auch mit der Stadt Wien einen politischen Schulterschluss schaffen. Nur im Zusammenwirken aller Kräfte wird man Themen wie Standort in Wien oder Denkmalschutz beim Happel-Stadion bewältigen können.

Wie sieht es mit der Finanzierung aus?

Zuerst brauchen wir ein Projekt, dann kennen wir die Investition und brauchen die entsprechende Finanzierung. Diese ist zwar immer eine Hürde. Aber ich glaube, dass im Falle eines Neubaus potente Sponsoren zur Verfügung stehen würden. Und die österreichische Volkswirtschaft müsste ein solches Stadion stemmen können. In Ungarn und Serbien ist dies derzeit ja auch möglich.

Zuletzt hat der ÖFB öfter nicht im Ernst-Happel-Stadion gespielt. Gegen Brasilien kehrt man am 10. Juni wieder in den Prater zurück. Warum?

Wir haben in den Verhandlungen mit der Stadt Wien vereinbart, dass wir für dieses hochkarätige Spiel noch zu den ursprünglichen Konditionen (ein Drittel jener Kosten, die in Zukunft verlangt werden sollen, Anm.) spielen dürfen. Ansonsten befinden wir uns in Verhandlungen, wobei ich auf eine positive Lösung hoffe.

Neben Brasilien kommt ja auch Deutschland nach Österreich. Wie war es möglich, solche Topgegner zu bekommen?

Deutschland freut mich ganz besonders, weil alle gegen den Weltmeister spielen wollen. Ich habe auf Präsidenten- und Funktionärsebene ein sehr freundschaftliches Verhältnis zu den deutschen Kollegen. Generalsekretär Thomas Hollerer auf seiner Ebene ebenso. Wir haben lange daran gearbeitet, Deutschland zu bekommen. Es ist vor allem aufgrund dieser persönlichen Nähe gelungen, dieses Spiel zu fixieren. Es tut weh, dass wir nicht bei der WM dabei sind. Aber die Spiele gegen WM-Gastgeber Russland, Weltmeister Deutschland und Rekordweltmeister Brasilien machen doch einiges wett und sind für Team und Fans besondere Highlights.

Wie zufrieden sind Sie mit der Arbeit des neuen ÖFB-Teamchefs Franco Foda?

Ich kann aufgrund der ersten fünf Monate schlicht attestieren, dass Franco Foda und sein Team sehr konsequent und umsichtig arbeiten. Er versucht, das Gesamtspektrum der Teamkandidaten objektiv im Blickfeld zu haben. Vor allem merke ich eines: Der Kontakt zu den Teamspielern ist in der Zwischenzeit bereits sehr, sehr gut geworden. Und man spürt, dass die Freude, beim Nationalteam dabei zu sein, bei allen Spielern sehr groß ist.

Auch wirtschaftlich hat sich einiges getan?

Hier kann ich wirklich sagen, dass wir auf einem sehr guten Weg sind. Es kommt nicht von ungefähr, dass mit Billa gerade ein „Big Player“ beim ÖFB eingestiegen ist. Im Sponsoring generell, aber auch im Merchandising haben unsere hervorragenden Mitarbeiter, mit Geschäftsführer Bernhard Neuhold an der Spitze, den ÖFB erfolgreich auf eine neue Ebene gestellt.

Das Jahr 2017 war auch auf Landespräsidentenebene von Streit und ungeschicktem Verhalten geprägt. Können Sie das für 2018 ausschließen?

Ich glaube, wir alle haben aus den Fehlern gelernt. Es hat klare Signale gegeben, dass wir nur mit einer Stimme sprechen können: Das hat sich in der bisherigen Arbeit, speziell nach der Bestellung von Franco Foda zum Teamchef, klar bestätigt. Ich bin mir auch sicher, dass das auch weiterhin so sein wird, selbst wenn wir in den ersten Spielen nicht jenen sportlichen Erfolg haben sollten, den wir uns alle wünschen.

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