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„Es erwischt dich schnell eiskalt“

Ist Mercedes immer noch das Nonplusultra? Oder hat die Konkurrenz deutlich aufgeholt? Toto Wolff, Mercedes-Motorsportchef, wagt einen Blick in die Zukunft. Von Gerhard Hofstädter

Welche Erkenntnisse haben Sie aus den ersten Kilometern ziehen können? Was kann man auf Basis der ersten Runden mit den neuen Autos für den Saisonstart herauslesen?

TOTO WOLFF: Man muss mit einer finalen Einschätzung der Lage sehr vorsichtig sein. Ein paar Liter mehr oder weniger Sprit an Bord können da ein Bild schon hin und wieder verzerren. Es schaut aber doch nach den üblichen Verdächtigen aus. Mit Ferrari, Red Bull und Mercedes. Mit ganz unterschiedlichen Stärken. Ferrari war auf den Geraden schnell, die sind motorisch top, da haben sie wirklich gute Arbeit geleistet. Red Bull war in den Ecken wie gewohnt eine Macht. Und wir sind irgendwie ziemlich ausbalanciert. Es ist aber schwer, da eine definitive Reihung zu erstellen. Bestenfalls könnte ich sagen, dass wir und Red Bull ziemlich auf Augenhöhe agieren, knapp dahinter Ferrari. So war’s jedenfalls in Barcelona.

Das heißt, ihr seht euch doch als Nummer eins?

Nein, glaube ich so nicht. Mit dieser Einstellung solltest du auch nicht in eine Saison gehen, weil dann erwischt es dich ganz schnell eiskalt. Wir haben sicher ein gutes Paket, das konkurrenzfähig ist. Die beiden anderen Teams verstehen aber auch ihr Handwerk. Da muss man immer am Ball bleiben.

Auf der Motorenseite war Mercedes stets das Nonplusultra. Heute munkelt man, es handle sich um rund 1000 PS. Können Sie diese Zahl bestätigen?

Jeder der Formel-1-Motoren von heute, egal ob von Renault, Ferrari oder uns, ist von dieser Marke nicht mehr weit entfernt. Wenngleich wir das vielleicht noch nicht ganz erreicht haben.

Heuer gibt es wieder ein paar kleine Veränderungen. Ganz abgesehen vom Halo, den kaum einer mag. Geht die Formel 1 in die richtige Richtung?

Es gibt ja wirklich nur Änderungen im Detail. Zum Beispiel die Abschaffung der Grid Girls. Für mich war da nichts Diskriminierendes dabei. Wenn ich allein an unsere Damen beim Österreich-GP in den Trachtendirndln denke, wurde da auch unsere Tradition verkörpert. Oder in Abu Dhabi die Emirates-Stewardessen. Vielleicht hätte man die Mädels auch nur besser integrieren sollen. Wenn man aber Entscheidungen treffen muss, dann sollte man auch Liberty Media ein paar Veränderungen zugestehen. Wenn sie meinen, das sei gut.

Es stehen heuer mehr Reifenmischungen zur Verfügung. Wird’s deshalb spannender?

Ja, das glaube ich schon. Vor allem der neue Hypersoft. Der fast eine Sekunde auf die Runde schneller sein wird. Das ist dann schon ein richtiger Qualifying-Reifen, der halt nicht sehr lange hält. Das wird aber für Abwechslung sorgen.

Im April sollten schon einmal die Weichen für den Motor der Zukunft gestellt werden. Wie steht Mercedes dazu, was wäre die Traumkonfiguration des Motors?

Die vier Hersteller haben einmal ihren Standpunkt definiert, wie wir uns das vorstellen. Die Formel 1 ist Hightech. Und diese Botschaft müssen wir rüberbringen, um nicht die Glaubwürdigkeit zu verlieren. Der Motor sollte im Grunde dem heutigen ähnlich sein, auf alle Fälle weniger kompliziert.

Ein Wort noch zur DTM. Mercedes steigt ja mit Jahresende aus. Red Bull und BWT haben ihr Sponsoring beendet. Wie sehen Sie die Zukunft der Tourenwagenserie?

Für mich ist der Angelpunkt Gerhard Berger. Er hat die Power, die Serie in die richtige Richtung zu bewegen. Ich bin überzeugt, dass er das hinbekommt.

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