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Ein Buchhalter mit Shutout in der NHL

Scott Foster bei einer seiner sieben Paraden.  AP

Scott Foster bei einer seiner sieben Paraden.  AP

Notfall-Torhüter Scott Foster, seit Jahren nur mehr Hobbyspieler, kam am Donnerstag für die Chicago Blackhawks in der NHL zum Einsatz, weil sich deren Goalies verletzten. Der 36-Jährige blieb bei seinem NHL-Debüt ohne Gegentor.

Hobby-Torhüter Scott Foster hat bei den Chicago Blackhawks ein unglaubliches Debüt in der NHL gefeiert. Weil sich sowohl die Nummer eins als auch der Ersatzmann des sechsmaligen Stanley-Cup-Gewinners verletzten, musste Notfall-Goalie Foster beim 6:2-Sieg gegen die Winnipeg Jets einspringen – und ließ bei seinem ersten und wohl einzigen NHL-Einsatz kein Gegentor zu. „Daran werde ich mich noch ganz lange erinnern“, sagte Foster. „Ich bin tagsüber Buchhalter. Vor ein paar Stunden habe ich noch am Computer gesessen“, so der 36-jährige Foster.

Coach musste lachen. Notfall-Torhüter in der NHL sind Zuschauer mit Eishockey-Erfahrung und müssen seit 2016 vom Heimteam gestellt werden. Sie sitzen für den Fall auf der Tribüne, dass ein Klub doppeltes Pech mit den Torhütern hat, stehen dabei sowohl den Gastgebern als auch den Gästen im Bedarfsfall, der fast nie eintritt, zur Verfügung. Am 31. Dezember 2016 musste letztmals ein Notfall-Torhüter einspringen, damals ging Jorge Alves, ein Betreuer der Carolina Hurricanes, für die letzten acht Sekunden der Partie ins Tor gegen Tampa Bay Lightnings.

Für gewöhnlich genießen die Notfall-Torhüter lediglich die Vorzüge eines guten Sitzplatzes und genießen das Essen im VIP-Bereich. Nicht so am Donnerstag beim Heimspiel der Chicago Blackhaws gegen Winnipeg Jets.

Die erste Überraschung setzte es für Foster, als er auf dem Weg zum Spiel war. Die Blackhawks informierten den zweifachen Familienvater, dass sie ihn am Abend als zweiten Goalie nominieren. Chicagos Stammtorhüter Anton Forsberg hatte sich beim Aufwärmen verletzt. Als dann auch Ersatzgoalie Collin Delia 14 Minuten vor Schluss beim Stand von 6:2 verletzt vom Eis musste, schlug tatsächlich die Stunde von Buchhalter Foster. Der 36-Jährige hatte nur Zeit für ein paar eilige Aufwärmübungen. Als er sich danach geschockt an Blackhawks-Chefcoach Joel Quenneville vorbei aufs Eis machte, musste der Cheftrainer lachen. „Ich hätte auch gelacht“, gestand Foster nach dem Spiel, der schon mehrfach als Emergency Goalie für Chicago anwesend war. Fosters letzter Einsatz in einem regulären Bewerbsspiel lag zwölf Jahre zurück. Er stand von 2002 bis 2006 für das Team der Western-Michigan-Universität 55 Mal im Tor, und das nur mäßig erfolgreich: seine Fangquote in der College-Liga lag weit unter 90 Prozent. Seither spielt der Buchhalter nur mehr in einer Hobbymannschaft.

Man of the Match. Auf dem Eis angekommen streifte Fos­ter seinen Schockzustand aber sofort ab. Schon nach wenigen Sekunden parierte er vor 21.839 Zuschauern einen Schuss und bekam dafür frenetischen Applaus von den Rängen. Sieben Schüsse wehrte Foster ab – und war damit der erste Notfall-Torhüter, der einen Schuss parierte. „Er war großartig“, sagte Blackhawks-Verteidiger Brent Seabrook. „Ich denke, die Jungs haben gemacht, was sie konnten, um ihn zu unterstützen. Aber er hat einige ‚Big-Saves‘ gemacht.“ Foster wurde zum „Man of the Match“ gewählt und bekam nach dem Spiel Standing Ovations. Sowas gibt’s nur in den USA.   Hannes Mayer

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