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Woods: Zwischen Genie und Eskapaden

Heute startet das US Masters. Und die Golfwelt blickt auf Tiger Woods, der zum erweiterten Kreis der Favoriten zählt. Auch Bernd Wiesberger hofft in Augusta auf ein starkes Ergebnis.

Von Alexander Tagger

Als Tiger Woods aufgrund seines wehen Rückens nicht mehr Teil des Golf-Wanderzirkus war, glich das jener Zeit, als Tennis-Krösus Roger Federer verletzungsbedingt eine längere Auszeit nehmen musste. Die Welt des Sports drehte sich zwar weiter, doch es war nicht mehr dasselbe. Eine nicht nur von eingefleischten Sportfans als Leere empfundene Zeit, sondern eine Tatsache, die sich auch nachweislich in der medialen Welt widerspiegelte. Mit der Absenz des „Tigers“, dem Fehlen des gepriesenen Zugpferdes, ging die globale Golf-Berichterstattung merklich zurück.

So lässt sich wohl auch erklären, warum nun um Woods vor dessen heutigem ersten Abschlag beim US Masters in Augusta ein regelrechter Hype entbrannt ist. Nachdem der Superstar vergangenes Jahr nicht beim berühmtesten Turnier der Welt aufteen konnte, ist der vierfache Masters-Triumphator nun endlich wieder auf der großen Bühne zurück. Und das nicht nur als bemitleideter, gefallener Held, sondern als wiedererstarkter Mitfavorit.

20 Mal hat der Kalifornier in seiner einmaligen Karriere bereits in Augusta abgeschlagen, 13 Mal davon landete er zumindest in den Top acht, nur ein Mal (1996) verpasste er den Cut. Doch diese goldenen Zeiten schienen vorüber – Rückenoperationen zwangen ihn 2014 und 2016 zu Absagen, 2015 reichte es nur für den 17. Platz.

Alles Schnee von gestern. Wie ein trotziges Stehaufmännchen bäumte sich der heute 42-Jährige, den schon viele Experten in die vorzeitige Golfrente verabschiedet hatten, immer wieder gegen noch so große, meist selbst verursachte Hindernisse auf. Neben Verletzungen, Trainer- und Caddie-Wechsel sowie Schwungumstellungen machte sich der 14-fache Major-Triumphator auch mit privaten Eskapaden immer wieder selbst das Leben schwer.

Wie etwa mit seinen unzähligen Affären, die 2010 zur Trennung von Ehefrau Elin Nordegren führten. Wie etwa jene Festnahme, als er 2017 unter Medikamenteneinfluss hinterm Steuer saß. Oder wie auch die Nacktfotos, die heuer im Zusammenhang mit dem Datenklau vom Handy seiner Ex-Partnerin Lindsey Vonn ins Netz geraten sind.

Viel daraus gelernt scheint Woods aber nicht zu haben. Denn der milliardenschwere Ausnahmekönner steht abseits des Golfplatzes schon wieder im Mittelpunkt der Klatschspalten. Diesmal geht es um seine Ex-Freundin Kristin Smith, von der sich der 106-fache Sieger auf der PGA-Tour 2017 getrennt hatte. Woods soll die Amerikanerin betrogen haben, danach wurde eine Schweigevereinbarung unterzeichnet. Diese will Smith nun für ungültig erklären lassen und pikante Details ausplaudern. Im Gegenzug soll Woods damit drohen, sehr private Fotos von seiner Ex zu veröffentlichen.

Wie auch immer, die Fans des ehemaligen Weltranglisten-Ersten sind hart im Nehmen, haben Woods sämtliche Ausrutscher verziehen und hoffen darauf, dass ihr Idol am Sonntag zum fünften Mal in das berühmte grüne Jackett schlüpfen wird. Ein Zuspruch, der den Amerikaner zusätzlich motiviert: „Ich habe eine zweite Chance erhalten. Die will ich nützen. Die Aussichten auf den Sieg sind nicht unrealistisch.“

Unter dem Who’s who der Golfwelt schlägt heute auch wieder Bernd Wiesberger ab. „Der Platz liegt mir. Mein Ziel ist es, bestmögliches Golf zu spielen und die Chancen zu nützen“, sagt der Burgenländer, der Tiger Woods ebenfalls zu den Mitfavoriten zählt.

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