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Jürgen Melzer sorgte für ein echtes Märchen

Als krasser Außenseiter war Österreich zum Davis-Cup-Duell mit Russland gefahren – aber Jürgen Melzer machte die Sensation perfekt.

Als Jürgen Melzer nach dem 6:3, 3:6, 6:3-Sieg über Jewgeni Donskoi den entscheidenden dritten Punkt und damit den Aufstieg ins Play-off um den Aufstieg in die so elitäre Weltgruppe des Tennis-Davis-Cups perfekt gemacht hatte, wurde er in der Moskauer Luschniki-Arena zum Interview gebeten. Und als ihn der Sprecher fragte, wie er mit 36 Jahren dieses Kunststück zuwege gebracht hatte, sagte er mit einem besonderen Glanz in den Augen: „Weil ich für mein Land gespielt habe.“

Und da wachsen dem Routinier, und so darf man den Niederösterreicher zumindest bezeichnen, offenbar Flügel. Denn er war es auch, der schon davor im Doppel mit Partner Philipp Oswald ein 6:3, 7:6 über Karen Chatschanow und Andrei Rublew gefeiert hatte und somit überhaupt die Tür zum sensationellen Sieg des Außenseiters geöffnet hatte. Dass er dann nur eine knappe halbe Stunde später auch im Einzel wieder aus der Garderobe kam und statt Sebastian Ofner gegen Donskoi antrat, das überraschte aber doch: Immerhin war Melzer nach einer Ellenbogen-Operation im vergangenen Oktober acht Monate außer Gefecht gewesen, erst vor einer Woche wieder ins Turniergeschehen eingestiegen. Und dann das: Nach dem Sensationstriumph von Dennis Nowak am Freitag sorgte er für zwei weitere Punkte. Logisches Fazit: „Es ist wie ein Märchen, das wahr wird.“

Wobei zum echten Happy End dieses Tennismärchens noch ein weiterer Schritt fehlt: Im September wartet das Play-off um den Einzug in die Weltgruppe. Da wird dann Kapitän Stefan Koubek (hoffentlich) wieder die Qual der Wahl haben, immerhin fielen ihm vor der Partie in Russland die besten Tennisspieler des Landes inklusive Dominic Thiem aus. Der „Ersatz“ samt Melzer aber war dafür „ein echtes Team“, wie er selbst sagte: „Bei uns geht schon in der Whatsapp-Gruppe die Post ab, wir haben uns zusammengerauft!“ Und das unterstrich auch Koubek: „Die Stimmung im Team ist großartig!“

Ein Team, das ohne Spieler in den Top 100 der Welt auch die russische Auswahl mit drei Top-50-Spielern in die Schranken wies. Obwohl auch Melzer nach gewonnenem ersten Satz noch zittern musste. „Es war so heiß in der Halle, dass ich einfach überhitzte – ich musste Eis auflegen. Dann habe ich alles herausgeholt – ich wusste, ich habe eine Chance.“ Die nützte er – eben wie im Märchen.

Den Denkzettel finden Sie auf Seite 11

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