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Verstappens Einsicht als ein gutes Zeichen

Unterhaltsam war er ja, der China-GP in Schanghai. Aber ein paar Fragen blieben doch offen. Hier die wichtigsten Antworten.

1. Warum wechselte nur Red Bull in der Safety-Car-Phase Reifen?

Für die Führenden, Valtteri Bottas und Sebastian Vettel, kam das Safety-Car für einen Stopp zu spät – sie waren schon an der Boxeneinfahrt vorbei. Weshalb Vettel ja auch den Zeitpunkt des Auslösens des Safety-Cars bemängelte, „weil er wieder einmal die Führenden benachteiligt hat, nachdem man vorher fast zwei Runden gewartet hatte“. Worauf FIA-Rennleiter Charlie Whiting damit konterte, er habe eben erst einmal einen Überblick bekommen müssen, ob ein Safety-Car überhaupt nötig sei. „Und dann ist es mir egal, ob irgendwer benachteiligt wird oder nicht, dann geht es nur um die Sicherheit.“ Für die beiden Red Bulls reichte es jedenfalls gerade noch – auch wenn es knapp war: „Ich war schon in Kurve 14, als das Signal kam, aber es ging gerade noch“, meinte Daniel Ricciardo später. Mercedes-Fahrer Lewis Hamilton lag noch hinter den Bullen, bei ihm hätte man theoretisch also auch wechseln können. Der Weltmeister beschwerte sich dann ja auch über Funk, dass man das doch besser hätte tun sollen. Doch erstens glaubte man zunächst bei den Silbernen, der Gewinn an „Track Position“, wie das im Rennenglisch so schön heißt, also beim Neustart jetzt vor den beiden Red Bulls zu liegen, sei wichtiger. Und zweitens hatte Hamilton im Gegensatz zu Ricciardo und Verstappen keinen neuen Satz Soft-Reifen mehr zur Verfügung, sondern nur noch gebrauchte. Der Vorteil wäre also deutlich geringer gewesen.

2. Wie kam es überhaupt zu der Kollision der Toro-Rosso-Teamkollegen Pierre Gasly und Brendon Hartley, die das Safety-Car auslöste?

Das Ganze war ein Missverständnis: Da Gasly mit einer anderen Strategie unterwegs war, wies das Team den vor ihm fahrenden Hartley an, ihn nicht länger aufzuhalten und vorbeizulassen. Was beide Fahrer auch verstanden hatten. Aber trotzdem ging es schief. „Ich hatte vom Team gesagt bekommen, dass Brendon mich durchlässt. Deswegen bin ich innen reingestochen, weil ich dachte, er lässt die Türe offen. Leider hat er eingelenkt“, verriet Gasly nachher. Hartley klärte auf: „Ich wollte Pierre vorbeilassen – aber erst nach der Kurve beim Rausbeschleunigen. Es ist wirklich blöd gelaufen.“

3. Wird Max Verstappen aus dem erneuten Zwischenfall Konsequenzen ziehen?

Dass sich der Holländer eigentlich erstmals in seiner Formel-1-Karriere nach einem selbst verschuldeten Unfall einsichtig zeigte und entschuldigte, anstatt die Schuld immer nur bei den anderen zu suchen, ist einmal ein gutes Zeichen. Und auch die Red-Bull-Chefs, ob Christian Horner oder Helmut Marko, redeten diesmal auch öffentlich Klartext, stellten sich nicht mehr schützend vor Verstappen. Auch das Team wird ihm deutlich klarmachen, dass bei allem Speed auch „der Kopf einzuschalten sei“. Die FIA verpasste ihm neben der Zehn-Sekunden-Strafe auch noch zwei weitere Strafpunkte für sein Sündenregister und ließ deutlich durchblicken, dass sie für die Zukunft ein anderes Verhalten erwarte. Karin Sturm

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