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Belgien lässt sich nicht auf Spielereien ein

Der Co-Turnierfavorit will von einem abgekarteten Spiel nichts wissen, schlägt England und ist Gruppensieger. Egal, ob das gut ist oder nicht.

Prinzipiell standen einander gestern in Kaliningrad die beiden souveränsten Teams der Vorrunde gegenüber, abgesehen von Kroatien und Uruguay natürlich. Gut, mannshoch waren die Hürden für England und Belgien nicht gewesen mit Tunesien und Panama, aber: Die Leistung war recht brauchbar gewesen, beide gingen ungeschlagen ins Match, beide wiesen eine Tordifferenz von 8:2 auf, England führte die Tabelle in Gruppe G an, weil man in der Fair-Play-Wertung an Gelben Karten 2:3 zurücklag.

Würde es tatsächlich um den Gruppensieg gehen?

Erster zu werden, bedeutete zwar, im Achtelfinale gegen Japan spielen zu dürfen, andererseits würde man eine Runde später wohl mit Brasilien die Beine kreuzen müssen. Der Zweite wiederum hätte nach einem Sieg über Kolumbien gegen den Sieger aus Schweiz – Schweden die bessere Chance, ins Semifinale einzuziehen.

Beide Mannschaften handelten das Thema Gruppensieg seriös ab. Kein Anflug von Unsportlichkeit, die sich im Sammeln von Gelben Karten oder stümperhaft zugelassenen Torchancen manifestiert hätte. Beide versuchten zumindest, mit den ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln gute Figur zu machen. Denn die Coaches hatten auf bedingungslose Schonung der Stars gesetzt.

Der zweite Anzug war bei den Belgiern noch mehr secondhand als bei England. Teamchef Martinez tauschte bis auf Tormann Courtois und Innenverteidiger Boyata, die bisherige Schwachstelle im Team, die gesamte Startformation aus. Sein Gegenüber, Gareth Southgate, ließ immerhin drei Mann, Tormann Pickford, Stones und Loftus-Cheek, weiterarbeiten. Die Goalgetter Kane beziehungsweise Lukaku saßen brav auf der Bank, Torschützenkönig hin oder her. Nach 45 Minuten wurden die Ersatzmannschaften von Pfiffen in die Kabine begleitet. Die 34.000 Fans, die 1) nach Russland gereist waren und 2) gesalzenen Eintritt hatten zahlen müssen, hatten zwei Halbchancen der Belgier gesehen, keine der Engländer und jede Menge Hin und Hergeschiebe. Fadesse pur, selbst der erste Anzug auf der Bank gähnte. Nach der Pause besannen sich die Belgier plötzlich darauf, dass ein Turnierfavorit nicht aus elf halben Kasperln besteht, und warfen jegliche Spekulation über Bord. Januzaj tanzte einen Verteidiger aus und zwirbelte den Ball unhaltbar ins linke Kreuzeck (51.). Sie haben gejubelt, ehrlich, und das macht total Sinn: Egal, gegen wen wir nun zu spielen haben, wir sind Belgien!

England B enttäuschte weiter auf allen Linien. Rashford vergab zweimal fast fahrlässig, Trainer Southgate reagierte nicht, er ließ seinen Torgaranten Harry Kane auf der Bank, schickte den Tottenham-Stürmer nicht einmal zum Aufwärmen. So, genau so, ergibt man sich der Auslosung: Belgien darf jetzt gegen Japan antreten, England muss gegen Kolumbien ran, das ist die ungleich schwerere Aufgabe.

Im Parallelspiel, in dem sich die bereits Ausgeschiedenen Platz drei ausschnapsten, machte Tunesien gegen Panama einen 0:1-Rückstand wett und gewann 2:1. Es war der erste WM-Sieg für die Afrikaner seit 40 Jahren. Trotzdem gab es das Aus wie für die vier anderen afrikanischen Teams. Die Mittelamerikaner dürfen sich bei der WM-Premiere zumindest freuen, nach dem 1:6 gegen England einen weiteren Treffer erzielt zu haben.

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