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„Lewis ist eine globale Marke“

Toto Wolff lehnt jede Favoritenrolle ab. Gepa

Toto Wolff lehnt jede Favoritenrolle ab. Gepa

Interview. Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff über den Vertrag von Lewis Hamilton, DRS-Zonen und den Heim-Grand-Prix.

Von Gerhard Hofstädter

Herr Wolff, die brennendste Frage zuerst: Alle wollen wissen: Ist der Vertrag mit Lewis Hamilton schon unterschrieben? Und stimmen die 45 Millionen Jahresgage, wie britische Medien vermelden? Wie schaut es aus, ganz ehrlich?

Toto Wolff: Beide Behauptungen stimmen nicht. Sagen wir so: Wir sind uns sehr nahegekommen, stehen unmittelbar vor Vertragsabschluss. Es ist ziemlich komplex. Lewis ist für uns eine globale Marke geworden. Da geht es auch um Markenrechte oder auch um PR-Tage. Und so oft können wir uns auch nicht in Ruhe zusammensetzen, deshalb können sich Vertragsverhandlungen lange hinziehen. Dazu muss man einfach auch sagen, dass Lewis ein ganz großer Teil unserer Marketing-Strategie ist, er ist ein schriller Typ, mit einem unglaublichen Anhang auf allen möglichen Social-Media-Kanälen. Er ist ein Botschafter unserer Marke.

Geht es beim Vertrag von Hamilton auch um die Vertragsdauer? Er hat so viele andere Interessen, wie Mode und Musik. Will er sich vielleicht gar nicht mehr langfristig binden?

Wolff: Wie gesagt: Formel-1-Verträge sind so komplex geworden, dass es längerfristige Abschlüsse gar nicht mehr gibt. Niemand kann sagen: Was für heute gilt, zählt auch noch im nächsten Jahr.

Zum Wochenende in Spielberg: Der Red-Bull-Ring ist ein guter Boden für Mercedes, ihr habt bisher alle Rennen gewonnen und seid damit auch heuer der große Favorit. Oder?

Wolff: Vor Montreal hätte ich mit Ja geantwortet. Aber Ferrari und Red Bull haben sicher Boden gutgemacht. Denn auch Montreal war ein guter Boden für uns, und trotzdem haben wir verloren.

Wie gerne kommt die Formel 1 nach Österreich?

Wolff: Bei uns im Team reden alle vom „Toto-Race“. Nein, ich glaube, es kommen alle gerne nach Österreich. Die Infrastruktur ist gut, die Strecke sowieso.

Es gibt erstmals drei DRS-Zonen, dreimal können die Heckflügel aufgeklappt werden, um das Überholen zu erleichtern. Damit könnte man den Vorteil einer Poleposition aber schnell verlieren. Was halten Sie davon?

Wolff: Von mir aus könnte man das DRS überhaupt freigeben. Jeder soll den Flügel aufklappen, wo er will. Und wer mehr Mut hat, verzichtet dann vielleicht sogar auf den besseren Anpressdruck in Kurven. Das wäre doch nicht so schlecht, oder?

Apropos drei: Derzeit fährt die Formel 1 drei Rennen innerhalb von zwei Wochen. Das ist doch noch mehr Stress für alle?

Wolff: Ja, für alle im Team, vor allem für die Mechaniker. Man sieht die Familie schon normal kaum, jetzt eigentlich überhaupt nicht mehr. Die Fahrer trifft es am wenigsten. Denn die wollen immer fahren. Aber soweit ich gehört habe, wird es diesen sogenannten „Triple-Header“ nicht mehr geben.

Liberty Media, der neue Besitzer der Formel 1, ist also gegen die Triple-Header. Aber wofür setzt sich Liberty Media sonst ein? Wie ist der Status quo beim technischen Reglement? Niki Lauda hat gesagt, das sei alles „deppat“ …

Lackner: Nun, der Niki hat die Gabe, alles oft in einem Wort recht treffend zu umschreiben. In der Motorendiskussion könnte es aber schon nächste Woche eine definitive Entscheidung geben. Da trifft sich die Kommission zu einem abschließenden Gespräch. Im Bereich Sportgesetz oder in der Chassis-Frage gibt es keine Neuigkeiten. Aber es ist ja noch nicht so dringend. Wir fahren ja noch gut zwei Jahre.

Können Sie den Wechsel von Red Bull Racing zu Honda kommentieren?

Wolff: Ich denke, dass sie den richtigen Weg gehen. Ohne ein Werk im Hintergrund hat man kaum eine Chance, Weltmeister zu werden. Und Red Bull ist nun Honda-Werksteam. Ich denke auch, dass Honda den Anschluss nächstes Jahr geschafft hat.

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