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Integration und Herz für den Nachwuchs

Warum die in gewisser Weise mit Österreich vergleich- baren Fußballnationen und WM-Achtelfinalisten Belgien und die Schweiz von konstantem Erfolg begleitet werden.

Sie ist ja müßig, die Frage, wie denn Österreich bei dieser Weltmeisterschaft abgeschnitten hätte. An der Konkurrenzfähigkeit im zumindest mittleren qualitativen Segment der Teilnehmer dürfte aber wohl kaum ein Zweifel bestehen. Nun finden sich im mit allen Favoriten außer Deutschland gespickten Achtelfinale auch zwei Nationen, die anhand ihrer Größe und ihrer Bevölkerungszahl durchaus Vergleiche mit der Alpenrepublik zulassen: Belgien und die Schweiz. Bei der Erforschung nach den Ursachen für den Aufstieg dieser beiden Länder finden sich erstaunlich viele Parallelen, welche der These vom planbaren Erfolg ein festes Fundament bieten.

Zwei Eckpunkte bilden die Pfeiler des schon geraume Zeit anhaltenden Hochs, nämlich einerseits eine in den Neunzigerjahren (Schweiz) bzw. Anfang des Jahrtausends installierte einheitliche Nachwuchsausbildung, andererseits die konzeptuell konsequent verfolgte Integration von Talenten ausländischer Abstammung. Eine Basis bilden jeweils die nationalen Ligen, die in erster Linie als Ausbildungsinstitutionen verstanden werden. Es dauerte etliche Jahre, bis die Maßnahmen griffen, aber dafür zeichnen sie sich nun durch bemerkenswerte Konstanz aus. Die Schweiz ist seit 2002 Dauergast bei WM- oder EM-Endrunden und verpasste in dieser Zeit nur ein Turnier (Euro 2012). Ausgeschieden sind die Eidgenossen zuletzt nur knapp (Elferschießen bzw. Verlängerung).

Belgien hat den größten Entwicklungssprung im laufenden Jahrzehnt vollzogen. Bei speziellen sozialen Programmen in besonders heiklen Migrationsgebieten wie dem Brüsseler Krisenstadtteil Molenbeek wurde dem Fußball eine entscheidende Funktion zugewiesen. Die Eltern bzw. Elternteile der hier aufgewachsenen Romelu Lukaku, Vincent Kompany oder auch des jüngsten Supertalents Youri Tielemans stammen aus dem Kongo, der ehemaligen Kolonie. Auf sportlicher Ebene trug die Vereinheitlichung des Spielsystems in allen Nationalmannschaften (Altersgruppen) maßgeblich zu jener Klasse bei, die Belgien nun bei dieser Weltmeisterschaft in eine Favoritenrolle drängt. Der Großteil der handelnden Akteure bekleidet Schlüsselpositionen bei internationalen Topklubs wie Manchester City, Manchester United, Chelsea, Napoli etc. Die höchste Profiliga im Lande (Pro League) wird übrigens seit der Saison 2009/10 – wie ab heuer auch in Österreich – in einem Play-off-Format ausgetragen.

Die Schweiz wiederum hat das beharrliche Hoch vor allem auch der Fußball-Politik mit den sogenannten „Secondos“ zu verdanken, den Nachfahren der Einwanderer bzw. der Flüchtlinge der vergangenen Jahrzehnte. Am Dienstag im Achtelfinale gegen Schweden werden mit Torhüter Yann Sommer und dem Ersatz für den gesperrten Kapitän Stephan Lichtsteiner, Michael Lang, nur zwei Schweizer antreten, die keinen Migrationshintergrund aufweisen. Auch Österreich ist in dieser Hinsicht aktiv, in abgeschwächter Form.

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