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Auf den Spuren derÖsterreich-Rundfahrt

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte. Hartinger (3)

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

 Hartinger (3)

Ein Selbstversuch. In sechs Tagen beginnt die Österreich-Radrundfahrt mit einer Etappe rund um Feldkirch. Ich habe die Strecke gemeinsam mit Team-Vorarlberg-Santic-Manager Thomas Kofler getestet.

Von Johannes Emerich

Die erste Etappe der Österreich-Rundfahrt ist eine der leichteren und könnte mit einer Sprintankunft enden. So lautete der allgemeine Tenor nach der offiziellen Vorstellung der Route der heurigen Ö-Tour. Am kommenden Samstag wird das Feld der Radprofis diese erste Etappe von Feldkirch über Nenzing nach Schnifis, von dort zum Schwarzen See und über Göfis wieder zurück in die Montfortstadt absolvieren. Insgesamt gilt es, die 37,6 Kilometer lange Schleife vier Mal zu befahren.

Als ich mich mitten im Anstieg von Thüringen zur Jagdbergstraße befinde, fühle ich mich allerdings überhaupt nicht wie ein Sprinter. Während Team-Vorarlberg-Santic-Manager Thomas Kofler neben mir scheinbar mühelos in den Wiegetritt wechselt, merke ich, wie das Laktat in meine Oberschenkel einschießt. Nach der vierten Kehre haben wir die Häuser endlich hinter uns gelassen, und die Straße schlängelt sich nun etwas flacher Richtung Norden. Ich bin dankbar, die knapp 200 Höhenmeter überwunden zu haben, und schalte einen Gang höher. Vielleicht, denke ich mir, habe ich mit einem Sprinter ja doch mehr gemein als nur das Gewicht. Doch als das Asphaltband in Richtung Schnifis in ein leichtes Gefälle übergeht, erhöht Kofler das Tempo, so als hätte er einen unsichtbaren Motor in sein Rennrad eingebaut. Es ist die Angst, die mich bremst. Selbst auf der Abfahrt nutzt mir mein Gewichtsvorteil wenig, vor jeder noch so unscheinbaren Kurve betätige ich kurz den Bremshebel. Die Lücke zum Team-Vorarlberg-Trikot vor mir wird größer. Erst ein blinkendes Auto, das sich zunächst nicht zum Abbiegen durchringen kann, lässt mich wieder zu Kofler aufschließen, der sich zu mir umdreht und lachend ruft: „Hier wird das Feld mit 70 Sachen vorbeischießen.“

Start vor dem Montforthaus. In der Vorbereitung auf die Berichterstattung für die 70. Österreich-Rundfahrt hatte ich mir vorgenommen, die Seiten zu wechseln und die Eröffnungs­etappe mit dem Rad zu bestreiten, um mir selbst ein Bild von den neuralgischen Punkten zu machen. Damit dies nicht in einer reinen Laienbetrachtung endet, bat ich den Chef des heimischen Rennstalls um Unterstützung. Und da sich die Radprofis aktuell auf die Rundfahrt vorbereiten und deshalb verstärkt in der Höhe trainieren, übernahm Kofler selbst die Aufgabe, mich auf dem Rundkurs zu begleiten. Im Gegensatz zur Österreich-Rundfahrt begnügten wir uns jedoch mit einer Runde.

Start und Ziel des Auftakts zur ersten Etappe wird vor dem Montforthaus in Feldkirch sein. Wo am Samstag Hunderte Fans den gesamten Rad-Tross anfeueren werden, sahen uns lediglich einige Geschäftsleute verwundert dabei zu, wie wir durch den Brunnen vor dem Montforthaus kurvten, um ein passendes Fotomotiv zu liefern.

Nach dem Start in der Montfortstadt führt die Strecke zunächst schnurgerade auf der
L 190 nach Osten. Erst nach etwa acht Kilometern folgt der erste Rechtsknick, und es geht hinauf nach Beschling. Hier warten die ersten Höhenmeter auf das Feld. Doch während ich vorne auf das kleine Kettenblatt schalten muss, werden die Fahrer der Öster­reich-Rundfahrt hier ihr Tempo kaum verlangsamen.

Rösslesprint. Jenen Radsportler, die bereits am GP Vorarlberg teilgenommen haben, wird die Passage durch Nenzing bekannt vorkommen. Auf Höhe der Nenzinger Kirche kommt es drei Mal zum Zwischensprint, den ich übermütig simuliere. Dankenswerterweise lässt mich der Teamchef des Team Vorarlberg-Santic um eine Reifenbreite gewinnen und stärkt damit mein Selbstvertrauen. Anschließend gönnen wir uns beim Gasthof Rössle einen Espresso. Hier wird während der Etappe am Samstag eine große Party gefeiert, neben Live-Musik wird auch das Radrennen auf einer Großbildleinwand übertragen.

Nach diesem Zwischenstopp wechseln wir die Talseite des Walgaus und fahren nach Thüringen, wo der schmerzhafte Anstieg Richtung Schnifis wartet. Die folgende Abfahrt nach Satteins nutze ich zur Erholung. Es folgen ja noch zwei kleinere Steigungen. Die zwei Kilometer hinauf zum Schwarzen See fallen mir leichter als erwartet, meine Beine haben sich nun an die Anstrengung gewöhnt. Kurz vor dem Seestüble verringert zudem der neu aufgetragene Asphalt den Rollwiderstand und erleichtert die Aufgabe. „Dafür ist die Abfahrt nun deutlich rutschiger“, warnt mich Kofler vor den drei Serpentinen hinunter nach Göfis. Doch dank der breit ausgebauten Straße ist diese Passage kein Problem für mich. In Göfis wartet auf die Radprofis die Verpflegungsstation, auch mein Bauch ruft inzwischen nach neuem Treibstoff. Er muss sich noch etwas gedulden.

Rasante Abfahrt. „Beim Anstieg durch Göfis könnte es auf der letzten Runde zur entscheidenden Attacke kommen“, klärt mich der Teammanager auf. Aus seiner Equipe hätten GP-Vorarlberg-Sieger Gian Friesecke und Jannik Steimle wohl die besten Aussichten auf einen Heimsieg auf der ersten Etappe. Die Konkurrenz mit zahlreichen World-Tour-Fahrern ist allerdings groß, das Team Vorarlberg-Santic will sich als angriffslustiger Außenseiter präsentieren.

Eine letzte Schwierigkeit wartet jedoch noch auf mich und das Peloton der Ö-Tour. Die Abfahrt in Richtung Schattenburg ist schnell – und gefährlich. „Besonders jene Fahrer, welche die Strecke nicht kennen, werden sich schwer tun“, glaubt Kofler. Und sie werden – im Gegensatz zu mir – keine Zeit haben, den Blick auf die Montfortstadt zu genießen. Den Zielsprint lasse ich aus und freue mich dafür auf jenen der Profis am kommenden Samstag.

<p class="caption">Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.</p><p class="credit"> Hartinger (3)</p>

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

 Hartinger (3)

<p class="caption">Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.</p><p class="credit"> Hartinger (3)</p>

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

 Hartinger (3)

<p class="caption">Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.</p><p class="credit"> Hartinger (3)</p>

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

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<p class="caption">Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.</p><p class="credit"> Hartinger (3)</p>

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

 Hartinger (3)

<p class="caption">Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.</p><p class="credit"> Hartinger (3)</p>

Nach Göfis folgt die Abfahrt nach Feldkirch, wo Thomas Kofler mir zu meiner Leistung gratulierte.

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<p class="caption">Der „Rösslesprint“ wird ein erstes Highlight auf dem anspruchsvollen Kurs.</p><p class="credit"> Hartinger (2)</p>

Der „Rösslesprint“ wird ein erstes Highlight auf dem anspruchsvollen Kurs.

 Hartinger (2)

<p class="caption">Der „Rösslesprint“ wird ein erstes Highlight auf dem anspruchsvollen Kurs.</p><p class="credit"> Hartinger (2)</p>

Der „Rösslesprint“ wird ein erstes Highlight auf dem anspruchsvollen Kurs.

 Hartinger (2)

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