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Diego Costas bester Trick

Morteza Pouraliganji zählt nicht zu den großen Stars dieser Fußball-WM, und es ist nicht leicht, sich mit so einem Namen einen Namen zu machen. Trotzdem ist er gegenwärtig in aller Munde, jedenfalls in seiner Heimat, dem Iran, wo es nur ein Thema gibt: Woher kennt Diego Costa, einer der Stars der WM, Pouraliganjis Mutter? Googelt man zum Beispiel „Pouraliganji mother“, kommt nur Pouraliganji, aus, basta. So eine bescheidene Dame!

Dazu muss ich ein wenig ausholen: Diego Costa passt als riesiger Bulle gar nicht zu den spanischen Zwergen, und er ist auch gar kein Spanier, sondern Brasilianer, hat sogar zweimal für Brasilien gespielt, nur nicht in einem Pflichtspiel. Dann zerstritt er sich mit den Brasilianern und spielt seither für die Furia roja. Dasselbe Spiel bei Atlético Madrid und FC Chelsea: Wo dieser Costa auftaucht, eckt er an. Aber ein Mittelstürmer wird nur an seinen Toren gemessen, nicht an seiner Konfliktkultur. Drei Tore hat der Quälgeist mit Bart in Russland schon geschossen und mit dem letzten gegen den Iran besonderes Aufsehen erregt.

Morteza Pouraliganji erhebt nach dem direkten Duell schwere Vorwürfe gegen Costa: „Er hat über das ganze Spiel hinweg jeden Menschen in meinem Leben in den Dreck gezogen. Er hat sich mitten im Spiel einfach so umgedreht, mir ganz tief in die Augen geschaut und meine Mutter beleidigt.“

Vorbei die guten Zeiten, als Toni Polster seinen Gegenspielern trabend auf die Schulter klopfte und ihnen Witze erzählte, um dann im entscheidenden Augenblick zuzuschlagen! Man weiß ja, dass Fußballer unserer Tage immer auch Rhetorikkurse absolvieren müssen. Im modernen Fußball entscheiden oft winzige Kleinigkeiten, im Fall völliger athletischer, technischer und taktischer Gleichheit kleine Häppchen Psychoterror! Was liegt da näher, als die Mutter des Gegners zu verunglimpfen? Nur ein einziges Mal im Spiel verlor Pouraliganji Costa vor lauter Fassungslosigkeit über die fiese Demütigung seiner Mutter aus den Augen, und – zack! – schon stand es 1:0 für Spanien! Olè-olè-olè!

Man nennt diese paradoxe Intervention am Spielfeld in der modernen Sport- und Fußballpsychologie „Trash-Talk“, „negative campaigning“ oder das „Materazzi-Syndrom“. Der Erfolg heiligt die Mittel. Derzeit studiert Diego Costa das Privatleben der Familie Ignasewitsch. Das verheißt nichts Gutes …

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