Kontakt

Neue Zeitungs GmbH
Gutenbergstraße1
6858 Schwarzach

Phone: 0043 5572 501 500

Brasilien spart sich den Glanz

Neymar zeigte sein fußballerisches Können, aber erneut auch wieder seine theatralische Seite. Reuters

Neymar zeigte sein fußballerisches Können, aber erneut auch wieder seine theatralische Seite. Reuters

Brasilien steht nach einem glanzlosem 2:0 gegen Mexiko im Viertelfinale. Superstar Neymar trifft und provoziert.

Große Überraschungen hatte diese Fußball-Weltmeisterschaft schon reichlich zu bieten. Und 20 Minuten lang wähnte man sich im Glauben, in der Partie zwischen dem Turniermitfavoriten Brasilien und Mexiko Zeuge einer weiteren Sensation werden zu können. Wie aus der Pistole geschossen zündeten die Mexikaner ein Offensivfeuerwerk und schnürten die Brasilianer am eigenen Sechzehner ein.

Anfangsoffensive. 20 Minuten lang dominierte die Mannschaft von Teamchef Juan Carlos Osorio nach Belieben. Die Brasilianer wirkten wie erstarrt, immens überrascht von der überfallsartigen Taktik der „El Tri“. Was sich grundsätzlich gut anhört, spiegelte sich aber nicht einmal annähernd in Toren wider. Zwar kombinierten Hirving Lozano und Co. bis in die Nähe des gegnerischen Strafraums gekonnt. Doch genau dort, nämlich im letzten und entscheidenden Drittel, entwich sämtliche Kreativität. Kein letzter Pass, kein gefährlicher Torabschluss – aber das Pulver war körperlich nach 20 Minuten Vollgasfußball bei Temperaturen um die 30 Grad Celsius gänzlich verschossen. Blöd für die Mexikaner, dass noch 70 Minuten zu spielen waren.

Freuen durften sich die Brasilianer, die prompt das Kommando übernahmen und Schritt für Schritt das Spiel in die eigenen Hände nahmen. Der Führungstreffer durch Neymar, der eine Idealvorlage von Willian aus kurzer Distanz ins leere Tor schob, in der 51. Minute war die logische Folge der Überlegenheit. Im Anschluss kontrollierte der fünffache Weltmeister weiter die Partie, ohne auch nur annähernd an die Schmerzgrenze gehen zu müssen. Zu harmlos agierten die Mexikaner, und das sollte bis zum Schlusspfiff anhalten.

Schande. Dieser erfolgte vom italienischen Schiedsrichter Gian­luca Rocchi beim Stand von 2:0. Liverpool-Stürmer Robert Firmino drückte den Ball nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung über die Linie (88.). Sechs Minuten betrug die Nachspielzeit. Ein kleiner Ausgleich für die wieder einmal exzessiv zur Schau gestellten Schauspielkünste der Mannschaft vom Zuckerhut. Diesmal sorgten Thiago Silva, Casemiro (der für das Viertelfinale gesperrt ist) und Neymar für peinliche Holly­wood-Bewerbungen. Vor allem Letzterer schaffte es, dass man nicht von seinen zwei Scorerpunkten, sondern nur von seiner „Sterbensszene“, nachdem man ihm (leicht) auf den Fuß stieg, spricht. „Es ist furchtbar, wenn man einen Tritt auf den Fuß bekommt“, sagte der 222-Millionen-Euro-Mann rechtfertigend. „Aber wenn man schon einiges einstecken muss, muss man es auch wegstecken können. Das haben wir getan.“

Mexikos Trainer bestätigte, dass die Schauspielerei seine Mannschaft aus dem Konzept gebracht hatte. „Aber leider haben wir viel Zeit verschwendet wegen eines Spielers. Es ist eine Schande für den Fußball“, sagte Juan Carlos Osorio.

Bitte melden Sie sich an, um den Artikel in voller Länge zu drucken.

Bitte geben Sie Ihren
Gutscheincode ein.

Der eingegebene Gutscheincode
ist nicht gültig.
Bitte versuchen Sie es erneut.
Entdecken Sie die NEUE in Top Qualität und
testen Sie jetzt 30 Tage kostenlos.