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Die Engländer schreiben WM-Geschichte

Kolumbien rettete sich in Minute 93 in die Verlängerung, im Penaltyschießen war das WM-Glück erstmals bei den Three Lions.

Eine simple Frage: Wer möchte denn bitte gern im WM-Viertelfinale gegen Schweden spielen? Österreich, Deutschland, Liechtenstein, die ganze Welt hätte lauthals Ja geschrien. Es konnte aber nur zwei geben, und die waren sich unschlüssig. Kolumbien und England taktierten sich fast ad absurdum, suchten die Antwort auf die Frage 120 Minuten lang und endeten im Elfmeterschießen. Ebendort setzte sich England durch, ausnahmsweise, denn zuvor war man bei einer WM drei Mal in den Penaltyduellen gescheitert. Gefeiert wurde Tormann Pickford, der gegen Bacca hielt. Uribe hatte zuvor das Lattenkreuz getroffen, auf der anderen Seite scheiterte Liverpool-Kapitän Henderson an Goalie Ospina. Somit lebt der Traum auf den zweiten Titel nach 1966.

Für Kolumbien hatte es schon vor dem Anpfiff in Moskau schlechte Nachrichten gegeben. James Rodriguez musste zuschauen. Bluterguss im Oberschenkel, zugezogen im Senegal-Match. Einen Regisseur und Torschützenkönig der WM-Endrunde 2014 vorgeben zu müssen, das Herz auf der Tribüne sitzen zu haben, ist gerade so, als würde man ohne James einen Bond drehen. Als würde man ohne Herbert Kickl über Polizeipferde diskutieren.

Und trotzdem war es einfach, die dahertrabenden Engländer im Zaum zu halten, die in den ersten zwei Gruppenspielen so aufgegeigt hatten. Gut, die Gegner hießen Tunesien und Panama, aber: Beim 0:1 gegen Belgien schickte Teamchef Gareth Southgate eine B-Elf aufs Feld, man gab den Gruppensieg aus der Hand und ebenso das Momentum, für Furore zu sorgen. Der jungen Mannschaft wurde die Chance auf eine ernsthafte Bewährungsprobe vorenthalten, nach einem Match Pause konnten Kane und Co. die mittlerweile hohen Erwartungen nicht erfüllen. Auch, weil dem Team ein kreativer Geist im Mittelfeld fehlt, der die Fäden ziehen kann. Der Mittelstürmer himself musste immer wieder in der eigenen Hälfte angespielt werden, um den Ball halbwegs vernünftig nach vorne spielen zu können.

Andererseits gefielen die Kolumbianer als Zerstörer, sie stellten gekonnt die Räume und Laufwege zu, machten dicht, ehe Carlos Sanchez in die Partie eingriff. Der Sechser von Fiorentina rang nach einem Corner Harry Kane im Strafraum nieder, ein klassisches Ippon, und der Goalgetter verwandelte seinen dritten Elfer bei diesem Turnier (57.). Mit sechs Treffern führt der Tottenham-Star in der Torschützenliste.

Die Maskottchen Carlos Valderrama und Rene Higuita, die bei der WM 1990 für Furore gesorgt hatten, funktionierten aber wieder bestens als Daumendrücker auf der Tribüne. Auch sie sahen, wie die Kolumbianer versuchten, den Engländern die Rechnung für ihre schwache Vorstellung zu präsentieren. Und prompt gelang es. In den Schlusssekunden glich Mina nach dem ersten Eckball für Kolumbien aus, es war schon das dritte Tor bei dieser WM für den Abwehrspieler des FC Barcelona.

Die matten Engländer dürfen nun also gegen Schweden antreten. Es geht um den Platz im Semifinale. Die Skandinavier dürfen sich heute schon feixend auf dieses Duell freuen.

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