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Jogi bleibt am Sessel kleben

Joachim Löw hat entschieden, Deutschlands Fußball-Bundestrainer zu bleiben. DFB erspart sich schwierige Suche.

Und sie hält doch, die alte deutsche Koalition, zumindest jene im Fußball. Nach einigen Tagen der Sprachlosigkeit und des Atemanhaltens ob des verstörenden frühen Abgangs von der russischen WM-Bühne startet „die Mannschaft“ neu, aber nicht durch. Ohne viel Tamtam, quasi auf leisen Sohlen, wurde bekannt gegeben, dass Joachim Löw den 2006 angetretenen Job des Bundestrainers auslatschen wird. Zu den zwölf Jahren Dienstzeit sollen noch einige dazukommen. Er durfte selbst entscheiden, ob er im Amt bleibt oder selbiges sein lässt, und der Jogi kam zum Schluss, was liegt, das pickt. Nun muss sich der verdienstvolle Teamchef von Neuem beweisen, damit das Sesselkleben nicht ins Sitzenbleiben ausartet.

Für den DFB ist der Verbleib von Löw sehr praktisch, denn er erspart sich die langwierige Suche nach einem Nachfolger. Die Zahl der Kandidaten war ziemlich eingeschränkt und der Vertrag mit dem Langzeit-Bundestrainer läuft nach der vorzeitigen Verlängerung im Mai ohnehin bis zur nächsten WM-Endrunde 2022 in Katar. Die Angelegenheit wurde „in einem persönlichen Gespräch“ geklärt, wie der DFB in einer Aussendung mitteilte. In dieser wurde auch Jogi Löw selbst zitiert. „Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das der DFB weiterhin geschlossen in mich setzt, und ich spüre trotz der berechtigten Kritik an unserem Ausscheiden auch generell viel Rückhalt und Zuspruch“, meinte Löw, der eigenen Angaben zufolge in sich gegangen war. „Es war mir wichtig, nach ein paar Tagen, in denen ich mir viele Gedanken gemacht habe, persönlich mit der DFB-Spitze zusammenzukommen. Auch meine Enttäuschung ist nach wie vor riesig. Aber ich möchte nun auch mit ganzem Einsatz den Neuaufbau gestalten. Ich werde gemeinsam mit meinem Team analysieren, Gespräche führen und zum Start der neuen Saison die richtigen Schlüsse ziehen. Das alles braucht Zeit, wird aber alles rechtzeitig bis zum Start in die neue Länderspielsaison im September geschehen“, erklärte Löw weiter. Dann wird sein Team übrigens gleich zum Start in die Nations League, über deren Sinn die Deutschen derzeit noch heftig nachdenken, mit einem echten Kracher konfrontiert, denn es geht am 6. September gegen Frankreich.

Die Aussagen Löws unmittelbar nach dem ersten deutschen WM-Aus in einer Vorrunde ließen auch den Schluss nach einem möglichen Rücktritt zu. Er müsse sich „sammeln“, hatte er gemeint. Löw, einst in Österreich Trainer des FC Tirol und der Wiener Austria, arbeitet seit 2004 beim DFB. Er war zunächst Assistent von Bundestrainer Jürgen Klinsmann. Nach der WM 2006 in Deutschland übernahm er den Chefposten.

„Mich freut es sehr, dass es mit Jogi Löw an der Spitze unserer Nationalmannschaft weitergeht. Wir haben gestern lange zusammengesessen, und ich habe bei ihm die volle Energie gespürt weiterzumachen“, sagte Teammanager Oliver Bierhoff. „Wir müssen nun einen Neuaufbau starten und werden uns jetzt konkret Gedanken darüber sowie über weiterführende strukturelle Veränderungen machen.“ DFB-Präsident Reinhard Grindel, der unmittelbar nach dem Scheitern dem Teamchef das Vertrauen ausgesprochen hatte, zeigt sich „überzeugt, dass wir mit Jogi Löw einen Bundestrainer haben, der unsere Mannschaft zurück in die Erfolgsspur führen wird.“

Löw war ein Erfolgsgarant. Bei allen Turnieren bis zum Ende in Russland führte der Badener das DFB-Team mindestens ins Halbfinale. 2012, als mit einer sehr starken Mannschaft gegen Italien das Aus kam, waren Löw Fehler vorgeworfen worden. Er zog sich zurück und sorgte mit dem WM-Titel 2014 in Brasilien für die Krönung.

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