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Die Formel 1 der Strafen

Zwischenfälle und ihre Folgen beschäftigen das Fahrerfeld.

Insgeheim ärgert sich Sebastian Vettel immer noch über die Startplatzstrafe in Spielberg, die wohl den Sieg gekostet hat. Punkte, die im Titelkampf fehlen könnten – denn in Silverstone gelten Mercedes und Lewis Hamilton als klare Favoriten. Auf dem Red-Bull-Ring war Vettel wegen „Blockieren der Konkurrenz“, in diesem Fall von Carlos Sainz jr., um drei Plätze rückversetzt worden. „In dieser Situation wurde niemand benachteiligt. Carlos hat gesagt, dass es kein Problem war. Er war ziemlich entspannt – und trotzdem gab es eine Strafe. Das hat mich schon ziemlich geärgert – und es werden sich andere in dieser Saison auch noch ärgern.“

Vettel hat das Gefühl, dass die Formel 1 derzeit schlicht überreguliert sei. „Jeder Vorfall muss untersucht werden, sogenannte Rennzwischenfälle dürfen nicht mehr passieren. Also haben wir jetzt ein dickes Regelbuch, dessen Titel ,Wir dürfen nicht mehr racen‘ lauten könnte. Denn so fühlt es sich manchmal an.“ Aber Vettel sieht die Schuld auch bei den Piloten selbst: „Wir beschweren uns ja selbst über Entscheidungen und deren mangelnde Konstanz!“ Aber: „Motorsport ist nicht schwarz oder weiß. Daher kann nicht jede Entscheidung gleich sein, und ich sehe auch keine Notwendigkeit, jedes Mal und über alles entscheiden zu müssen.“

Um Konstanz zu erreichen, setzt der Weltverband FIA seit zweieinhalb Jahren das „Race Watch Stewards Review“-System ein. In einer Datenbank, auf die alle FIA-Kommissare Zugriff haben, sind alle Zwischenfälle ab der Saison 2016 gespeichert. So können ähnliche Vorfälle schnell verglichen werden – im Ablauf und in der Entscheidung. „Die Stewards können jeden Vorfall vergleichen: wie das Urteil ausfiel, wie es begründet wurde und wie hoch das Strafmaß war“, erklärt FIA-Rennleiter Charlie Whiting.

In manchen Fällen mag das auch funktionieren – bei „echten“ Rennzwischenfällen auf der Strecke sind die Situationen durch spezielle Umstände aber trotz allem schlechter zu vergleichen, weil minimale Faktoren, die von außen gar nicht zu erkennen sind, eine Rolle spielen. Beispiel: der plötzliche Gripverlust durch ein knapp seitlich von vorne einscherendes Auto. So geschehen zwischen Vettel und Bottas in Frankreich, als der Deutsche für die nachfolgende Berührung eine Fünf-Sekunden-Strafe kassierte. Und manchmal, System hin oder her, sieht man doch von Strafen ab. Manche meinen, vor allem dann, wenn es um Lokalmatadore geht …

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