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Ein Duell gegen Dämonen und Schweden

Der englische Jubel war nach dem Sieg im Elfmeterschießen groß. Reuters

Der englische Jubel war nach dem Sieg im Elfmeterschießen groß. Reuters

Schweden fordert im Viertelfinale heute England. Gegen skandinavische Länder hatten die Briten oft Probleme, unterschätzt wird niemand mehr.

Über ein halbes Jahrhundert dauert die Durststrecke des englischen Fußballs bereits an. Doch was 1966 mit dem ersten Gewinn des WM-Pokals lange unerreichbar schien, ist plötzlich nicht mehr so fern: Nur noch drei Siege fehlen den Engländern auf die begehrte Trophäe, heute wartet Schweden im WM-Viertelfinale. Und man macht gar keinen Hehl daraus, wie wichtig das heutige Duell für die „Three Lions“ von der Insel ist, im Gegenteil: „Es ist eine große Möglichkeit. Wir werden diese Chance vielleicht nie wieder haben“, sagt der englische Teamchef Gareth Southgate.

„Football is coming home – der Fußball kommt nach Hause“, skandierten Romantiker des runden Leders, nachdem die Engländer im Achtelfinale gegen Kolumbien ihr Elfmeter-Trauma überwunden hatten. Doch Englands Fußballer wissen: Das ist Geschichte und alles nichts mehr wert, wenn man das nächste Trauma nicht auch überwinden kann – und zwar jenes wegen nördlicher Mannschaften. Denn seit der WM 1990, als die Engländer in Italien zuletzt ein WM-Halbfinale erreicht haben, weisen die Briten eine äußerst magere Bilanz gegen sie auf: Nur drei von 13 Spielen konnten sie gewinnen, man erinnere sich an die Europameisterschaft 2016 in Frankreich, als der Stachel besonders tief saß und Island die Engländer im Achtelfinale aus dem Bewerb warf.

Doch nicht nur Island, auch die Schweden „haben wir jahrelang immer unterschätzt“, gab Teamchef Southgate zu. Diesen Fehler will man allerdings nicht mehr wiederholen. Zwar möchte Southgate die Euphorie in seinem Land nicht bremsen, er fordert aber gleichzeitig den Respekt seiner Spieler gegenüber dem Gegner ein. Ein wenig deutlicher hat es der schwedische Trainer Sven-Göran Eriksson formuliert, der jahrelang selbst englischer Teamchef war: Er prophezeite der Mannschaft von Harry Kane und Co. einen harten Kampf und meinte, „es wäre für England einfacher, Brasilien zu schlagen als Schweden. Es wird die schwierigste Partie, die sie bisher gespielt haben. Darauf können sie wetten“.

England unter Druck. Die Skandinavier glänzen gegen spielerisch und technisch überlegene Gegner mit mentaler Stärke und Zusammenhalt innerhalb des Teams. „Wir verlieren nicht die Bodenhaftung und wissen, welche Qualitäten wir haben“, sagt der Schwede Sebastian Larsson, der eingesteht, dass England viele großartige Spieler hat. Aber er weiß um das Leid der heutigen Gegner mit skandinavischen Mannschaften Bescheid und meint: „England hat auch seine Dämonen zu bekämpfen, und der Druck liegt bei ihnen. Es wäre ein riesiges Fiasko, wenn sie gegen Schweden ausscheiden.“

Unterschätzt werden die Schweden heute bestimmt nicht mehr – und auf mentale Spielchen wollen sich die Engländer auch nicht einlassen. „Sie sind ohne Zweifel ein gutes Team. Sonst würden sie nicht dort stehen, wo sie jetzt sind“, sagt John Stones. Der England-Verteidiger weiß, dass Schweden „den Druck auf uns schiebt. Aber jeder hat gesehen, welche Qualitäten sie haben. Im Viertelfinale gibt es keine leichten Gegner“.

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