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Der nächste Schritt auf dem Weg nach Hause

England steht nach 28 Jahren wieder in einem WM-Halbfinale. Und das mit Köpfchen – Schweden wurde mit zwei Kopftoren besiegt.

Manchmal werden auch Oldies zum Sommerhit. In England etwa ist das Lied der EM 1996 auf dem besten Weg, in den Hitparaden wieder die Nummer eins zu werden. In den Köpfen der Fans und der Spieler ist „Three Lions“ dank einer Textzeile ohnehin schon: „It’s coming home!“, heißt es dort. Und den Mittwoch, den sagte die englische „Sun“ gleich ganz ab – für alle anderen Aktivitäten als das Halbfinal-Fiebern bei der WM.

In dieses zog Englands Team mit einem souveränen 2:0 (1:0)-Sieg über Schweden ein. Zum ersten Mal nach 28 Jahren steht das „Heimatland des Fußballs“ also wieder unter den letzten vier Nationen einer WM. Und das Land träumt, denn die Partie gegen Schweden war zwar von Rasse und Klasse weit davon entfernt, was tags zuvor etwa beim Duell zwischen Belgien und Brasilien gezaubert wurde, aber es war ein letztlich entspannter Sieg. Denn so locker und ohne Zittern marschierte wohl noch nie ein englisches Team durch ein WM-Viertelfinale. Nicht einmal die neue Liebe zum Elfmeterschießen kam ansatzweise in Betracht, zu harmlos waren die Schweden, zu kontrolliert die Engländer.

Die hatten von Gareth Southgate gegen die robusten Nordländer eine neue Taktik verpasst bekommen, spielten nicht mehr so schnell und oft in die Tiefe – man setzte auf Kombinationen (das ging weniger gut) und natürlich auf Standardsituationen (das ging abermals sehr gut). Denn die Führung fiel, wie könnte es anders sein, nach einer Ecke – durch Harry Maguire (30.).

Dass die Partie bis dahin kein Heuler war? Vergessen. Dass England auch danach nicht so richtig ins Rollen kam? Bedeutungslos. Denn solange sich England auf Kopftore nach Standards (Maguire erzielte schon das achte Tor nach ruhendem Ball) verlassen kann, braucht es kein spielerisches Genie. Das brauchte es auch nicht bei der Entscheidung, dem Treffer von Tottenham-Star Dele Alli, der in Hälfte eins eher unterirdisch spielte (59.). Denn auch der fiel natürlich per Kopf. Der Rest? Unspektakulär, sagen wir so.

Mit einer Ausnahme: Denn England hat offenbar neben dem abgelegten Elfertrauma auch wieder einen Tormann. Denn die zwei, drei Male, in denen die Schweden daran bastelten, wenigstens ein Tor zu erzielen, war Jordan Pickford bravourös zur Stelle.

Er ist einer der Bausteine dafür, dass die 96er-Hymne immer lauter geschmettert wird. Die anderen? Die Stärke bei Kopfbällen (fünf Kopftore bei einer WM schaffte noch nie davor eine Mannschaft), die Stärke bei Standards (acht von elf Toren), die Vielfalt an Spielern, die Tore schießen (Harry Maguire war mit seinem ersten Teamtor schon der fünfte Engländer, der traf) und natürlich die Anzahl an Toren: Elf Treffer hat England erst einmal bei einer Weltmeisterschaft erzielt. 1966, in der Heimat – als man den einzigen Titel holte. „Wir fühlen uns gut, wir sind zuversichtlich. Wir genießen das hier mit den Fans. Und ich denke, die Fans zu Hause freuen sich auch. Wir wollen das Land stolz machen. Aber wir wissen, dass im Halbfinale noch ein großes Spiel wartet“, sagte Kapitän Harry Kane. Und der gefeierte Pickford brachte auf den Punkt, was viele denken: „Ich war noch nicht geboren, als England zuletzt ein WM-Halbfinale erreicht hat. Wir wollen unsere eigene Geschichte schreiben – und ein Spiel nach dem anderen angehen!“

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